Helfen digitale Technologien Menschen mit Mukoviszidose, ihre Inhalationstherapie einzuhalten?
Kurzfristig unterstützt die digitale Technologie Menschen mit Mukoviszidose möglicherweise dabei, ihre Inhalationstherapie einzuhalten. Sie hat jedoch nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf die Lungenfunktion oder pulmonale Exazerbationen, also eine akute Verschlechterung des Gesundheitszustands, die meist durch Infektionen verursacht wird.
Mittelfristig wird die Kombination aus digitaler Überwachung und maßgeschneiderter Unterstützung über eine Online-Plattform die Menschen wahrscheinlich dazu ermutigen, die inhalative Behandlung beizubehalten. Dadurch wird die Belastung durch die Behandlung wahrscheinlich verringert, ihre Lebensqualität wird jedoch wahrscheinlich nicht verbessert.
Zukünftige Forschungen sollten prüfen, wie digitale Technologien Kindern und Erwachsenen mit Mukoviszidose helfen können, ihre inhalativen Behandlungen einzuhalten, und wie sie sich auf andere Bereiche ihrer Behandlung auswirken.
Was ist Mukoviszidose?Mukoviszidose ist eine lebensbedrohliche Erbkrankheit, bei der sich klebriger, zäher Schleim in der Lunge und im Verdauungssystem bildet. Mit der Zeit wird die Lunge geschädigt, sodass sie schließlich nicht mehr richtig funktioniert.
Wie wird Mukoviszidose behandelt?Derzeit gibt es keine Heilung für Mukoviszidose, aber Behandlungen helfen, die Symptome zu kontrollieren und Komplikationen zu verringern. Zu den Behandlungen gehören Antibiotika zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen der Atemwege sowie Medikamente, die den Schleim in der Lunge verdünnen und das Abhusten erleichtern. Menschen mit Mukoviszidose verwenden Inhalatoren und Vernebler, um Medikamente schnell in die Lunge zu bringen. Vernebler sind kleine Geräte, die flüssige Medikamente in einen Nebel verwandeln, der über ein Mundstück oder eine Maske inhaliert wird.
Die Behandlung von Mukoviszidose ist kompliziert und zeitaufwändig; Menschen mit Mukoviszidose verbringen in der Regel 2 bis 2,5 Stunden täglich mit der Behandlung.
Die Menschen nutzen zunehmend digitale Technologien, um ihre Gesundheit und Fitness mit Hilfe von Aktivitätsmessgeräten und Mobiltelefonanwendungen zu überwachen. Menschen mit Mukoviszidose nutzen digitale Technologien, um ihre Behandlung zu verfolgen und zu verbessern. Einige Technologien ermöglichen das Hochladen von Informationen ins Internet, so dass Einzelpersonen und ihre Gesundheitsteams diese Informationen sofort zur Überwachung und Verbesserung der Behandlung nutzen können.
Was wollten wir herausfinden?Kann digitale Technologie Menschen mit Mukoviszidose helfen, ihre Inhalationstherapie einzuhalten?
Haben die digitalen Technologien zur Überwachung der Adhärenz unerwünschte oder schädliche Wirkungen?
Wie gingen wir vor?Wir haben nach Studien gesucht, die jegliche Art von digitaler Technologie zur Überwachung der Einhaltung von Inhalationstherapien bei Mukoviszidose untersuchen. Wir fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz auf der Grundlage von Faktoren wie den Methoden und der Größe der Studien.
Was fanden wir heraus?Wir fanden zwei Studien mit 628 Personen im Alter von fünf bis 41 Jahren, die verschiedene digitale Technologien verwendeten. Wir konnten ihre Ergebnisse nicht kombinieren und haben sie getrennt analysiert. Bei beiden Studien wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip in eine von zwei Gruppen eingeteilt, wobei die Chancen, in einer der beiden Gruppen zu sein, gleich groß waren.
In einer kleinen Studie mit 20 Kindern im Alter von 5 bis 16 Jahren wurden zwei Atemmodi eines digitalen Verneblers miteinander verglichen. Das Gerät verabreichte ein Antibiotikum als inhalativen Nebel. Ein Modus ermutigte die Kinder, über ein angepasstes Mundstück längere und tiefere Atemzüge zu machen; der andere Modus bestand aus dem üblichen Atemmuster. Die Studie dauerte 10 Wochen.
An der größeren Studie nahmen 608 Personen im Alter von 16 Jahren und älter teil. Verglichen wurde ein Vernebler, der die Anwendung automatisch erfasst und mit der webbasierten Plattform CFHealthHub verbunden ist, mit demselben Vernebler ohne Anbindung an diese Plattform. CFHealthHub ermöglichte den Teilnehmenden den Zugriff auf ihre Adhärenzdaten und die individuelle Betreuung durch die Studienautor*innen, die 12 Monate lang Daten sammelten.
HauptergebnisseDie Studie zum Vergleich der Inhalationsarten ergab, dass die Kinder, die den digital verstärkten Atemmodus verwendeten, die Verneblerbehandlung besser einhielten als die Kinder, die den üblichen Atemmodus verwendeten. Für die Lungenfunktion machte dies jedoch möglicherweise kaum einen Unterschied. Es gab keine schädlichen oder unerwünschten Wirkungen bei der Verwendung der verschiedenen Inhalationsarten.
Die zweite Studie zeigte, dass die Kombination eines Online-Programms mit einem Vernebler zur Datenerfassung wahrscheinlich die Therapietreue im Vergleich zur alleinigen Verwendung des Verneblers verbessert. Die Kombination aus Vernebler und Online-Unterstützung reduziert wahrscheinlich auch die Belastung durch die Behandlung. Es macht jedoch wahrscheinlich nur einen geringen oder gar keinen Unterschied in Bezug auf die Lebensqualität oder die Anzahl der Krankheitsschübe. Die Kinder in der Gruppe mit Online-Plattform berichteten insgesamt etwas häufiger über unerwünschte Wirkungen. Bei den unerwünschten Wirkungen, die wir als direkt mit der Behandlung zusammenhängend einstuften – gemessen anhand von Angst- und Depressionswerten –, zeigte sich jedoch kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen.
Was schränkt die Aussagekraft der Evidenz ein?Unser Vertrauen in die Evidenz aus der kleineren Studie ist begrenzt, da sie sehr klein war und sich auf Kinder konzentrierte, während unsere Frage breiter angelegt war. Außerdem wurde nur über zwei der geplanten Endpunkte berichtet.
Unser Vertrauen in die Evidenz aus der größeren Studie reichte von gering bis mäßig. Diese Studie war größer und erfasste mehr der für unsere Fragestellung wichtigen Endpunkte. An dieser Studie nahmen jedoch nur Personen ab 16 Jahren teil, so dass wir nicht wissen, ob die Ergebnisse auch für jüngere Kinder gelten.
Derzeit gibt es nur wenig Evidenz dafür, wie digitale Technologien die Adhärenz bei Inhalationstherapien verbessern können. Künftige Studien sollten untersuchen, wie digitale Technologien die regelmäßige Anwendung der Inhalationstherapie bei Kindern und Erwachsenen verbessern können. Außerdem sollte geprüft werden, welche Auswirkungen dies auf den gesamten Behandlungsplan hat. Wenn die Inhalationstherapie zuverlässig durchgeführt wird, könnte dies den Zeitaufwand für andere Behandlungen verringern.
Wie aktuell ist die Evidenz?Die Evidenz ist auf dem Stand vom 27. Februar 2025.