Verbessern Medikamente, die das Immunsystem beim Erkennen und Bekämpfen von Krebszellen unterstützen, die Behandlungsergebnisse bei älteren Menschen mit operablem Lungenkrebs?
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Medikamente, die das körpereigene Immunsystem dabei unterstützen, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen, können bei Menschen ab 65 Jahren, die wegen der häufigsten Form von Lungenkrebs operiert werden, den Tumor verkleinern und wahrscheinlich das Wiederauftreten der Erkrankung hinauszögern. Allerdings verlängern diese Medikamente wahrscheinlich nicht die Gesamtlebenszeit der Betroffenen.
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Es liegt noch nicht genügend Evidenz vor, um beurteilen zu können, ob der Nutzen dieser Medikamente ihre Risiken überwiegt. Zudem wurde in keiner der Studien untersucht, wie sich die Behandlung auf das Wohlbefinden der Betroffenen auswirkt.
Etwa 85 % der Menschen mit Lungenkrebs leiden an sogenanntem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC). Er tritt am häufigsten bei älteren Erwachsenen auf, wobei das Durchschnittsalter bei der Diagnose bei 71 Jahren liegt. Wenn sich der Krebs noch nicht über die Lunge hinaus ausgebreitet hat und die Person fit genug für eine Operation ist, kann der Tumor entfernt werden. Allerdings kann der Krebs nach der Behandlung wieder auftreten, und zwischen 30 % und 55 % der Betroffenen sterben letztendlich an der Krankheit. Um das Risiko eines Rückfalls zu verringern, können verschiedene Behandlungsmethoden kombiniert werden.
Wie wird nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, der operiert werden kann, behandelt?In den letzten Jahren hat sich die Behandlung von Lungenkrebs durch die Entdeckung von Medikamenten, die das körpereigene Immunsystem dabei unterstützen, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen (Immuntherapien), grundlegend verändert. Immuntherapien werden in Kombination mit Medikamenten angewendet, die Krebszellen abtöten (Chemotherapien). Eine Immuntherapie vor oder nach der Operation – oder in beiden Behandlungsphasen – kann die Heilungschancen verbessern und dazu beitragen, ein Wiederauftreten der Erkrankung hinauszuzögern.
Was wollten wir herausfinden?Mit zunehmendem Alter verändert sich das Immunsystem und kann Krebszellen weniger wirksam bekämpfen. Dieser Prozess wird als Immunoseneszenz bezeichnet. Ältere Menschen sind eine sehr vielfältige Gruppe. Deshalb sollte jede Person individuell beurteilt werden, denn das Alter allein reicht nicht aus, um die am besten geeignete Behandlung festzulegen. Wir wollten herausfinden, ob eine Immuntherapie bei Menschen ab 65 Jahren trotz der altersbedingten Veränderungen des Immunsystems wirksam ist, die Heilungschancen verbessert, das Leben verlängert und welche unerwünschten Wirkungen sie verursacht.
Wie gingen wir vor?Wir suchten nach hochwertigen Studien, in denen bei Menschen ab 65 Jahren eine Immuntherapie – allein oder zusammen mit einer Chemotherapie – vor der Operation, nach der Operation oder in beiden Behandlungsphasen untersucht wurde. Wir fassten die Ergebnisse zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz. Dabei berücksichtigten wir unter anderem, wie die Studien durchgeführt wurden und wie viele Personen daran teilnahmen.
Was fanden wir heraus?Für Menschen ab 65 Jahren fanden wir Ergebnisse aus 11 Studien mit insgesamt 3152 Personen mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Die Studien verglichen eine Immuntherapie mit einer Scheinbehandlung oder keiner Behandlung. In einigen Studien erhielten beide Behandlungsgruppen zusätzlich eine Chemotherapie. Die Behandlungen wurden entweder nur vor der Operation, nur danach oder sowohl vor als auch nach der Operation verabreicht.
Die Immuntherapie verringert die Menge an Krebsgewebe, die zum Zeitpunkt der Operation noch vorhanden ist, und verzögert wahrscheinlich ein Wiederauftreten der Erkrankung. Die Immuntherapie hat wahrscheinlich nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben. Es lag nicht genügend Evidenz vor, um die unerwünschten Wirkungen der Behandlung beurteilen zu können. Zudem wurde in keiner Studie das Wohlbefinden der Teilnehmenden untersucht.
Was schränkt die Evidenz ein?Unser Vertrauen in die Evidenz zu den meisten Ergebnissen ist moderat, da einige Bedenken hinsichtlich der Durchführung der Studien bestehen. Es werden umfangreichere Daten über längere Zeiträume benötigt, um besser beurteilen zu können, ob und um wie viel die Behandlung die Lebenszeit verlängert. Unser Vertrauen in die Evidenz zu unerwünschten Wirkungen ist sehr gering, da nur eine Studie hierzu Daten lieferte.
Wie aktuell ist die Evidenz?Die Evidenz ist auf dem Stand vom 3. Juli 2025.