Cochrane Kompakt

Ist es unbedenklich, die Steroidgabe nach einer Nierentransplantation zu reduzieren?

2 days 1 hour ago
Kernaussagen
  • Nach einer Nierentransplantation werden häufig Steroide verabreicht, um zu verhindern, dass der Körper die neue Niere abstößt. Sie können jedoch unerwünschte Wirkungen wie Gewichtszunahme, hohen Blutzucker und Abnahme der Knochensubstanz verursachen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Steroidgabe zu reduzieren, doch müssen diese sorgfältig gegen das mögliche Risiko einer Nierenabstoßung abgewogen werden (bei der das körpereigene Immunsystem die transplantierte Niere angreift).

  • Bei erwachsenen Nierentransplantierten reduziert der Verzicht auf Steroide möglicherweise die Sterblichkeit nach 1 bis 5 Jahren; nach einem Jahr ist dieser Effekt sehr unsicher. Das Absetzen von Steroiden hat möglicherweise nur geringe oder gar keine Wirkungen auf die Sterblichkeit. Der Verzicht auf Steroide erhöht möglicherweise das Risiko einer akuten Nierenabstoßung, doch das Absetzen der Steroide hat möglicherweise nur geringe oder gar keine Wirkungen auf das Abstoßungsrisiko.

  • Der Verzicht auf Steroide senkt möglicherweise das Risiko, nach einer Transplantation an Diabetes zu erkranken. Der Verzicht auf Steroide oder deren Absetzen hat möglicherweise nur geringe oder gar keine Wirkungen auf Infektionen oder herzbedingte Komplikationen.

Worum geht es?

Eine Nierentransplantation ist in der Regel die bevorzugte Behandlungsmethode für Menschen mit Nierenversagen (wenn die Nieren nicht mehr richtig funktionieren). Die meisten Menschen mit einer Nierentransplantation erhalten im Rahmen ihrer Behandlung Steroide. Steroide helfen dabei, eine Abstoßung der neuen Niere zu verhindern (bei der das körpereigene Immunsystem die transplantierte Niere angreift), können jedoch auch unerwünschte Wirkungen wie Gewichtszunahme, hohen Blutzucker und Abnahme der Knochensubstanz verursachen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen, welche Nutzen und Risiken mit einer Reduzierung der Steroidgabe nach einer Nierentransplantation verbunden sind. Insbesondere haben wir uns zwei Hauptstrategien angesehen.

  • Verzicht auf Steroide, wenn diese nach der Transplantation weniger als 14 Tage lang angewendet wurden.

  • Absetzen der Steroide, wenn diese länger als 14 Tage eingenommen und danach zu einem beliebigen Zeitpunkt abgebrochen wurden.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, die sich mit den Nutzen und Risiken des Verzichts auf oder des Absetzens von Steroiden nach einer Nierentransplantation befassen.

Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie den Untersuchungsmethoden und der Größe der Studien bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 53 Studien mit insgesamt 8317 Nierentransplantierten ausgewertet; drei dieser Studien bezogen Kinder mit ein. Die Zahl der in diese Studien randomisierten Teilnehmenden lag zwischen 21 und 560. Die meisten Studien wurden in Europa und den USA durchgeführt. In diesen Studien wurden verschiedene Methoden zur Reduzierung des Einsatzes von Steroiden verglichen.

Bei erwachsenen Nierentransplantierten haben wir festgestellt, dass das Absetzen der Steroide möglicherweise kaum oder gar keine Wirkungen auf die Sterblichkeit hat (nach 1 Jahr sowie nach 1 bis 5 Jahren). Der Verzicht auf Steroide reduziert möglicherweise die Sterblichkeit nach 1 bis 5 Jahren, wobei dieser Effekt nach einem Jahr sehr unsicher ist. Der Verzicht auf Steroide erhöht möglicherweise das Risiko einer akuten Nierenabstoßung, doch das Absetzen der Steroide hat möglicherweise nur geringe oder gar keine Wirkungen auf das Abstoßungsrisiko.

Der Verzicht auf Steroide senkt möglicherweise das Risiko, nach einer Transplantation an Diabetes zu erkranken.

Der Verzicht auf Steroide oder deren Absetzen hat möglicherweise nur geringe oder gar keine Wirkungen auf Infektionen oder herzbedingte Komplikationen.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir haben nur sehr eingeschränktes bis moderates Vertrauen in die Evidenz, da in den Studien unterschiedliche Arten von zusätzlichen Behandlungen zum Einsatz kamen und die meisten Studien vor mehr als 10 Jahren veröffentlicht wurden. Zudem sind diese Strategien möglicherweise nur für bestimmte Nierentransplantierte geeignet, insbesondere für diejenigen mit einem geringen Risiko einer Nierenabstoßung. Außerdem bezogen sich die meisten Studien auf Erwachsene mit einer Nierentransplantation. Wir haben sehr wenig Vertrauen in die für Kinder ermittelten Ergebnisse. Entscheidungen über die Einnahme von Steroiden sollten im Gespräch zwischen dem Patienten und seinem transplantierenden Arzt getroffen werden, wobei das Abstoßungsrisiko und andere gesundheitliche Zustände zu berücksichtigen sind.

Wie aktuell ist dieser Review?

Der Review ist auf dem Stand von April 2025.

Oliveras L, Melilli E, Cruzado JM, Nagler EV, Webster AC, Pascual J, Montero N, supported by Cochrane Kidney and Transplant

Welche Nutzen und Risiken sind mit dem Einsatz von Thromboelastographie- (TEG) und Thromboelastometrie- (ROTEM) Geräten zur Steuerung von Bluttransfusionen bei Patienten mit schweren Blutungen verbunden?

3 days 2 hours ago
Kernaussagen

• Es ist möglich, dass TEG (Thromboelastographie) und ROTEM (Thromboelastometrie), die Aufschluss über den Transfusionsbedarf geben, die Sterblichkeit, die Menge des verlorenen Bluts und den Bedarf an Blutprodukten sowie die Notwendigkeit weiterer Operationen verringern können. Dies ist jedoch sehr unsicher. Diese Erkenntnisse beziehen sich vor allem auf Menschen mit Herzoperation.

• Uns lagen keine Informationen über unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit dieser Diagnostik vor (bspw. Überdiagnostik, die dazu führt, dass Therapien zu früh eingeleitet werden).

• Die Evidenz ist sehr lückenhaft und es sind weitere Studien mit einer größeren Teilnehmerzahl erforderlich, insbesondere bei Kindern und Personen in anderen Kontexten als der Herzchirurgie.

Was sind TEG und ROTEM?

Die Thromboelastographie (TEG) und die Thromboelastometrie (ROTEM) sind Blutanalysegeräte für den Einsatz am Krankenbett, die zur Überwachung der Blutgerinnung und zur Steuerung von Transfusionen von Blutprodukten eingesetzt werden. Starke Blutungen und Gerinnungsstörungen sind schwerwiegende klinische Zustände, die mit einer hohen Sterblichkeitsrate einhergehen.

Zu den Blutprodukten zählen rote Blutkörperchen, frisch gefrorenes Plasma (FFP = fresh frozen plasma), Gerinnungsfaktorkonzentrate, spezielle Gerinnungsfaktorkonzentrate wie ein Kryopräzipitat oder Thrombozyten.

Warum ist das für Menschen mit starken Blutungen wichtig?

Probleme mit starken Blutungen und der Blutgerinnung können durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden, die jeweils unterschiedlich behandelt werden müssen. Bei Menschen mit Blutungen infolge einer Operation, eines Traumas (schwere körperliche Verletzung) oder einer Entbindung lässt sich die Gerinnungsfähigkeit des Blutes mithilfe von TEG- und ROTEM-Tests überwachen. Diese Untersuchungen werden am Krankenbett durchgeführt, um Informationen in Echtzeit zu liefern.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten die Nutzen und Risiken des TEG- oder ROTEM-gesteuerten Einsatzes von Blutprodukten bei der Behandlung von Menschen mit schweren Blutungen und Blutgerinnungsstörungen untersuchen. Dies wurde mit der Verwendung von Standard-Labortests und dem klinischen Urteil der Ärzte verglichen.

Uns interessierten die Wirkungen auf:

• Todesfälle jeglicher Ursache;

• die Verwendung von Blutprodukten;

• die Menge des Blutverlusts;

• die Notwendigkeit einer weiteren Operation;

• die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus;

- jegliche unerwünschte Wirkungen.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen untersucht wurde, ob Blutgerinnungsanalysegeräte (TEG oder ROTEM) zur Steuerung der Transfusion von Blutprodukten bei Erwachsenen oder Kindern mit schweren Blutungen im Krankenhaus die Sterblichkeit senken. Die Analysegeräte wurden mit oder ohne weitere Laboruntersuchungen eingesetzt und mit Transfusionsentscheidungen verglichen, die auf klinischer Einschätzung, standardmäßiger Labortests oder beidem basierten.

Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz basierend auf Faktoren wie der Studienmethodik und der Anzahl der Teilnehmenden bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 35 Studien (randomisierte kontrollierte Studien) gefunden, an denen 3096 Erwachsene teilnahmen. Bei den meisten dieser Patienten traten nach einer geplanten Herzoperation starke Blutungen auf.

Hauptergebnisse

Die Anwendung einer TEG- oder ROTEM-gesteuerten Behandlung bei Patienten mit schweren Blutungen könnte im Zusammenhang stehen mit:

• einer niedrigeren Sterblichkeit (19 Studien, 1868 Personen).

• einem geringeren Bedarf an Blutprodukten: frisch gefrorenes Plasma (18 Studien, 1536 Personen) oder Thrombozyten (20 Studien, 1607 Personen).

• keinem Unterschied in der Menge der Erythrozytenkonzentrate (21 Studien, 2003 Teilnehmer).

• weniger erneuten Operationen (13 Studien, 1204 Personen).

• weniger Blutverlust (19 Studien, 1523 Personen).

In keiner der Studien wurden die Risiken einer TEG- oder ROTEM-gesteuerten Behandlung untersucht.

Wir sind sehr unsicher bezüglich dieser Ergebnisse.

Was schränkt die Evidenz ein?

• Die TEG- oder ROTEM-gesteuerte Behandlung muss an einer größeren Anzahl von Patienten, einschließlich Kindern, und bei verschiedenen Blutungsursachen untersucht werden, damit wir mehr Gewissheit über die Ergebnisse gewinnen können.

• Die Anzahl der Todesfälle (Mortalität) war das wichtigste Ergebnis dieses Reviews, jedoch hatte keine der einzelnen Studien ausreichend Teilnehmende, um einen Nutzen dafür nachzuweisen, da er selten auftritt.

• Viele der Studien schlossen Teilnehmende mit geplanter Herzoperation ein, bei der der Blutkreislauf während des Eingriffs außerhalb des Körpers aufrechterhalten wird. Die Ergebnisse könnten je nach Ursache der starken Blutung variieren.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von Januar 2025.

Kvisselgaard AD, Wolthers SA, Wikkelsø AJ., Holst LB, Drivenes B, Afshari A

Welche Vorteile und Risiken birgt eine geplante frühe Geburt nach der 34. Woche für Frauen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft?

3 days 2 hours ago
Kernaussagen
  • Eine geplante frühe Geburt führt zu weniger Komplikationen für die Frau, ohne dass sich das Risiko für einen Kaiserschnitt erhöht.

  • Eine geplante frühe Geburt senkt wahrscheinlich das Risiko einer Totgeburt und führt wahrscheinlich zu kaum oder gar keinen Unterschieden beim Risiko einer Einweisung auf die Neugeborenen-Intensivstation. Die Wirkungen auf die Neugeborenensterblichkeit sind unklar.

  • Es sind weitere Studien erforderlich, um die Wirkungen einer geplanten frühen Geburt auf die langfristige Gesundheit von Frauen und Kindern zu untersuchen.

Was ist Bluthochdruck in der Schwangerschaft?

Bluthochdruck tritt bei jeder zehnten Schwangerschaft auf. Frauen, die während der Schwangerschaft unter Bluthochdruck leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Präeklampsie (Bluthochdruck mit Eiweiß im Urin oder mit Auswirkungen auf andere Organe) ist die schwerwiegendste Form von Bluthochdruck während der Schwangerschaft und entsteht, wenn ein Problem vorliegt, das die Plazenta betrifft.

Wird Bluthochdruck nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann es zu Komplikationen kommen. Dazu können Krampfanfälle (Eklampsie), Schlaganfall, Blut- und Leberfunktionsstörungen (HELLP-Syndrom), Atembeschwerden aufgrund von Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem), Plazentaablösung, Leber- und Nierenversagen gehören. Auch das Neugeborene könnte davon betroffen sein, da es möglicherweise nicht so gut wachsen kann. Dies kann dazu führen, dass das Neugeborene nach der Geburt mehr Unterstützung benötigt und ein erhöhtes Risiko besteht, auf die Neugeborenen-Intensivstation verlegt zu werden. Es kann auch dazu führen, dass das Neugeborene tot geboren wird.

Wie wird Bluthochdruck in der Schwangerschaft behandelt?

Frauen, die während der Schwangerschaft unter Bluthochdruck leiden, wird eine sorgfältige Überwachung empfohlen, die regelmäßige Blutdruck-, Urin- sowie Blut- und Ultraschalluntersuchungen umfassen kann. Manche Frauen müssen möglicherweise Medikamente einnehmen, um ihren Blutdruck in einem unbedenklichen Wertebereich zu halten.

Das Einleiten der Geburt des Kindes ist die einzige Behandlungsmethode, die das Risiko schwerwiegender Komplikationen senkt. Der Zeitpunkt der Entbindung hängt jedoch davon ab, in welchem Stadium sich die Schwangerschaft befindet, ob Anzeichen oder Symptome für Komplikationen vorliegen und um welche Art von Blutdruckproblem es sich handelt.

Bei Frauen, die früh in der Schwangerschaft (vor der 34. Woche) unter Bluthochdruck leiden, wird eine sorgfältige Überwachung empfohlen, sofern keine schwerwiegenden Komplikationen auftreten, da eine frühe Frühgeburt Risiken für das Baby mit sich bringt. Im späteren Verlauf der Schwangerschaft (ab der 34. Woche) ist das Verhältnis von Risiken und Nutzen weniger eindeutig.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob eine geplante frühe Geburt bei Frauen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft nach der 34. Woche besser geeignet ist als eine sorgfältige Überwachung (abwartende Beobachtung), um Komplikationen bei Müttern und Neugeborenen zu verringern. Wir wollten außerdem herausfinden, ob eine geplante frühe Geburt mit unerwünschten Wirkungen verbunden ist.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen eine geplante frühe Geburt verglichen wurde mit einer sorgfältigen Überwachung von Frauen mit jeglicher Art von Bluthochdruck während der Schwangerschaft ab der 34. Woche. Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie Studienmethodik und Stichprobengröße bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir haben sechs Studien gefunden, an denen 3491 Frauen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft teilnahmen und die zwischen 2002 und 2022 durchgeführt wurden. Fünf dieser Studien wurden in Ländern mit hohem Einkommen durchgeführt (Großbritannien, Niederlande, USA). Eine dieser Studien wurde in zwei Ländern durchgeführt, die als Länder mit niedrigem Einkommen (Sambia) bzw. mit unterem mittleren Einkommen (Indien) eingestuft wurden. Der Zeitpunkt der geplanten frühen Geburt variierte zwischen den Studien, je nachdem, wann die Studie durchgeführt und welche Art von Bluthochdruck untersucht wurde.

Hauptergebnisse

Eine geplante frühe Geburt verringert Komplikationen bei Frauen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft nach der 34. Woche. Eine geplante frühe Geburt nach der 34. Woche erhöht das Risiko eines Kaiserschnitts nicht. Eine geplante frühe Geburt hat möglicherweise kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko mütterlichen Versterbens.

Für das Neugeborene führt eine geplante frühe Geburt wahrscheinlich zu einer deutlichen Verringerung des Risikos einer Totgeburt, hat jedoch wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko einer Einweisung auf die Neugeborenen-Intensivstation. Eine geplante frühe Geburt könnte zu kaum oder gar keinen Unterschieden beim Gesamtrisiko für schwerwiegende Komplikationen nach der Geburt, einschließlich des neonatalen Todes, führen, doch sind wir uns hinsichtlich dieser Ergebnisse sehr unsicher.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir sind von unseren Ergebnissen hinsichtlich der Wirkungen einer geplanten frühen Geburt auf das Gesamtrisiko von Komplikationen bei Frauen und das Risiko eines Kaiserschnitts überzeugt. Was die Wirkungen auf die Neugeborenen angeht, sind wir hinsichtlich unserer Ergebnisse weniger sicher, da nur wenige unerwünschte Wirkungen berichtet wurden.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Dieser Review ist eine Aktualisierung einer vorherigen Version. Die Evidenz ist auf dem Stand vom 16. Januar 2026.

Beardmore-Gray A, Rohwer C, Fernandez Turienzo C, Cluver CA

Welche Vor- und Nachteile haben Medikamente, die die Bildung roter Blutkörperchen anregen (Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe), wenn sie Frühgeborenen oder Neugeborene mit niedrigem Geburtsgewicht in der ersten Lebenswoche verabreicht werden?

3 days 2 hours ago
Kernaussagen
  • Der frühzeitige Einsatz von Medikamenten, die die Bildung roter Blutkörperchen anregen, wie Erythropoetin oder Darbepoetin, führt wahrscheinlich zu kaum oder gar keinen Unterschieden hinsichtlich der Sterblichkeit. Sie verringern möglicherweise mittelschwere bis schwere neurologische Entwicklungsstörungen. Sie haben kaum oder gar keine Wirkungen auf das Auftreten schwerer Augenerkrankungen. Sie verringern möglicherweise den Bedarf an Bluttransfusionen und verringern wahrscheinlich schwere Darmprobleme und schwere Hirnblutungen.

  • Angesichts der Vorteile dieser Medikamente sollte sich künftige Forschung damit befassen, wie diese Medikamente gut in den klinischen Alltag eingeführt und für alle Betroffenen verfügbar und finanziert werden können.

Warum ist eine niedrige Anzahl roter Blutkörperchen ein Problem für Frühgeborene und Neugeborene mit niedrigem Geburtsgewicht?

Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff durch den Körper und sind für eine gute Gesundheit wichtig. Frühgeborene (Neugeborene, die vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommen) und Neugeborene mit niedrigem Geburtsgewicht können unter einem Mangel an roten Blutkörperchen leiden. Infolgedessen haben sie ein erhöhtes Sterberisiko, sind anfälliger für schwere Erkrankungen und benötigen unter Umständen Bluttransfusionen (die Zufuhr von Spenderblut direkt in eine Vene mittels Infusion). Neugeborene, die Bluttransfusionen erhalten, sind jedoch möglicherweise einem erhöhten Risiko für Infektionen, schwere Darmprobleme und Augenerkrankungen ausgesetzt.

Was sind Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe?

Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe (ESAs) sind Medikamente, die die Bildung roter Blutkörperchen anregen. Beispiele für ESA sind Erythropoetin und Darbepoetin.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob die Verabreichung von ESA an Frühgeborene und Neugeborene mit niedrigem Geburtsgewicht in der ersten Lebenswoche Auswirkungen hat auf:

  • den Tod;

  • das Auftreten neurologischer Entwicklungsstörungen;

  • den Bedarf an Bluttransfusionen;

  • das Auftreten einer schweren Augenerkrankung (Frühgeborenen-Retinopathie);

  • das Auftreten schwerwiegender Darmprobleme (nekrotisierende Enterokolitis);

  • das Auftreten schwerer Hirnblutungen (intraventrikuläre Blutungen).

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien zu Frühgeborenen (mit einer Schwangerschaftsdauer von weniger als 37 Wochen) oder Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht (weniger als 2500 Gramm) gesucht, denen in der ersten Lebenswoche ESA verabreicht wurden. Wir haben Studien einbezogen, in denen ESA mit Placebo (Scheinbehandlung) oder keiner Behandlung verglichen wurden. Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz anhand der Studienmethoden und -größen bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 37 Studien mit insgesamt 6724 Säuglingen gefunden. Die Studien wurden weltweit durchgeführt; die meisten fanden jedoch in Europa statt (15 Studien). Die Studien umfassten zwischen 22 und 1258 Neugeborene.

Hauptergebnisse

Wir haben festgestellt, dass ESA im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung:

  • wahrscheinlich zu kaum oder gar keinen Unterschieden bei der Sterblichkeit (24 Studien, 5217 Säuglinge) führen;

  • möglicherweise mittelschwere bis schwere neurologische Entwicklungsstörungen verringern (3 Studien, 1707 Säuglinge);

  • möglicherweise den Bedarf an Bluttransfusionen verringern (21 Studien, 3507 Säuglinge);

  • kaum oder gar keine Wirkungen auf schwere Augenerkrankungen haben (14 Studien, 3844 Säuglinge);

  • wahrscheinlich das Risiko schwerwiegender Darmprobleme verringern (20 Studien, 5749 Säuglinge);

  • wahrscheinlich das Risiko schwerer Hirnblutungen verringern (9 Studien, 2458 Säuglinge).

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir haben großes bis eingeschränktes Vertrauen in die Evidenz. In den Fällen, in denen unser Vertrauen begrenzt war, lag dies daran, dass das medizinische Personal möglicherweise wusste, welche Behandlung die Neugeborenen erhielten, und wir über weniger Informationen und Erkenntnisse hinsichtlich der Wirkungen von Darbepoetin verfügen (in 35 Studien wurde Erythropoetin verwendet, während in nur zwei Studien Darbepoetin zum Einsatz kam). Zudem variierten die Behandlungen je nach Altersgruppe, und es ist unklar, wie einige Studien durchgeführt wurden.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von März 2025. Dieser Bericht aktualisiert unseren vorherigen Bericht aus dem Jahr 2020.

Anarna K, Fiander M, Mitra S, Supported by the Cochrane Neonatal Group

Verbessert die Kombination aus Immuntherapie und Chemotherapie im Vergleich zu alleiniger Chemotherapie die Behandlungsergebnisse bei frühem dreifach-negativem Brustkrebs?

6 days 4 hours ago
Kernaussagen

- Bei Patientinnen mit frühem, potenziell heilbarem, dreifach-negativem Brustkrebs (Stadien 1 bis 3) ist nach zusätzlicher Gabe von sogenannten Immuncheckpoint-Inhibitoren (Immuntherapie) zur Chemotherapie vor der Operation im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie wahrscheinlich häufiger kein Krebs mehr nachweisbar. Auch die Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung sowie die Gesamtüberlebenszeit (Zeit von der Diagnose oder dem Behandlungsbeginn bis zum Tod, unabhängig von der Ursache) verbessern sich wahrscheinlich. Allerdings erhöht die zusätzliche Immuntherapie wahrscheinlich das Risiko schwerwiegender unerwünschter Wirkungen. Die Lebensqualität ist bei beiden Behandlungen möglicherweise ähnlich. Die Gesamtzahl an unerwünschten Wirkungen ist wahrscheinlich ebenfalls ähnlich.

- Es gibt möglicherweise keine Verbesserungen bei der Überlebenszeit, wenn die Immuntherapie nach der Operation zur Chemotherapie hinzugefügt wird.

- Künftige Studien sollten untersuchen, wie Immuncheckpoint-Inhibitoren in verschiedenen Gruppen wirken und sich auf Endpunkte wie die Lebensqualität während und nach der Behandlung konzentrieren.

Was sind Immuncheckpoint-Inhibitoren?

Immuncheckpoint-Inhibitoren sind Medikamente, die in der Krebsbehandlung als Teil einer Therapieform, der so genannten Immuntherapie, eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie dem Immunsystem helfen, den Krebs zu bekämpfen. Krebszellen können sich der Aufmerksamkeit des Immunsystems entziehen, indem sie ein Signal nutzen, an dem zwei Proteine namens PD-1 und PD-L1 beteiligt sind. PD-1- und PD-L1-Inhibitoren blockieren dieses Signal und erleichtern es dem Immunsystem, Krebszellen zu finden und sie zu bekämpfen.

Warum ist dies für Menschen mit frühem dreifach-negativem Brustkrebs wichtig?

TNBC ist eine aggressive Form von Brustkrebs, die etwa 12% bis 17 % der Brustkrebsfälle ausmacht. Er kann schwieriger zu behandeln sein als andere Arten von Brustkrebs. Eine Chemotherapie ist die Standardbehandlung bei dieser Erkrankung. Sie kann vor der Operation (neoadjuvant) oder nach der Operation (adjuvant) gegeben werden und kann die Überlebenschancen verbessern. Trotz der Behandlung entwickelt sich bei etwa 30 bis 40 von 100 Menschen mit frühem dreifach-negativem Brustkrebs die Erkrankung weiter. Der Krebs breitet sich dann auf andere Teile des Körpers aus. Dies nennt man Metastasierung.

Derzeit werden neue Behandlungsmethoden untersucht, bei denen die Chemotherapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren kombiniert wird. Diese Medikamente helfen dem Immunsystem, Krebszellen besser zu erkennen und anzugreifen. Studien deuten darauf hin, dass diese Kombination die Behandlungsergebnisse verbessern könnte. Es ist wichtig zu wissen, ob diese Kombination wirksam und sicher ist. Nur so können Ärzt*innen und Patientinnen gut informierte Entscheidungen über die Behandlung treffen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen, ob die Kombination aus Immuncheckpoint-Inhibitoren und Chemotherapie bei Patientinnen mit frühem dreifach-negativem Brustkrebs besser wirkt als die Chemotherapie allein und ob sie sicher ist.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, die Immuncheckpoint-Inhibitoren in Kombination mit einer Chemotherapie mit einer Chemotherapie allein verglichen haben. Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst und unser Vertrauen in die Ergebnisse auf der Grundlage von Faktoren wie Studienmethoden und Größe der Studien bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden sieben Studien mit insgesamt 4341 Personen. In zwei Studien wurden PD-1-Inhibitoren (z. B. Pembrolizumab) und in fünf Studien PD-L1-Inhibitoren (z. B. Durvalumab, Atezolizumab) eingesetzt. In sechs Studien erfolgte die Behandlung vor der Operation, in einer Studie nach der Operation.

In Studien, in denen PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren zusätzlich zur Chemotherapie vor der Operation mit alleiniger Chemotherapie verglichen wurden:

• hatten die Patientinnen zum Zeitpunkt der Operation häufiger keine nachweisbaren Krebszellen mehr. Etwa 1,5-mal so viele Patientinnen erreichten dieses Ergebnis wie unter alleiniger Chemotherapie;

• lebten die Patientinnen mit Kombinationstherapie länger, ohne dass der Krebs zurückkehrte; und

• senkt die Kombinationstherapie wahrscheinlich das Risiko zu sterben (im Untersuchungszeitraum von 19,8 bis 75,1 Monaten).

Möglicherweise unterscheidet sich die Lebensqualität zwischen den Gruppen kaum oder gar nicht. Bei der Gesamtzahl an unerwünschten Wirkungen oder behandlungsbedingten Todesfällen gibt es wahrscheinlich nur geringe oder gar keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten bei der Immuntherapie wahrscheinlich häufiger auf als bei der Chemotherapie allein.

Nur in einer einzigen Studie wurden Immuncheckpoint-Inhibitoren in Kombination mit einer Chemotherapie mit einer alleinigen Chemotherapie nach einer Operation verglichen. Es gibt nach der Operation möglicherweise keine Verbesserung der Ergebnisse durch die kombinierte Therapie.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir sind uns sicher bis moderat sicher, dass die Kombination aus Immuntherapie und Chemotherapie vor der Operation die Überlebenschancen verbessert. Für die Anwendung nach der Operation ist der Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse zur Wirksamkeit nur gering. Das liegt daran, dass nur eine kleine Studie vorlag. In dieser Studie nahmen zu wenige Patient*innen teil, um verlässliche Schlussfolgerungen zu ziehen. Außerdem wussten die Teilnehmenden möglicherweise, welche Behandlung sie erhielten. Das kann die Ergebnisse beeinflusst haben.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 6. November 2024.

Gao Y, Liu M, Li L, Zhang J, Song F, Tian J

Zink zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten

1 week 3 days ago

Kernaussagen
- Die Anwendung von Zinkpräparaten führt im Vergleich zu Placebo möglicherweise zu einer nur geringen oder gar keiner Verringerung des Risikos, eine Erkältung zu entwickeln.

- Bei Personen, die bereits eine Erkältung haben, verkürzt sich möglicherweise die Dauer der Erkältung durch Zinkpräparate im Vergleich zu Placebo.

- Es besteht wahrscheinlich ein erhöhtes Risiko für nicht schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, wenn Zink zur Behandlung von Erkältungen eingesetzt wird.

Was ist eine Erkältung?
Eine Erkältung ist eine virale Infektion der oberen Atemwege. Es gibt keine spezifische Kombination von Symptomen, die eine Erkältung definiert. Typische Anzeichen sind jedoch verstopfte oder laufende Nase, Niesen, Halsschmerzen, Husten und Müdigkeit, gelegentlich auch begleitet von Fieber. Die meisten Menschen erholen sich in der Regel ohne ärztliche Behandlung von einer Erkältung. Es gibt keine gezielten Behandlungsmöglichkeiten, um Erkältungen vorzubeugen oder ihre Dauer zu verkürzen. Angesichts der Häufigkeit von Erkältungen bei Erwachsenen und Kindern stellen sie eine Belastung für die öffentliche Gesundheit dar und sind eine wesentliche Ursache für Produktivitätsverluste am Arbeitsplatz und Fehlzeiten in der Schule. Die Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen durch Zink stößt auf anhaltendes Interesse.

Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob Zink einer Erkältung vorbeugen und die Dauer einer bestehenden Erkältung verringern kann. Ein Placebo ist ein Präparat ohne Wirkstoff, das jedoch äußerlich einem echten Medikament gleicht. Placebos werden eingesetzt, um zu bewerten, wie sich die Annahme, eine Behandlung erhalten zu haben, im Vergleich zu einer tatsächlichen medizinischen Behandlung auswirkt.

Wir wollten auch herausfinden, ob Zink mit unerwünschten Wirkungen verbunden ist, insbesondere mit solchen, die als mögliche Komplikationen einer Erkältung gelten. Darüber hinaus untersuchten wir den Gesamtschweregrad der Erkältung (nach Einschätzung der Betroffenen), die Dauer einzelner Symptome sowie die Fehltage bei der Arbeit oder in der Schule.

Wie gingen wir vor?
Wir durchsuchten sechs Datenbanken und zwei Register für klinische Studien nach Studien, in denen Zink mit Placebo zur Behandlung oder Vorbeugung von Erkältungen bei Erwachsenen und Kindern verglichen wurde. Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie mit statistischen Methoden zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz auf der Grundlage spezifischer Faktoren wie dem Risiko für Verzerrungen (Bias) und der Studienmethoden.

Was fanden wir?
Wir fanden 34 Studien zur Vorbeugung oder Behandlung von Erkältungen. Die Studien wurden in 13 Ländern durchgeführt, die meisten in den USA. Zwölf Studien wurden an Kindern (unter 18 Jahren) und 22 Studien an Erwachsenen durchgeführt. Bei den meisten Interventionen wurde das selbstberichtete Verschwinden der Symptome als Behandlungsende erfasst. Die Mindestbehandlungsdauer betrug fünf Tage, die längste Dauer 540 Tage. Die meisten Studien wurden von mit der Industrie verbundenen Organisationen finanziert oder sie machten keine Angaben zu ihrer Finanzierung. Die übrigen wurden von Privatkliniken, nichtstaatlichen Stiftungen, Universitäten oder staatlichen Stellen finanziert.

Wir bewerteten die Auswirkungen von:

- Zink zur Prävention; und

- Zink zur Behandlung.

Wir erhielten folgende Ergebnisse:

Zink zur Vorbeugung

Im Vergleich zu Placebo hat die Anwendung von Zink möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen erkältungsvorbeugenden Effekt (9 Studien, 1449 Personen). Zink zur Vorbeugung wirkt sich wahrscheinlich auch wenig bis gar nicht auf die Dauer der Erkältung aus (3 Studien, 740 Teilnehmende) und möglicherweise auch wenig bis gar nicht auf die Schwere der Symptome (2 Studien, 101 Personen). Unerwünschte Wirkungen wurden sowohl von Personen, die Zink erhielten, als auch von denen, die ein Placebo erhielten, berichtet. Am häufigsten traten Veränderungen im Geschmackssinn und Magenbeschwerden auf.

Zink zur Behandlung

Die Anwendung von Zink zur Behandlung einer Erkältung verkürzt möglicherweise die Dauer der Symptome im Vergleich zu Placebo um etwa zwei Tage (8 Studien, 972 Personen). Wir haben jedoch wenig Vertrauen in die Evidenz, die diese Schlussfolgerung stützt. Es ist unklar, ob Zink einen Einfluss auf die Schwere der Erkältungssymptome hat (2 Studien, 261 Personen). Unerwünschte Wirkungen wurden bei Zinkanwendung zur Erkältungsbehandlung häufiger berichtet als bei Placebo-Behandlung. Am häufigsten traten Veränderungen im Geschmackssinn und Magenbeschwerden auf. In Studien, in denen Zink zur Anwendung in der Nase verabreicht wurde, wurden keine Fälle von Anosmie (Verlust des Geruchssinns) berichtet. Es gibt allerdings zu wenige Informationen zu spezifischen Nebenwirkungen.

Was schränkt die Evidenz ein?
Unser Vertrauen in die Evidenz ist überwiegend niedrig bis sehr niedrig, d.h. die Ergebnisse weiterer Studien könnten von den Ergebnissen dieses Reviews abweichen. Mehrere Faktoren verringerten unser Vertrauen in die Evidenz. Erstens wurde in einigen Studien das Verfahren, wie die Studienteilnehmenden nach dem Zufallsprinzip den Behandlungsgruppen zugeteilt wurden, nicht ausreichend beschrieben. Unterschiede zwischen den Studiengruppen könnten daher auf Unterschiede zwischen den Teilnehmenden und nicht auf die Behandlung zurückzuführen sein. Zweitens war die Art, wie Zink verabreicht wurde, zwischen den Studien sehr unterschiedlich. Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den Studien sind wahrscheinlich weitere Studien erforderlich, bevor eindeutige Schlussfolgerungen gezogen werden können.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand vom 22. Mai 2023.

Nault D, Machingo TA, Shipper AG, Antiporta DA, Hamel C, Nourouzpour S, Konstantinidis M, Phillips E, Lipski EA, Wieland LS

Hilft die Einnahme von Medikamenten Menschen mit Friedreich-Ataxie?

1 week 4 days ago
Kernaussagen
  • Bei Menschen mit einer fortschreitenden genetisch bedingten Erkrankung namens Friedreich-Ataxie, die Nerven und Muskeln beeinträchtigt, hat die einjährige Einnahme von Medikamenten wahrscheinlich kaum oder gar keine Wirkungen auf die Ataxie-Symptome (Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen) oder die Sprachfähigkeit. Allerdings verbessert sich wahrscheinlich die Geschicklichkeit der oberen Extremitäten (die Koordinationsfähigkeit von Armen, Händen und Fingern).

  • Wir wissen nicht sicher, ob die Einnahme von Medikamenten bei Menschen mit Friedreich-Ataxie Wirkungen auf die Herzgesundheit, die Fähigkeit zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben oder die Reaktion des Körpers auf körperliche Betätigung hat.

  • Basierend auf der vorliegenden Evidenz ist es sehr ungewiss, ob die Medikamente unerwünschte Wirkungen hervorrufen.

Was ist die Friedreich-Ataxie?

Die Friedreich-Ataxie ist eine seltene Erbkrankheit, die Nerven und Muskeln betrifft und in der Regel im Kindesalter, im Alter zwischen 5 und 15 Jahren, auftritt. Es führt zu Schwierigkeiten bei der Bewegungsausführung, die sich zu Unsicherheit beim Stehen und Gehen entwickelt und dazu führt, dass die Betroffenen im späten Teenageralter oder in den frühen Zwanzigern auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Es kann mit einer Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose), einer Fußfehlstellung (Hohlfuß) und Herzproblemen einhergehen. Im Verlauf der Erkrankung treten häufig Sprachstörungen, Hörprobleme, Schwierigkeiten bei der Toilettenbenutzung, Muskelspastizität (unkontrollierbare Erhöhung der Muskelspannung), Depressionen, Angstzustände und Sehstörungen auf. Herzprobleme sind bei fast zwei Dritteln der Menschen mit Friedreich-Ataxie eine Ursache für einen vorzeitigen Tod.

Die klinische Untersuchung und Labortestungen sind für die Beurteilung des Krankheitsverlaufs nicht sehr aussagekräftig, was es erschwert, die Ergebnisse von Studien mit Personen mit Friedreich-Ataxie zu interpretieren.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die Friedreich-Ataxie?

Derzeit gibt es keine Heilung für die Friedreich-Ataxie. Es wurden verschiedene Medikamente ausprobiert. Ein neues Medikament, Omaveloxolon, wurde kürzlich in den USA und Europa für Menschen über 16 Jahre mit Friedreich-Ataxie zugelassen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob eines der in randomisierten klinischen Studien getesteten Medikamente dazu beiträgt, die Lebensqualität von Menschen mit Friedreich-Ataxie zu verbessern. Randomisierte klinische Studien sind Untersuchungen, bei denen einige Teilnehmer ein Medikament, andere ein Placebo erhalten – eine Substanz, die keinen medizinischen Nutzen hat, aber genauso aussieht wie das Wirkstoffpräparat. Keiner der an der Studie Beteiligten weiß, wer das Medikament und wer das Placebo erhält.

Dies ist die dritte Aktualisierung einer Cochrane-Übersichtsarbeit, die erstmals im Jahr 2009 veröffentlicht wurde.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach randomisierten klinischen Studien, in denen bei Menschen mit Friedreich-Ataxie ein Medikament mit einem Placebo verglichen wurde und die mindestens 12 Monate dauerten. Wir haben die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und unsere Einschätzung hinsichtlich dieser Evidenz bewertet, basierend auf Faktoren wie der Studienmethodik und der Anzahl der teilnehmenden Personen.

Was fanden wir heraus?

Wir haben acht Studien gefunden, von denen sieben über die Ergebnisse nach einer 12-monatigen Einnahme von Medikamenten oder Placebo berichteten. An den Studien nahmen insgesamt 574 Personen teil, deren Durchschnittsalter zwischen 18 und 35 Jahren lag. Die meisten Teilnehmenden (68 %) litten unter schwerer Ataxie, während 32 % eine mittelschwere Ataxie aufwiesen.

Die Studien wurden in Europa, Nordamerika und Australien durchgeführt. Vier davon wurden von der Pharmaindustrie durchgeführt (d. h. von Unternehmen, die die Medikamente herstellen).

In zwei Studien wurde ein Medikament namens Idebenon eingesetzt, während in den übrigen Studien jeweils ein anderes Medikament zum Einsatz kam: Coenzym Q10 in Kombination mit Vitamin E, Epoetin alpha, Omaveloxolon, Leriglitazon, Pioglitazon und RT001.

Wir stellten fest, dass nach einem Jahr wahrscheinlich kaum oder gar kein Unterschied im Ausmaß der Ataxie festzustellen war, unabhängig davon, ob die Teilnehmer Medikamente oder ein Placebo einnahmen (7 Studien, 513 Personen).

Wir sind uns sehr unsicher, ob das Medikament eine Wirkung auf die Herzgesundheit (gemessen an der Dicke des Herzmuskels), die Fähigkeit zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben oder die Ergebnisse bei speziellen Tests hat, mit denen die Reaktion des Körpers auf körperliche Belastung gemessen wird.

Wir haben festgestellt, dass das Medikament die Geschicklichkeit der oberen Extremitäten nach einem Jahr wahrscheinlich verbessert (3 Studien [getestet wurden Leriglitazon, Epoetin alpha und Omaveloxolon], 166 Personen).

Wir uns sehr unsicher, ob die Medikamente mehr unerwünschte Wirkungen verursachen als ein Placebo. Wir sind uns unsicher, ob es hinsichtlich der Anzahl der Personen, die die Einnahme abgebrochen haben, sowie der Anzahl der Personen, die während der Studienjahre verstorben sind, möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied zwischen denjenigen gibt, die das Medikament einnahmen, und denjenigen, die ein Placebo erhielten (6 Studien, 313 Personen).

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Wirkungen von Medikamenten bei Ataxie ist nur moderat. Das liegt daran, dass die Ergebnisse nicht sehr genau waren. Wir sind hinsichtlich der Wirkungen des Medikaments auf die Geschicklichkeit der oberen Extremitäten nur moderat überzeugt, da dies lediglich in kleinen Studien berichtet wurde. Wir hatten aufgrund der geringen Teilnehmerzahl in den Studien nur sehr wenig Vertrauen in die anderen Endpunkte. Die Studien lieferten unterschiedliche Ergebnisse, und in einigen Studien wurden nicht die Ergebnisse aller durchgeführten Untersuchungen veröffentlicht.

Es ist schwierig, die individuelle Wahrnehmung hinsichtlich der positiven Wirkungen eines neuen Medikaments zu messen, da diese davon abhängen kann, welche Erwartungen die Person vor Beginn der Einnahme hatte und ob sich ihre Erkrankung im Frühstadium oder bereits im fortgeschrittenen Stadium befindet.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz entspricht dem Stand vom 4. Februar 2025.

Lyons S, Kearney M, Fahey MC, Janjal P, Pandolfo M, Patton P

Ist der Prostata-spezifische Antigen-(PSA)-Test im Blut eine wirksame Früherkennungsuntersuchung für Prostatakrebs?

1 week 4 days ago
Kernaussagen
  • Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs senkt wahrscheinlich leicht das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben. Möglicherweise verringert er auch das Sterberisiko insgesamt. Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs hat wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss darauf, wie häufig fortgeschrittener Prostatakrebs diagnostiziert wird. Möglicherweise senkt er jedoch die Zahl der Diagnosen von metastasiertem Prostatakrebs – also Krebs, der bereits in andere Körperbereiche gestreut hat.

  • Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs erhöht wahrscheinlich die Zahl der Männer, bei denen Prostatakrebs festgestellt wird – insbesondere Krebs im Frühstadium. Dadurch besteht das Risiko, dass manche Männer eine Diagnose und Behandlung für einen Krebs erhalten, der ihnen im Laufe ihres Lebens möglicherweise keine Beschwerden oder gesundheitlichen Probleme verursacht hätte.

  • Ein neuerer Screening-Ansatz kombiniert den PSA-Test mit weiteren Blutmarkern und bildgebenden Untersuchungen der Prostata. Er entdeckt wahrscheinlich mehr Fälle von Prostatakrebs als kein Screening. Ob dadurch weniger Männer an Prostatakrebs oder insgesamt sterben, ist jedoch unklar.

Was ist der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs?

Prostatakrebs entsteht in der Prostata. Diese kleine Drüse liegt unterhalb der Blase und produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Männern und betrifft vor allem Männer über 50 Jahre. Wenn Prostatakrebs frühzeitig erkannt wird, lässt sie sich in der Regel erfolgreich behandeln. Früherkennungsuntersuchungen sollen Prostatakrebs möglichst früh erkennen, wenn möglicherweise noch keine Symptome vorliegen, oder bevor langsam wachsende Tumore Probleme verursachen.

Der PSA-Bluttest misst die Menge des sogenannten Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut. Erhöhte PSA-Werte können auf Prostatakrebs hinweisen. Bei Männern mit erhöhtem PSA-Wert wird häufig eine Biopsie durchgeführt. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen und auf Krebs untersucht. Anschließend werden Behandlungen wie Operationen oder Bestrahlungen durchgeführt. Diese Behandlungen können jedoch unerwünschte Wirkungen verursachen, zum Beispiel Harninkontinenz, häufigen oder starken Harndrang, Erektionsstörungen oder Darmprobleme.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob die Früherkennung von Prostatakrebs mit dem PSA-Test bei Männern ohne Beschwerden das Risiko senkt, an Prostatakrebs oder aus anderen Ursachen zu sterben. Wir wollten außerdem herausfinden, ob die PSA-Untersuchung:

  • Schaden verursacht;

  • die Lebensqualität von Männern beeinträchtigt; und

  • ob sich die Früherkennung darauf auswirkt, wie häufig Prostatakrebs diagnostiziert wird und in welchem Stadium der Krebs entdeckt wird – ob er noch auf die Prostata begrenzt ist, bereits über die Prostata hinausgewachsen ist oder sich auf andere Körperteile ausgebreitet hat (metastasiert ist).

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, die PSA-Screening bei Männern ohne Krebsbeschwerden mit keinem Screening verglichen. Wir verglichen und fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und bewerteten, wie vertrauenswürdig die Evidenz ist. Dabei berücksichtigten wir unter anderem die Studienmethoden und die Anzahl der eingeschlossenen Männer.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden sechs Studien mit insgesamt 789.086 Männern. Die meisten Teilnehmer waren weiß. Die Studien wurden in Kanada, Europa und den USA durchgeführt. Die Männer waren zwischen 45 und 80 Jahre alt und wurden über einen Zeitraum von 3,2 bis 23 Jahren beobachtet.

Hauptergebnisse

Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs:

  • verringert wahrscheinlich das Risiko, innerhalb einer Nachbeobachtung von 23 Jahren an Prostatakrebs zu sterben: Pro 1000 untersuchte Männer sterben 2 Männer weniger an Prostatakrebs (Evidenz aus einer Studie mit 162.241 Männern);

  • verringert möglicherweise das Risiko, an irgendeiner Ursache zu sterben: Pro 1000 untersuchte Männer sterben möglicherweise 5 weniger an Prostatakrebs (4 Studien, 675.121 Männer);

  • hat möglicherweise kaum oder gar keinen Einfluss auf die Zahl der Männer mit schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen, wie Todesfällen infolge einer Biopsie oder einer Behandlung von Prostatakrebs (1 Studie, 408.721 Männer);

  • beeinflusst möglicherweise kaum oder gar nicht die Lebensqualität der Männer (1 Studie, 969 Männer).

Was die Diagnose von Prostatakrebs betrifft, gibt es Evidenz aus einer Studie mit 162.236 Männern, dass der PSA-Test:

  • wahrscheinlich die Zahl der Männer erhöht, bei denen Prostatakrebs oder lokal begrenzter Prostatakrebs diagnostiziert wird: Pro 1000 untersuchte Männer wird bei 36 weiteren Männern Prostatakrebs jeglicher Art und bei 34 weiteren Männern lokal begrenzter Krebs diagnostiziert;

  • wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf die Diagnose von fortgeschrittenem Prostatakrebs hat;

  • möglicherweise die Zahl der Diagnosen von metastasierendem Krebs senkt: möglicherweise 5 Männer weniger pro 1000 gescreenten Männern.

Wir fanden keine Evidenz zu weiteren unerwünschten Wirkungen der Früherkennung. Dazu gehörten Probleme nach Biopsien, wie schwere Infektionen oder Krankenhausaufenthalte, sowie Beschwerden nach Behandlungen, zum Beispiel Harnwegsprobleme, Erektionsstörungen oder Darmprobleme.

In einer Studie mit 60.745 Männern wurde ein neuerer Screening-Ansatz untersucht. Dabei wurde der PSA-Bluttest mit weiteren Bluttests und bildgebenden Untersuchungen der Prostata kombiniert. Dieser Ansatz macht im derzeit überblickten Zeitraum von gut drei Jahren wahrscheinlich bei der Zahl der Prostatakrebsdiagnosen nur einen kleinen Unterschied im Vergleich zu keinem Screening In dieser Studie wurde nicht berichtet, ob sich das Screening auf die Zahl der Todesfälle ausgewirkt hat.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir haben moderates Vertrauen in die Evidenz einer großen, gut durchgeführten Langzeitstudie. In die Evidenz aus den übrigen fünf Studien haben wir weniger Vertrauen, da es Bedenken hinsichtlich der Durchführung der Studien gibt und sich ihre Ergebnisse unterscheiden.

Diese Übersichtsarbeit liefert nur wenige Informationen zu den unerwünschten Wirkungen der Früherkennung. Die eingeschlossenen Studien erfassten solche Daten meist nicht – insbesondere nicht seltene oder erst später auftretende Folgen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Dies ist eine Aktualisierung unseres Reviews aus dem Jahr 2013. Die Evidenz ist auf den Stand vom 19. November 2025.

Franco JVA, Hwang EC, Jung JH, Vaimberg O, Ilic D, Cleves A, Dahm P

Hilft Plasma (ein Blutprodukt) von Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben, bei der Behandlung von COVID-19?

1 week 5 days ago
Kernaussagen
  • Plasma aus dem Blut von Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben (sog. Rekonvaleszenzplasma), hilft Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19 nicht.

  • Ob Rekonvaleszenzplasma bei Menschen mit einem leichten COVID-19-Verlauf kaum oder gar keinen Unterschied macht, ist unklar.

  • Wir benötigen noch weitere Evidenz über Menschen mit einem leichten COVID-19-Verlauf, über asymptomatische Personen und über Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Was ist Rekonvaleszezplasma?

Als eine seiner Abwehrmaßnahmen gegen Infektionen produziert das Immunsystem Antikörper. Antikörper befinden sich als Bestandteile des Bluts im sogenannten Plasma. Das Plasma von Menschen, die sich vom COVID-19-Virus erholt haben, enthält COVID-19-Antikörper. Daraus lässt sich Rekonvaleszenzplasma herstellen, also Plasma, das diese Antikörper enthält.

Rekonvaleszenzplasma wurde erfolgreich zur Behandlung einiger anderer viraler Infektionen eingesetzt. Diese Behandlung (über eine Tropfinfusion oder eine Injektion) ist im Allgemeinen gut verträglich, kann aber dennoch unerwünschte Wirkungen haben.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob Rekonvaleszenzplasma Menschen mit bestätigter COVID-19-Erkrankung hilft. Wir untersuchten:

  • Todesfälle jeglicher Ursache;

  • Verschlechterung des Gesundheitszustands der Menschen, gemessen an der Zahl derjenigen, die auf ein Beatmungsgerät angewiesen waren oder starben;

  • Verbesserung des Gesundheitszustands der Menschen, gemessen an der Zahl der aus dem Krankenhaus entlassenen Patienten;

  • die Lebensqualität;

  • unerwünschte Wirkungen.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen Rekonvaleszenzplasma zur Behandlung von Menschen mit COVID-19-Erkrankung untersucht wurde. Wir schlossen Studien ein, die überall auf der Welt durchgeführt wurden und Personen mit leichtem, mittelschwerem oder schwerem COVID-19-Verlauf einbezogen.

Soweit möglich, haben wir die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und analysiert. Wir bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz auf der Grundlage von Faktoren wie Studienmethoden und der Anzahl der eingeschlossenen Personen.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 48 Studien mit insgesamt 24.518 Teilnehmenden gefunden. Davon bezogen sich 42 Studien auf Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19-Verlauf, und sechs Studien bezogen sich auf Menschen mit leichtem COVID-19-Verlauf. Die folgenden Ergebnisse vergleichen Rekonvaleszenzplasma mit einem Placebo (einer „Scheinbehandlung“, die keine Wirkstoffe enthält, aber genauso verabreicht wird wie das zu testende Medikament) oder der Regelversorgung von COVID-19-Patienten.

Menschen mit moderater bis schwerer COVID-19-Erkrankung

Bei Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19 hat Rekonvaleszenzplasma:

  • keinen Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit bis zu 28 Tage nach der Behandlung. Von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, starben etwa 230, verglichen mit 220 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (31 Studien, 20.798 Personen).

  • hat kaum oder gar keinen Einfluss darauf , ob man auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist oder stirbt . Etwa 291 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, benötigten ein Beatmungsgerät oder starben, verglichen mit 300 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (8 Studien, 15.189 Personen).

  • ändert nichts daran, ob Menschen aus dem Krankenhaus entlassen werden. In beiden Gruppen wurden etwa 670 von 1000 Personen innerhalb von 28 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen (9 Studien, 13.930 Personen).

  • kann möglicherweise zu keinem Unterschied in der Lebensqualität der Betroffenen führen (1 Studie, 483 Personen).

  • hat wahrscheinlich keinen Einfluss auf schwerwiegende unerwünschte Wirkungen. Etwa 109 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, hatten schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, verglichen mit 129 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (11 Studien, 5298 Personen).

Menschen mit leichter COVID-19-Erkrankung
  • Wir sind uns nicht sicher, ob Rekonvaleszenzplasma die Gesamtsterblichkeit bis zu 28 Tage nach der Behandlung senkt. Etwa 8 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, starben, verglichen mit 10 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (3 Studien, 1004 Personen).

  • Wir sind uns nicht sicher, ob Rekonvaleszenzplasma die Zahl der Krankenhauseinweisungen oder die Sterblichkeit innerhalb von 28 Tagen nach der Behandlung senkt. Etwa 106 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, wurden ins Krankenhaus eingeliefert oder starben, verglichen mit 48 von 1000 Personen, die Rekonvaleszenzplasma erhielten (2 Studien, 493 Personen).

  • Die Verabreichung von Rekonvaleszenzplasma führt möglicherweise zu keinem Unterschied hinsichtlich der Zeit bis zum Abklingen der COVID-19-Symptome (1 Studie, 376 Personen).

  • In keiner der Studien wurde die Lebensqualität der Betroffenen gemessen.

  • Wir sind uns nicht sicher, ob Rekonvaleszenzplasma einen Einfluss auf schwerwiegende unerwünschte Wirkungen hat . Etwa 174 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, hatten schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, verglichen mit 150 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (2 Studien, 494 Personen).

Was schränkt die Evidenz ein?

Was Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19 betrifft, sind wir von der Evidenz über die Zahl der Todesfälle jeglicher Ursache sowie darüber, ob sich der Zustand der Betroffenen verschlechtert oder verbessert hat, sehr überzeugt. Diese Ergebnisse beruhen auf zahlreichen hochwertigen Studien mit übereinstimmenden Ergebnissen. Wir sind hinsichtlich der Evidenz für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen nur mäßig überzeugt, da diese Wirkungen in den Studien oft nur bei den mit Rekonvaleszenzplasma behandelten Personen oder gar nicht angegeben wurden.

Was Menschen mit einem leichten COVID-19-Verlauf betrifft, haben wir wenig bis gar kein Vertrauen in die Evidenz, da wir in vielen der Studien nicht genügend übereinstimmende Ergebnisse feststellen konnten.

Keine Studie berichtete über die Lebensqualität bei Menschen mit leichter Erkrankung und es liegt nur wenig Evidenz zur Wirkung von Rekonvaleszenzplasma in dieser Gruppe vor.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Dies ist eine Aktualisierung unserer letzten Bewertung, die 2023 veröffentlicht wurde. Die Evidenz ist auf dem Stand von Oktober 2024.

Iannizzi C, Chai KL, Piechotta V, Monsef I, Wood EM, Lamikanra AA, Roberts DJ, McQuilten Z, So-Osman C, Jindal A, Estcourt LJ, Skoetz N, Kreuzberger N

Wie wirkt sich der Kontakt mit Gerüchen auf die körperliche und kognitive Entwicklung von Frühgeborenen aus?

2 weeks 5 days ago
Kernaussagen
  • Der Geruch der Muttermilch der eigenen Mutter verkürzt möglicherweise leicht die Zeit, bis Frühgeborene vollständig über den Mund ernährt werden können. Gerüche wie Vanille oder Zimt verringern möglicherweise leicht, wie häufig Frühgeborene Atemaussetzer haben. Der Duft von Rosen oder der Geruch der Eltern verkürzt möglicherweise leicht die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Für alle anderen Ergebnisse ist die Evidenz sehr unsicher.

  • Künftige Studien sollten mehr Säuglinge einschließen, methodisch besser durchgeführt werden und Endpunkte wie Atemprobleme, niedrige Sauerstoffwerte im Blut, ausschließliches Stillen und die langfristige neurologische Entwicklung untersuchen.

Was ist eine Frühgeburt?

Eine Schwangerschaft dauert normalerweise zwischen 37 und 42 Wochen. Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Frühgeborene hatten vor der Geburt weniger Zeit, sich vollständig zu entwickeln. Ihre Organe sind häufig noch nicht ausreichend entwickelt, um selbstständig zu funktionieren. Deshalb benötigen sie oft intensivmedizinische Versorgung und haben ein erhöhtes Risiko für Atem- und Ernährungsprobleme, Infektionen sowie langfristige Entwicklungsstörungen.

Was ist olfaktorische Stimulation und wie funktioniert sie?

Frühgeborene brauchen oft Zeit, um die Fähigkeiten und die körperliche Kraft zu entwickeln, die sie zum Trinken über den Mund benötigen. Bis dahin werden sie häufig über eine Sonde ernährt, die bis in den Magen reicht. Bei der olfaktorischen Stimulation werden Frühgeborene im Krankenhaus gezielt verschiedenen Gerüchen ausgesetzt. So soll untersucht werden, ob sie dadurch schneller mit dem Stillen oder Trinken beginnen können. Verwendet werden dabei z. B. Muttermilchgeruch, Lebensmittelgerüche wie Vanille oder Zimt sowie andere Gerüche wie Rosenduft oder der Geruch der Eltern.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob die gezielte Exposition gegenüber Gerüchen bei Frühgeborenen im Krankenhaus hilfreich und sicher ist und ihr kurzfristiges sowie langfristiges Wohlbefinden fördern kann. Insbesondere wollten wir untersuchen, ob die Geruchsstimulation im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung), keiner Behandlung oder der üblichen Versorgung:

  • die Zahl der Säuglinge mit Apnoe (kurzen Atemaussetzern) verringert;

  • die Zahl der Säuglinge mit niedrigen Sauerstoffwerten im Blut verringert;

  • die Dauer des Krankenhausaufenthalts verkürzt;

  • die Zeit verkürzt, bis die Säuglinge vollständig selbst mit dem Mund trinken können;

  • die Zahl der Säuglinge erhöht, die ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden;

  • die Zahl der Kinder verringert, die im Alter von 18 bis 24 Monaten blind oder taub sind.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen die Geruchsstimulation bei Frühgeborenen mit Placebo, keiner Behandlung oder der üblichen Versorgung verglichen wurde.

Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie der Studiengröße und den verwendeten Methoden.

Was fanden wir heraus?

Wir schlossen 14 Studien mit 1087 Säuglingen ein. Neun Studien verwendeten den Geruch der Muttermilch der eigenen Mutter, fünf Studien Lebensmittelgerüche wie Vanille, Zimt oder Anis, und drei Studien andere Gerüche wie Rosenduft oder den Geruch der Eltern. In allen Studien wurden diese Gerüche mit keiner Behandlung, Placebo oder der üblichen Versorgung verglichen.

Hauptergebnisse

Der Geruch der Muttermilch der eigenen Mutter verkürzt möglicherweise leicht die Zeit, bis Säuglinge vollständig mit dem Mund trinken können. Es ist unklar, ob dieser Geruch die Häufigkeit von Atemaussetzern oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts beeinflusst.

Gerüche wie Zimt, Vanille oder Anis verringern möglicherweise leicht die Häufigkeit von Atemaussetzern. Es ist unklar, ob diese Gerüche die Dauer des Krankenhausaufenthalts oder die Zeit bis zum vollständigen Trinken mit dem Mund beeinflussen.

Rosenduft oder der Geruch der Eltern verkürzen möglicherweise leicht die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Es ist unklar, ob diese Gerüche die Häufigkeit von Atemaussetzern oder die Zeit bis zum vollständigen Trinken mit dem Mund beeinflussen.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir haben nur wenig Vertrauen in diese Ergebnisse, da die eingeschlossenen Studien methodische Schwächen hatten und nur wenige Säuglinge einschlossen. Außerdem berichteten mehrere Studien nicht über alle Endpunkte, die für uns wichtig waren.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Es wurden Studien berücksichtigt, die bis zum 2. April 2025 veröffentlicht wurden.

Lenells M, Prescott MG, Wróblewska-Seniuk K, Fiander M, Soll RF, Bruschettini M, supported by the Cochrane Neonatal Review Group and Cochrane Sweden

Wie wirksam sind Maßnahmen zur Sturzprävention bei älteren Menschen im Krankenhaus?

3 weeks 1 day ago
Kernaussagen
  • Eine maßgeschneiderte Aufklärung, die sich an Personal, Patient*innen und Angehörige richtet und mehrere Maßnahmen kombiniert, senkt wahrscheinlich die Zahl der Stürze und das Risiko zu stürzen.

  • Organisatorische Veränderungen in der Versorgung – also Veränderungen daran, wie ein Krankenhaus die Versorgung mit dem Ziel der Sturzprävention organisiert – senken in Akutkrankenhäusern wahrscheinlich die Zahl der Stürze.

  • Multifaktorielle Interventionen – also Maßnahmenpakete, bei denen nach einer individuellen Einschätzung des Sturzrisikos zwei oder mehr Arten von Maßnahmen kombiniert werden – senken wahrscheinlich die Zahl der Stürze und das Risiko zu stürzen. Die Ergebnisse sind jedoch nicht ganz eindeutig: Es ist auch möglich, dass diese Interventionen keine Wirkung haben oder die Zahl der Stürze sogar leicht erhöhen.

  • Körperliche Aktivität hat insgesamt möglicherweise nur geringe oder keine Wirkungen auf das Sturzrisiko im Krankenhaus.

  • Über alle Interventionsarten hinweg senken Sturzpräventionsprogramme möglicherweise die Zahl der Stürze bei älteren Menschen im Krankenhaus, wenn sie gut in die Abläufe vor Ort eingebunden sind, an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Patient*innen angepasst werden und Patient*innen sowie Angehörige oder Betreuungspersonen aktiv einbeziehen.

  • Es sind weitere Studien nötig, um besser beurteilen zu können, wie wirksam die verschiedenen Maßnahmen zur Sturzprävention in Krankenhäusern sind. Das gilt besonders für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen – also Gedächtnis- oder Denkproblemen – sowie für Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

Warum ist es wichtig, Stürze älterer Menschen in Krankenhäusern zu reduzieren?

Stürze bei älteren Menschen im Krankenhaus kommen häufig vor. Sie können dazu führen, dass Betroffene ihre Selbstständigkeit verlieren, sich verletzen oder in manchen Fällen sogar sterben. Wirksame Maßnahmen zur Sturzprävention sind daher wichtig.

Wie werden die Maßnahmen zur Erfassung von Stürzen beschrieben?

Studien zu Maßnahmen zur Verringerung von Stürzen bei älteren Menschen werden nach Art der Intervention gruppiert. Dabei dient ein Klassifizierungssystem zur Sturzprävention (Taxonomie), das vom „Prevention of Falls Network Europe“ (ProFaNE) entwickelt wurde, als Orientierung.

Interventionen werden in drei Gruppen eingeteilt: einzelne, multifaktorielle und kombinierte Maßnahmen.

  • Einzelne Maßnahmen: Eine bestimmte Art von Maßnahme wird allen Teilnehmenden der Gruppe angeboten. Zu dieser Kategorie gehören körperliche Aktivität, Maßnahmen zur Verbesserung der Medikamentenverordnung (Medikamentenoptimierung), Anpassungen der Umgebung oder unterstützende Technologien, Aufklärung sowie organisatorische Veränderungen in der Versorgung, also Änderungen daran, wie ein Krankenhaus die Versorgung organisiert, um Stürze zu verringern. Maßnahmen zur Aufklärung über Stürze und deren Vorbeugung für Personal, Patient*innen und/oder Angehörige werden als eigene Gruppe zusammengefasst.

  • Multifaktorielle Maßnahmen: Nach einer Einschätzung des individuellen Sturzrisikos werden zwei oder mehr Arten von Maßnahmen gezielt ausgewählt und kombiniert. 

  • Kombinierte Maßnahmen: Alle Teilnehmenden erhalten dieselbe Kombination von Interventionen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Maßnahmen Stürze bei älteren Menschen im Krankenhaus verringern – sowohl die Zahl der Stürze (Sturzrate) als auch die Wahrscheinlichkeit, zu stürzen (Sturzrisiko). Außerdem untersuchten wir, wie sich die Maßnahmen auf das Risiko für Knochenbrüche, mögliche unerwünschte Wirkungen und die Kosten auswirken.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen die Ergebnisse von Personen untersucht wurden, die an Maßnahmen zur Sturzprävention teilnahmen, und verglichen diese mit den Ergebnissen von Personen ohne solche Maßnahmen. Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie Studiengröße und Methoden.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 55 Studien mit insgesamt 104.474 Teilnehmenden gefunden. Im Durchschnitt waren die Teilnehmenden 79 Jahre alt, und 45 % waren Frauen.

  • Aufklärung – für Personal, Patient*innen und Angehörige sowie als Teil von Maßnahmenpaketen – senkt wahrscheinlich die Zahl der Stürze und das Risiko zu stürzen.

  • Änderungen in der Versorgungsorganisation von Akutkrankenhäusern senken wahrscheinlich die Sturzrate. Wir sind uns nicht sicher, ob sich Änderungen in der Versorgungsorganisation auf das Sturzrisiko auswirken. Es wurden keine Studien gefunden, die die Umstellung des Versorgungsmodells in Einrichtungen der subakuten Versorgung untersucht haben.

  • Wir sind uns nicht sicher, welche Wirkungen körperliche Aktivität auf die Sturzrate hat. Körperliche Aktivität hat insgesamt möglicherweise nur geringe oder keine Wirkungen auf das Sturzrisiko im Krankenhaus.

  • Wir sind uns nicht sicher, welche Wirkungen eine Optimierung der Medikamenteneinnahme auf Stürze hat.

  • Multifaktorielle Maßnahmen senken wahrscheinlich die Sturzrate und das Sturzrisiko. Die Ergebnisse lassen jedoch auch die Möglichkeit offen, dass sie keine Wirkung haben oder die Sturzhäufigkeit leicht erhöhen.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Ergebnisse ist begrenzt und reicht von mäßig bis sehr gering. Das lag unter anderem daran, dass die Teilnehmenden in den meisten Studien wussten, welche Behandlung sie erhielten, und dass nicht alle Studien zu allen für uns wichtigen Endpunkten berichteten. Zudem gab es bei einigen Studien Probleme mit der Art und Weise, wie die Daten erhoben wurden.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Dieser Review ist eine Aktualisierung von früheren Versionen des Reviews aus den Jahren 2010, 2012 und 2018. Die Evidenz ist auf dem Stand vom 28. Oktober 2025.

McLennan C, Dyer SM, Kwok WS, Suen J, Marin TS, Haley M, Murray GR, Sutcliffe K, Kneale D, Sherrington C, Cameron ID

Beeinflusst die Tageszeit, zu der eine Herzoperation durchgeführt wird, die Behandlungsergebnisse?

3 weeks 5 days ago
Kernaussagen
  • Die Tageszeit, zu der eine Herzoperation mit Herz-Lungen-Maschine durchgeführt wird, könnte die Behandlungsergebnisse beeinflussen.

  • Wir fanden eine kleine Studie, die darauf hindeutet, dass spätere Herzoperationen (Beginn am Nachmittag) Herzmuskelschäden im Vergleich zu früheren Operationen (Beginn am Morgen) verringern könnten. Für das Überleben während des Krankenhausaufenthalts, Herzinfarkte, Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts ergaben sich jedoch keine klaren Hinweise auf einen Unterschied. Wir fanden keine Studien zu kurz- oder langfristigem Überleben nach der Entlassung, zur Herzfunktion, zur Dauer der intensivmedizinischen Behandlung oder zur Lebensqualität nach der Operation.

  • Weitere Forschung ist notwendig, um zu klären, ob eine spätere Terminierung von Herzoperationen die Behandlungsergebnisse verbessert.

Was ist eine Herzoperation, und warum könnte der Zeitpunkt wichtig sein?

Herzoperationen werden häufig durchgeführt, um Erkrankungen der Herzklappen oder der Blutgefäße zu behandeln, die die Blutversorgung des Herzens sicherstellen. Viele Eingriffe erfordern den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine, die während der Operation vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge übernimmt.

Der menschliche Körper folgt einem natürlichen 24-Stunden-Rhythmus (zirkadianer Rhythmus), der auch die Herzfunktion beeinflusst. Einige Studien deuten darauf hin, dass das Herz den Belastungen einer Operation am Nachmittag besser standhalten könnte, was das Risiko für Komplikationen verringern könnte. Die Evidenz ist jedoch unklar. Es ist daher wichtig zu untersuchen, ob eine Anpassung der Operationszeiten die Behandlungsergebnisse verbessern kann.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob eine Herzoperation am Nachmittag im Vergleich zu einer Operation morgens bzw. am Vormittag das Überleben verbessert, Herzschäden verringert und Komplikationen verhindert.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach randomisierten kontrollierten Studien, in denen Ergebnisse von Personen verglichen wurden, die morgens bzw. vormittags oder nachmittags operiert wurden. Wir wollten die Ergebnisse der Studien vergleichen und zusammenfassen. Außerdem bewerteten wir, wie vertrauenswürdig die Evidenz ist, zum Beispiel anhand der Studienmethoden und der Anzahl der Teilnehmenden.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden eine Studie mit 88 Teilnehmenden, in der Operationen morgens bzw. vormittags mit Operationen nachmittags verglichen wurden.

  • Überleben: Es wurde nicht berichtet, ob der Zeitpunkt der Operation das kurz- oder langfristige Überleben beeinflusst. In der eingeschlossenen Studie starb während des Krankenhausaufenthalts keine Person.

  • Herzinfarkte: Es gab keinen klaren Unterschied in der Anzahl der Herzinfarkte während oder nach der Operation zwischen Operationen am Morgen/Vormittag und am Nachmittag.

  • Herzmuskelschädigung: Die Studie deutet darauf hin, dass Herzmuskelschäden – gemessen anhand eines Bluttests (Troponin) – bei Operationen am Nachmittag geringer sein könnten.

  • Komplikationen: Es zeigte sich kein Unterschied bei Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), der Herzfunktion oder der Dauer des Krankenhausaufenthalts.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Evidenz ist begrenzt, da nur eine kleine Studie gefunden wurde. Es ist unklar, ob der Operationszeitpunkt tatsächlich einen Einfluss hat oder ob die Ergebnisse zufällig zustande kamen. Es werden weitere hochwertige Studien mit mehr Teilnehmenden benötigt.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Es wurden Studien bis zum 26. Januar 2025 berücksichtigt.

Liu Z, Penny-Dimri JC, Nagel M, Plummer M, Segal R, Morley PT, Smith J, Perry LA

Können Vitamin D-Präparate bei Kindern bis einschließlich fünf Jahren Arzt- oder Krankenhausbesuche wegen akuter Atemwegsinfektionen verringern?

4 weeks 2 days ago
Kernaussagen
  • Vitamin-D-Präparate verringern im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung) möglicherweise geringfügig die Zahl der Kleinkinder, die wegen einer plötzlich auftretenden Infektion der Atemwege und der Lunge (akute Atemwegsinfektionen) ärztlich behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Sie haben wahrscheinlich keinen Einfluss darauf, wie häufig solche Arzt- oder Krankenhausbesuche insgesamt pro Kind vorkommen. Höhere Vitamin-D-Dosen führen im Vergleich zu niedrigeren Dosen wahrscheinlich nicht dazu, dass weniger Kinder wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztlich behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Auch die durchschnittliche Zahl solcher Besuche pro Kind wurde dadurch nicht verringert (hierzu lagen allerdings nur Daten aus einer Studie vor).

  • Vitamin-D-Präparate scheinen sicher zu sein. Sie erhöhen das Risiko für einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut wahrscheinlich nicht oder kaum.

  • Um sicher zu wissen, ob Vitamin D akuten Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern vorbeugt, braucht es weitere hochwertige Studien mit einem Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung).

Was sind akute Atemwegsinfektionen?

Akute Atemwegsinfektionen sind Infektionen, die plötzlich beginnen und Nase, Ohren, Rachen, Atemwege oder Lunge betreffen können. Bei Kindern unter fünf Jahren gehören sie weltweit zu den wichtigsten Ursachen für Krankheit und Tod. Akute Atemwegsinfektionen werden durch Viren oder Bakterien verursacht und sind bei Kindern dieser Altersgruppe ein häufiger Grund für Arzt- oder Krankenhausbesuche. Typische Symptome sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber und Atembeschwerden. Bei Kindern unter fünf Jahren können zusätzlich schnelle Atmung, pfeifende Atemgeräusche, Trink- oder Essprobleme, Erbrechen sowie ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Reizbarkeit auftreten.

Was ist Vitamin D und warum ist es wichtig?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem für seine Rolle bei der Knochengesundheit bekannt ist. Es trägt außerdem zur Entwicklung eines gesunden Immunsystems bei, also der körpereigenen Abwehr gegen Infektionen. Der Körper bildet Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht. Zusätzlich wird es über wenige Lebensmittel, angereicherte Produkte oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen. Viele schwangere Frauen und Kleinkinder weltweit bekommen zu wenig Vitamin D, zum Beispiel wegen zu wenig Sonnenlicht, ihrer Ernährung oder anderer Faktoren. Das könnte das Risiko für akute Atemwegsinfektionen bei Kindern erhöhen.

Was wollten wir herausfinden?

Ziel dieser Übersichtsarbeit war es herauszufinden, ob Vitamin D während der Schwangerschaft oder in der frühen Kindheit Folgendes verringert:

  • die Zahl der Kleinkinder, die wegen einer akuten Atemwegserkrankung einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen müssen;

  • die Häufigkeit, mit der jedes Kind wegen akuter Atemwegsinfektionen einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen muss;

  • Außerdem wollten wir herausfinden, ob Vitamin D Schäden verursacht, indem es den Kalziumspiegel im Blut bei Schwangeren oder Kindern zu stark erhöht.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, die entweder Folgendes verglichen haben:

  • die Gabe von Vitamin D im Vergleich zu einem Placebo (einer Scheinbehandlung); oder

  • die Einnahme einer höheren Dosis Vitamin D im Vergleich zu einer niedrigeren Dosis.

Wir haben die Ergebnisse verglichen und zusammengefasst und anhand der Qualität der Studienmethoden bewertet, wie sicher wir uns hinsichtlich der Evidenz sein können.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 107 Studien mit insgesamt 31.521 schwangeren Frauen und Kindern gefunden. Vitamin D wurde während der Schwangerschaft, in der frühen Kindheit oder in beiden Phasen verabreicht. Menge und Zeitpunkt der Vitamin-D-Gabe waren unterschiedlich. Es wurde meist täglich verabreicht, manchmal jedoch auch seltener, unter anderem in Form von hohen Einzeldosen. Die Studien wurden in vielen verschiedenen Ländern durchgeführt. Die Studiendauer reichte pro Teilnehmerin bzw. pro Kind von einem Tag bis zu 18 Monaten. Die Studien wurden in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Gemeinden oder Privathaushalten durchgeführt.

Im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung) verringert eine Vitamin-D-Supplementierung möglicherweise geringfügig die Zahl der Kinder, die wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztlich behandelt werden müssen. Vitamin D verringert wahrscheinlich nicht, wie oft ein Kind im Durchschnitt wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss.

Im Vergleich zu niedrigeren Dosen verringern höhere Vitamin-D-Dosen wahrscheinlich weder die Zahl der Kinder, die wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztliche Hilfe benötigen, noch die durchschnittliche Häufigkeit solcher Besuche pro Kind.

Vitamin-D-Präparate scheinen sicher zu sein. Erhöhte Kalziumwerte im Blut traten selten auf. Eine Vitamin-D-Supplementierung hat möglicherweise kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko, bei Schwangeren und Kleinkindern solche erhöhten Werte zu entwickeln.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist niedrig, dass Vitamin D die Zahl der Arzt- oder Krankenhausbesuche wegen akuter Atemwegsinfektionen senkt. Die Ergebnisse waren von Studie zu Studie unterschiedlich: Einige weisen auf einen kleinen Nutzen hin, andere zeigen keine klare Wirkung.

Viele Studien waren klein, was ihre Aussagekraft einschränkt. Außerdem erschwerten Unterschiede bei der Vitamin-D-Dosierung und bei der Erfassung akuter Atemwegsinfektionen, die Ergebnisse der Studien zusammenzufassen und zu interpretieren.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Diese Evidenz ist auf dem Stand vom 18. März 2025.

van Arragon M, Grant CC, Scragg RKR, Jordan VMB

Welche Operation hilft am besten, wenn sich die Blase absenkt und auf die vordere Scheidenwand drückt?

4 weeks 2 days ago
Kernaussagen

- Im Vergleich zu einer Operation mit körpereigenem Gewebe führt ein dauerhaftes Netz, das durch die Scheide eingesetzt wird, wahrscheinlich dazu, dass weniger Frauen erneut Beschwerden durch den Prolaps haben. Dazu gehören das Gefühl einer Schwellung oder Vorwölbung in der Scheide, ein erneuter Vorfall oder die Notwendigkeit einer weiteren Operation.

- Wenn ein dauerhaftes Netz durch die Scheide eingesetzt wird, kommt es wahrscheinlich häufiger zu neu auftretenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr als wenn das Netz über den Bauchraum eingesetzt wird.

- Zukünftige Studien sollten neue Netzimplantate oder andere dauerhaft haltbare Materialien untersuchen und dabei auch berücksichtigen, wie sich die Behandlungen auf die Lebensqualität der Frauen auswirken.

Was ist ein Beckenorganprolaps und wie wird er behandelt?

Eine Absenkung der Beckenorgane ist bei Frauen häufig, besonders nach Geburten und nach den Wechseljahren. Dabei senken sich die Beckenorgane nach unten, in die Scheide hinein oder auch nach außen. Ein „Prolaps des vorderen Kompartiments“ bedeutet, dass sich die Blase nach unten senkt und gegen die vordere Scheidenwand drückt. Das kann ein unangenehmes Druck- oder Schweregefühl verursachen, zu ungewolltem Urinverlust führen und Probleme beim Geschlechtsverkehr machen. Diese Probleme können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben.

Ein Beckenorganprolaps kann operativ behandelt werden. Bei der Operation können unterschiedliche Materialien verwendet werden: körpereigenes Gewebe und Bänder der Patientin, natürliches Material als biologisches Transplantat, künstliches Material, das sich mit der Zeit auflöst und vom Körper aufgenommen wird, dauerhaftes künstliches Material, also ein permanentes Netz. Die Operation kann auf verschiedenen Wegen durchgeführt werden: durch die Scheide, über einen größeren Schnitt im Bauch oder über kleine Schnitte im Bauch (Schlüsselloch-Operation). Manchmal wird die minimalinvasive Operation auch mit Unterstützung eines Roboters durchgeführt.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Operationsmethode am wirksamsten ist und das geringste Risiko für unerwünschte Wirkungen birgt. Wir wollten herausfinden, wie sich die verschiedenen Operationsmethoden auswirken auf: Beschwerden durch den Prolaps, ob der Prolaps wieder auftritt, ob erneut eine Operation wegen des Prolaps nötig ist, ob eine Operation wegen Harninkontinenz erforderlich wird, ob eine weitere Operation nötig ist, weil das Netz Probleme macht (z. B. wenn es in die Scheide ragt) sowie auf neue oder anhaltende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen verschiedene Operationsmethoden zur Behandlung eines Prolaps des vorderen Kompartiments verglichen wurden.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 41 Studien mit insgesamt 4531 Frauen mit einem Prolaps des vorderen Kompartiments. In den meisten Studien wurden die Ergebnisse ein bis zwei Jahre nach der Operation ausgewertet.

Operation mit körpereigenem Gewebe im Vergleich zu einer Operation mit biologischem Transplantat (1 bis 2 Jahre nach der Operation)

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe tritt der Prolaps wahrscheinlich häufiger erneut auf als nach einer Operation mit biologischem Transplantat (8 Studien, 707 Frauen). Wenn zum Beispiel bei 21 von 100 Frauen nach einem biologischen Transplantat der Prolaps wieder auftritt, wären es nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe etwa 24 bis 40 von 100 Frauen.

Beide Operationsmethoden führen wahrscheinlich zu ähnlichen Ergebnissen beim Wahrnehmen eines Prolaps (z. B. das Gefühl einer Vorwölbung) (5 Studien, 515 Frauen), bei Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (2 Studien, 151 Frauen) und möglicherweise auch bei der Notwendigkeit erneuter Operationen wegen eines Prolaps (6 Studien, 524 Frauen).

Zu Operationen wegen Harnverlust und zu neu auftretenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr liegen keine Daten aus den Studien vor.

Operation mit körpereigenem Gewebe im Vergleich zu einem dauerhaft eingesetzten Netz über die Scheide (1 bis 2 Jahre nach der Operation)

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe bemerken Frauen den Prolaps wahrscheinlich häufiger als nach einer dauerhaften Netzimplantation (10 Studien, 1203 Frauen). Wenn zum Beispiel 13 von 100 Frauen nach einer Netzimplantation den Prolaps wahrnehmen, sind es nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe etwa 17 bis 29 von 100 Frauen.

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe tritt der Prolaps möglicherweise etwas häufiger erneut auf (20 Studien, 2483 Frauen). Wenn zum Beispiel 13 von 100 Frauen nach einer Netzimplantation erneut einen Prolaps bekommen, sind es nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe etwa 29 bis 58 von 100 Frauen.

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe ist eine erneute Operation wegen eines Prolaps wahrscheinlich häufiger erforderlich (14 Studien, 1799 Frauen).

Es gibt wahrscheinlich kaum oder gar keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Operationsmethoden bei Harninkontinenz (6 Studien, 967 Frauen), Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (8 Studien, 1096 Frauen) und neu auftretenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (11 Studien, 797 Frauen).

Permanentes Netz, das über die Scheide oder über den Bauchraum eingesetzt wird (1 Jahr nach der Operation)

Neue Schmerzen beim Geschlechtsverkehr treten bei einem dauerhaft eingesetzten Netz über die Scheide wahrscheinlich häufiger auf als bei einem Netz, das über den Bauchraum eingesetzt wird (2 Studien, 248 Frauen).

Zwischen dauerhaft eingesetzten Netzen über die Scheide und solchen, die über den Bauchraum eingesetzt werden, gibt es wahrscheinlich kaum oder keinen Unterschied beim Risiko, dass der Prolaps wieder auftritt (4 Studien, 306 Frauen). Auch bei anderen Ergebnissen gibt es möglicherweise keine oder kaum Unterschiede: ob Frauen den Prolaps bemerken (3 Studien, 441 Frauen), ob erneut wegen eines Prolaps operiert werden muss (3 Studien, 455 Frauen), ob Operationen wegen Netzproblemen nötig sind (2 Studien, 373 Frauen), ob eine Operation wegen Harnverlust erfolgt (2 Studien, 299 Frauen).

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr wurden nicht erfasst.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz reichte von „sehr gering“ bis „mäßig“. In den Studien wurden nicht alle Methoden gut beschrieben, und einige Studien waren sehr klein. Viele der in den Studien untersuchten Netzprodukte sind inzwischen freiwillig vom Markt genommen worden. Es gibt zwar neuere, leichtere Netze, aber sie wurden bisher noch nicht in methodisch hochwertigen Studien untersucht.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 29. April 2024.

Christmann-Schmid C, Baessler K, Yeung E, Haya N, Mowat A, Chen Z, Wallace SA, Maher C

Ist die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) eine wirksame und sichere Behandlung für Erwachsene mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)?

4 weeks 2 days ago
Kernaussagen

- rTMS reduziert wahrscheinlich im Vergleich zu einer Scheinstimulation (Placebo rTMS) den Schweregrad der PTBS-Symptome am Behandlungsende bei Erwachsenen nicht. Diese Ergebnisse wurden jedoch durch große Unterschiede in der Behandlungsdurchführung und die geringe Zahl der Teilnehmenden eingeschränkt.

- Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten in Studien zur rTMS bei PTBS nur selten auf.

- Wir brauchen mehr Studien, die den Einsatz von rTMS bei Erwachsenen mit PTBS untersuchen. Es wäre hilfreich, wenn künftige Studien ausführlicher über unerwünschte Wirkungen berichten und die Teilnehmenden nach der Behandlung über einen längeren Zeitraum beobachten würden, um den Schweregrad der PTBS zu beurteilen.

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die durch belastende und beeinträchtigende Symptome gekennzeichnet ist, die bei manchen Menschen nach einem traumatischen Ereignis auftreten. Wenn eine PTBS nicht behandelt wird, leiden viele Menschen jahrelang.

Wie wird PTBS behandelt?

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für eine PTBS, darunter Medikamente und Psychotherapie. Die bestehenden Behandlungen sind jedoch mit hohen Abbruchraten verbunden. Dies deutet darauf hin, dass die Betroffenen die Behandlung möglicherweise nicht vertragen und weiterhin unter Symptomen leiden. Es werden wirksamere Behandlungen für PTBS benötigt. Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) könnte eine vielversprechende Behandlung für PTBS sein.

Was ist rTMS?

Die rTMS ist eine nicht-invasive Behandlung. Dabei wird ein elektrisches Feld im Hirngewebe erzeugt, indem eine Spule, die magnetische Impulse abgibt, auf die Kopfhaut gelegt wird. Über welche biologischen Reaktionswege die rTMS Veränderungen von psychischen Symptome bewirkt, ist nach wie vor unklar und ein aktives Forschungsgebiet. Die rTMS hat sich als wirksam bei der Behandlung von zwei psychischen Störungen erwiesen, die wichtige Merkmale mit der PTBS teilen: schwere depressive Störungen und Zwangsstörungen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob die rTMS besser als eine Placebobehandlung (Scheinstimulation) geeignet ist, um den Schweregrad der PTBS unmittelbar nach der Behandlung zu reduzieren, und ob sie mit schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen während der Behandlung verbunden ist. Wir waren auch an den langfristigen Wirkungen der Behandlung interessiert. Daher wollten wir die Wirkungen der rTMS auf den Schweregrad der PTBS 1 bis 4 Wochen und 1 bis 3 Monate nach der Behandlung untersuchen. Um die Verträglichkeit der rTMS zu untersuchen, verglichen wir die Anzahl der Teilnehmenden, die die Behandlung vorzeitig abbrachen, zwischen den Gruppen mit aktiver rTMS und Placebo. Außerdem wollten wir die Auswirkungen der rTMS-Behandlung auf Angst- und Depressionssymptome unmittelbar nach Behandlungsende untersuchen.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, die eine rTMS im Vergleich zu Scheinstimulation bei Erwachsenen mit PTBS untersuchten. Wir verglichen und fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz basierend auf Faktoren wie Studienmethodik und Anzahl der Teilnehmenden.

Was fanden wir?

Wir bezogen Daten von 577 Teilnehmenden aus 13 Studien ein. Die Studien wurden weltweit durchgeführt, 5 davon in den USA. Drei Studien mit 99 Teilnehmenden trugen zu unserer Hauptanalyse bei, in der die Wirkungen der rTMS auf den Schweregrad der PTBS unmittelbar nach der Behandlung untersucht wurden. Fünf Studien mit 251 Teilnehmenden trugen zu unserer Einschätzung der Sicherheit der rTMS bei (Auftreten von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen).

Hauptergebnisse

- rTMS hat wahrscheinlich verglichen mit einer Scheinstimulation einen geringen bis gar keinen Einfluss auf den Schweregrad der PTBS-Symptome unmittelbar nach der Behandlung. Allerdings trugen nur 3 Studien Daten zu dieser Primäranalyse bei. Die narrative Analyse der Ergebnisse von 6 weiteren Studien zeigte eine unterschiedliche Wirksamkeit der rTMS im Vergleich zur Scheinstimulation in den einzelnen Studien. Aufgrund unzureichender Informationen in diesen Studien konnten wir die Gründe für diese Unterschiede nicht untersuchen. Andere Reviews über rTMS bei PTBS deuten darauf hin, dass einige Durchführungsarten der rTMS effektiver sein könnten als andere.

- Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen der rTMS-Behandlung kamen selten vor. Es ist unklar, ob die rTMS mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen verbunden ist.

- Wir wissen nicht, ob die rTMS mehrere Wochen oder Monate nach der Behandlung eine Wirkung auf den Schweregrad der PTBS hat. Es gab nicht genügend Informationen, um diese Frage zu untersuchen.

- rTMS macht eventuell nur einen geringen bis gar keinen Unterschied bei der Abbruchrate oder bei den Depressions- und Angstsymptomen unmittelbar nach der Behandlung.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die rTMS bewirkt wahrscheinlich keinen oder nur einen geringen Unterschied im Schweregrad der PTBS unmittelbar nach der Behandlung. Unsere Schlussfolgerungen werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit ändern, wenn es neue Evidenz gibt. Die Evidenz zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen ist aufgrund der begrenzten Beschreibungen der unerwünschten Ereignisse und der Art, wie sie in den eingeschlossenen Studien gemessen wurden, sehr niedrig. Im Allgemeinen sind die Raten schwerwiegender unerwünschter Wirkungen schwer abzuschätzen, da solche Ereignisse sehr selten auftraten. Dieses Problem wurde im vorliegenden Review durch die geringe Anzahl der analysierten Teilnehmenden noch verschärft.

Wie aktuell ist diese Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von Januar 2023.

Brown R, Cherian K, Jones K, Wickham R, Gomez R, Sahlem G

Welche Behandlungen helfen bei Fatigue nach einer Hirnverletzung durch einen Unfall?

1 month ago
Kernaussagen
  • Medikamente (wie Melatonin, Wachstumshormone, Hirnstimulanzien, Atorvastatin oder Wirkstoffe, die auf die Botenstoffe Dopamin und Serotonin beeinflussen) verringern wahrscheinlich Fatigue nach einer Hirnverletzung durch einen Unfall.

  • Andere Behandlungen, wie Gesprächstherapien, sensorische Stimulation und Beratung, verringern möglicherweise Fatigue nach einer Hirnverletzung durch einen Unfall.

  • In künftige Studien sollten mehr Menschen, auch Kinder und Jugendliche, einbezogen werden. Künftige Studien sollten verschiedene Behandlungen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen sowie bei unterschiedlich schweren Hirnverletzungen infolge verschiedener Unfallursachen untersuchen.

Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Ein Schädel-Hirn-Trauma ist eine Verletzung des Gehirns infolge eines Stoßes oder Schlags gegen den Kopf. Ein Schädel-Hirn-Trauma kann zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall, einen Sturz, einen tätlichen Angriff, eine Sportverletzung oder eine Explosion verursacht werden. Menschen mit einem Schädel-Hirn-Trauma können Kopfschmerzen haben, vergesslich sein und Probleme beim Schlafen oder Bewegen haben. Sie können auch unter Fatigue leiden. Damit ist ein starkes Gefühl von Müdigkeit gemeint, das nicht mit vorheriger Anstrengung zusammenhängt und sich durch Ruhe meist nicht bessert. Fatigue erschwert es den Betroffenen, sich zu konzentrieren und alltägliche Tätigkeiten auszuführen. Das beeinträchtigt ihre Lebensqualität.

Wie wird die Fatigue nach einer traumatischen Hirnverletzung behandelt?

Da die Ursachen und Symptome einer Fatigue sehr unterschiedlich sein können, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Zu den Behandlungen gehören Medikamente, die das Gehirn anregen oder schützen sollen, sowie Hormone und Antidepressiva, die den Schlaf und die Stimmung verbessern sollen. Zu den nicht medikamentösen Behandlungen gehören Beratung, Aufklärung, Verhaltenstherapie und Bewegung.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten vor allem herausfinden, ob verschiedene Behandlungen die Fatigue bei Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma verringern können. Wir interessierten uns auch für die Wirkungen der Behandlungen auf die Stimmung, das Gedächtnis oder die Konzentrationsfähigkeit, die Lebensqualität und die Müdigkeit am Tag.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Behandlung gegen Fatigue, der Standardversorgung (d. h. keiner spezifischen Behandlung gegen Fatigue) oder einer Placebo-Behandlung (Scheinbehandlung) zugewiesen wurden. Wir haben uns auch Studien angesehen, in denen mehrere Behandlungen verglichen wurden. Wir fassten die Studienergebnisse zusammen, verglichen sie und bewerteten, wie verlässlich die Evidenz ist, unter anderem anhand der verwendeten Methoden und der Größe der Studien.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 40 Studien mit 3518 Erwachsenen und Kindern, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben. Die Studien fanden in 12 Ländern statt, vor allem in Europa, Nordamerika und Ozeanien, die überwiegend zu den Ländern mit hohem Einkommen zählen. Sie wurden in verschiedenen Einrichtungen durchgeführt, darunter medizinische Zentren, Rehabilitationskliniken, Militärstützpunkte, klinische Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser.

HauptergebnisseFatigue
  • Medikamente verringern wahrscheinlich die Fatigue nach einem Schädel-Hirn-Trauma (8 Studien, 395 Personen). Zu den Medikamenten gehörten Melatonin, Wachstumshormone, Psychostimulanzien, Statine und Wirkstoffe, die auf den Botenstoff Dopamin wirken.

  • Nicht medikamentöse Behandlungen verringern möglicherweise die Fatigue nach einem Schädel-Hirn-Trauma (31 Studien, 2203 Personen). Zu den Behandlungen gehörten kognitive Verhaltenstherapie, technikgestütztes Training, Training alltagspraktischer Fähigkeiten, sensorische Stimulation, elektrische oder magnetische Stimulation, Akupressur, Beratung, Akzeptanz- und Commitment-Therapie, individuell angepasste Ergotherapie, kognitive Rehabilitation zur Bewältigung von Symptomen, aerobes Training, verordnetes leichtes Training, Training an unterschiedlichen Orten, vestibuläre Rehabilitation, Unterstützung durch Gesundheitsfachkräfte und multimodale Behandlungen.

  • Für medikamentöse Behandlungen wurden in einigen Studien unerwünschte Ereignisse berichtet. Diese waren je nach Studie unterschiedlich. In den Studien zu nicht medikamentösen Behandlungen wurden unerwünschte Ereignisse häufig nicht erfasst oder nicht berichtet.

Fatigue-bedingte Symptome
  • Medikamente haben nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf Depressionen, Angstzustände, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Lebensqualität und Tagesschläfrigkeit (21 Studien, 1016 Personen).

  • Von den nicht medikamentösen Behandlungen zeigte nur die kognitive Therapie eine messbare Wirkung: Sie verringert möglicherweise Ängste (2 Studien, 57 Personen).

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz ist begrenzt. Die Studien umfassten nur wenige Teilnehmende und unterschieden sich in mehreren wichtigen Punkten, zum Beispiel bei den Versorgungsbereichen, den Behandlungen, dem Alter der Teilnehmenden sowie dem Schweregrad und den Unfallursachen der Hirnverletzungen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 12. Februar 2025.

Senior HE, Leung JH, Meehan B, Leao S, Jordan V, Barker-Collo S, Crummey S, Purdy SC

Schützen Ballon und Stent zusätzlich zu Medikamenten vor erneuten Schlaganfällen oder Mini-Schlaganfällen?

1 month ago
Kernaussagen
  • Die Ergänzung der Standardbehandlung durch einen Ballonkatheter- oder Stent-Eingriff zur Erweiterung der Blutgefäße im Halsbereich hat im Vergleich zur alleinigen Standardbehandlung möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Risiko eines erneuten Schlaganfalls oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA).

  • Unser Vertrauen in diese Ergebnisse ist begrenzt, weil die Studien klein waren, drei davon vorzeitig beendet wurden und sowohl die Teilnehmenden als auch die Ärztinnen und Ärzte wussten, welche Behandlung angewendet wurde. Die tatsächlichen Wirkungen könnten daher von den Ergebnissen abweichen.

  • Wir benötigen mehr, umfangreichere und besser durchgeführte Studien, um diese Frage zu untersuchen. Künftige Studien sollten berücksichtigen, wo die Gefäßverengung liegt und wie stark sie ausgeprägt ist, welche Behandlungen eingesetzt werden und wie sich diese langfristig auf die Betroffenen auswirken.

Was ist eine Stenose der Vertebralarterie?

Die Vertebralarterien sind Blutgefäße, die vom Bereich des Schlüsselbeins entlang der Wirbelsäule durch den Nacken verlaufen und den hinteren Teil des Gehirns mit Blut versorgen. Im Laufe der Zeit können sich Fettablagerungen an den Wänden dieser Blutgefäße ansammeln, wodurch diese sich verengen und der Blutfluss eingeschränkt wird. Dies wird als Stenose bezeichnet. In den Studien dieser Übersichtsarbeit lag die Verengung bei einigen Personen in dem Abschnitt der Vertebralarterie außerhalb des Schädels, bei anderen in dem Abschnitt innerhalb des Schädels. Diese Verengung erhöht das Risiko für einen Schlaganfall (eine Hirnschädigung durch eine gestörte Durchblutung) oder einen sogenannten Mini-Schlaganfall (transitorische ischämische Attacke, TIA). Manche Menschen haben keine Symptome, und die Verengung ist nur auf bildgebenden Untersuchungen zu erkennen. Menschen, die aufgrund einer Verengung der Wirbelarterie einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall erlitten haben, leiden an einer symptomatischen Wirbelarterienstenose (VAS).

Wie wird eine symptomatische Stenose der Wirbelarterie (VAS) behandelt?

Eine symptomatische VAS wird durch die Behandlung der Risikofaktoren behandelt, beispielsweise durch Rauchentwöhnung, körperliche Bewegung und Gewichtsabnahme. Außerdem werden Medikamente eingesetzt, die die Blutgerinnung hemmen, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken sowie Diabetes behandeln.

Bei manchen Betroffenen führen Ärztinnen und Ärzte einen dünnen Schlauch (Katheter) über eine Arterie in der Leiste oder am Handgelenk bis zur verengten Vertebralarterie. Dort wird ein kleiner Ballon aufgeblasen, um die Verengung zu erweitern. Manchmal wird zusätzlich ein Stent (ein kleines Röhrchen) eingesetzt, damit die Arterie offen bleibt. Dieses Verfahren wird als „endovaskuläre Angioplastie“ bezeichnet.

Es gibt auch andere Eingriffe, die in diesem Review nicht untersucht wurden, zum Beispiel offene Operationen zur Wiederherstellung des Blutgefäßes, Bypass-Operationen und Endarteriektomien. Diese Eingriffe sind jedoch belastender und können mit anderen Risiken und längeren Erholungszeiten verbunden sein.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob eine endovaskuläre Angioplastie zusätzlich zur Standardversorgung (Änderungen der Lebensweise und Medikamente) bei Menschen mit symptomatischer VAS die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schlaganfall oder Mini-Schlaganfall verringert, im Vergleich zur alleinigen Standardversorgung Wir wollten außerdem wissen, ob dadurch das Risiko für Todesfälle oder schwerwiegende Komplikationen wie eine erneute Gefäßverengung (Restenose) verringert und der funktionelle Zustand der Teilnehmenden im Alltag verbessert wird.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach randomisierten kontrollierten Studien, in denen bei Menschen mit symptomatischer VAS eine endovaskuläre Angioplastie zusätzlich zur Standardtherapie mit einer alleinigen Standardtherapie verglichen wurde.

Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst und verglichen. Wir bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz, anhand von Aspekten wie Studienmethodik und Größe der Studien.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 429 Personen mit symptomatischer VAS. Die meisten waren Männer, und das Durchschnittsalter lag bei 63 Jahren. Davon erhielten 231 Teilnehmende eine endovaskuläre Angioplastie in Kombination mit einer Standardtherapie, während 198 Personen ausschließlich eine Standardtherapie erhielten. Bei einigen war die Verengung innerhalb des Schädels, bei anderen außerhalb.

Drei Studien wurden vorzeitig beendet. Außerdem wussten sowohl die Teilnehmenden als auch die Ärztinnen und Ärzte, welche Behandlung angewendet wurde. Insgesamt hat die zusätzliche Anwendung dieses Verfahrens in der medizinischen Behandlung möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Risiko für Tod oder Schlaganfall innerhalb von 30 Tagen sowie auf das Risiko für Schlaganfall, TIA oder Tod während der Nachbeobachtung. Bei einigen wenigen Personen traten nach dem Eingriff schwerwiegende Komplikationen auf. In keiner Studie wurden Ergebnisse zur Restenose (erneute Verengung des Gefäßes) oder zum funktionellen Zustand berichtet. Die Nachbeobachtung erfolgte entweder kurzfristig, also innerhalb von 30 Tagen nach der Behandlung, oder längerfristig, also über einen Zeitraum von 32 bis 42 Monaten nach der Behandlung.

Hauptergebnisse

Bei Patientinnen und Patienten mit symptomatischer VAS bewirkt die Ergänzung der Standardbehandlung durch eine endovaskuläre Angioplastie möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied in Bezug auf:

  • Tod oder Schlaganfall innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen (4 Studien; 429 Teilnehmende);

  • Schlaganfall innerhalb von 32 bis 42 Monaten ausgehend von der behandelten Vertebralarterie (4 Studien; 429 Teilnehmende);

  • jeglicher Schlaganfall, Tod oder ein Mini-Schlaganfall während des gesamten Zeitraums der Nachbeobachtung (4 Studien; 429 Teilnehmende).

Bei einigen wenigen Personen traten nach dem Eingriff schwerwiegende Komplikationen auf. In keiner Studie wurden Ergebnisse zur Restenose oder zum funktionellen Zustand berichtet.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz ist aus mehreren Gründen gering:

  • Die Studien waren klein, und nur wenige der Teilnehmenden erlitten einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall.

  • Drei Studien wurden vorzeitig beendet und lieferten daher nicht alle Daten, die wir benötigt hätten.

  • Die Teilnehmenden der Studien wussten, welche Behandlung sie erhielten, was die Ergebnisse beeinflusst haben könnte.

  • Die drei Studien wurden zwischen 2014 und 2017 durchgeführt, sodass dabei noch nicht die heute verfügbaren Techniken, Stents und Behandlungsverfahren zum Einsatz kamen.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Diese Evidenz entspricht dem Stand vom 9. Dezember 2025.

Zhang X, Cui S, Wang T, Wang X, Yang K, Dmytriw AA, Li J, Xu W, Li T, Ma Y, Yang B, Jiao L, Xu R

Welche Vorteile und Risiken haben gepufferte Lösungen, die über eine Vene gegeben werden und den Säure-Basen-Haushalt stabil halten sollen, bei schwer kranken Erwachsenen und Kindern?

1 month ago
Kernaussagen
  • Die Verwendung von gepufferten Lösungen, die helfen sollen, den Säuregehalt im Blut stabil zu halten, hat bei schwer kranken Erwachsenen und Kindern im Vergleich zu 0,9%iger Kochsalzlösung kaum oder gar keinen Einfluss auf die Zahl der Patient*innnen, die während des Krankenhausaufenthalts sterben.

  • Die Verwendung von gepufferten Lösungen anstelle von Kochsalzlösung hat wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss darauf, wie viele Patient*innnen eine akute Nierenschädigung entwickeln.

Was versteht man unter Reanimation bei kritisch kranken Menschen?

Die Akutbehandlung umfasst verschiedene medizinische Maßnahmen zur Stabilisierung von Patient*innen mit einem schweren und plötzlich auftretenden Gesundheitsproblem. Dazu gehört insbesondere, den Kreislauf und die Atmung zu sichern oder wiederherzustellen.

Welche intravenösen Flüssigkeitstherapien werden zur Akutbehandlung eingesetzt?

Flüssigkeitstherapien sind Infusionslösungen auf Wasser- und Salzbasis. Sie werden eingesetzt, um die Durchblutung von Organen und Geweben sicherzustellen, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen und den Elektrolythaushalt aufrechtzuerhalten. Die Flüssigkeitstherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung vieler schwerer Erkrankungen und Verletzungen, zum Beispiel bei Sepsis, Verbrennungen, Traumata oder Notfalloperationen.

Salzlösungen zur Infusion sind eine häufig eingesetzte Form der Flüssigkeitstherapie. Man unterscheidet dabei zwei Gruppen von Lösungen.

  • Gepufferte Salzlösungen enthalten Puffer wie Laktat, Bikarbonat oder Acetat, die dazu beitragen, den pH-Wert des Blutes, also seinen Säure-Basen-Haushalt, stabil zu halten.

  • Eine 0,9%ige Kochsalzlösung hat eine ähnliche Konzentration gelöster Teilchen wie Blut, auch wenn sie nicht die gleiche Zusammensetzung an Elektrolyten hat. Sie enthält nur Natrium und Chlorid, und zwar in höherer Konzentration als im Blut.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Vorteile gepufferte Lösungen bei Erwachsenen und Kindern haben, die schwer krank sind, zum Beispiel bei Sepsis, Verletzungen, Verbrennungen oder Schock, also in akuten Krankheitssituationen und nicht im Rahmen geplanter Operationen. Wir wollten außerdem wissen, ob gepufferte Lösungen unerwünschte Wirkungen haben.

Wie sind wir vorgegangen?

Im Juli 2023 haben wir in medizinischen Datenbanken nach passenden randomisierten kontrollierten Studien gesucht. Im Juni 2025 haben wir erneut nach Studien gesucht. Die dabei gefundenen Studien aus den letzten zwei Jahren sind aber noch nicht in die Ergebnisse eingeflossen.

Wir haben die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und bewertet, wie vertrauenswürdig die Evidenz ist. Dabei berücksichtigten wir zum Beispiel die Größe der Studien und die Art ihrer Durchführung.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 34 Studien mit 37.859 Erwachsenen und Kindern, die schwer krank waren und eine intravenöse Flüssigkeitstherapie benötigten. Die meisten Studien waren mittelgroß und hatten zwischen 22 und 230 Teilnehmende. An den beiden größten Studien nahmen zusammen 26.854 Personen teil. Die Studien wurden in 16 Ländern durchgeführt.

Hauptergebnisse
  • Im Vergleich zu 0,9%iger Kochsalzlösung haben gepufferte Lösungen kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko, während des Krankenhausaufenthalts zu sterben

  • Gepufferte Lösungen haben wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko, eine akute Nierenschädigung zu entwickeln.

  • Die Evidenz zu den Wirkungen gepufferter Lösungen auf das Risiko, dass wichtige Organsysteme wie Atmung, Kreislauf, Gehirn oder Leber nicht mehr normal funktionieren, ist sehr unsicher.

  • Auch die Evidenz zu den Wirkungen gepufferter Lösungen auf die Elektrolyte Natrium und Kalium ist sehr unsicher. Gepufferte Lösungen senken möglicherweise die Chloridkonzentration und erhöhen möglicherweise den pH-Wert sowie die Bikarbonatkonzentration im Blut.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir sind zuversichtlich, dass die Evidenz zum Einfluss gepufferter Lösungen im Vergleich zu 0,9%iger Kochsalzlösung auf die Zahl der Todesfälle verlässlich ist.

Wir sind mäßig zuversichtlich, dass die Evidenz zur akuten Nierenschädigung verlässlich ist. Wir können uns nicht ganz sicher sein, weil die Beurteilung der Nierenfunktion möglicherweise dadurch beeinflusst wurde, dass die Ärztinnen und Ärzte wussten, welche Lösung die Teilnehmenden erhalten hatten. Es ist möglich, dass künftige Studien zu anderen Ergebnissen kommen.

Wir haben kein Vertrauen in die Evidenz dazu, ob wichtige Organsysteme nicht mehr normal funktionieren. Die Ergebnisse beruhen nur auf wenigen Fällen. Außerdem berichtete die Studie, die am meisten zu diesem Ergebnis beigetragen hat, weder die Zahl der Teilnehmenden noch die Ergebnisse klar, und wir konnten keine weiteren Informationen dazu erhalten.

Wir haben auch kein Vertrauen in die Evidenz zu Elektrolytstörungen, weil sie auf zu wenigen Studien beruht, um die Ergebnisse als sicher anzusehen.

Wer hat die Studien finanziert?

Zwanzig der Studien wurden von Regierungen oder gemeinnützigen Organisationen finanziert, vier aus gemischten Quellen. Eine Studie wurde von einem Unternehmen finanziert, dessen Branche unklar war, und neun Studien machten keine Angaben zur Finanzierung.

Wie aktuell ist dieser Review?

Dieser Review ist eine Aktualisierung einer vorherigen Version. Die darin enthaltene Evidenz basiert auf Recherchen, die wir im Juli 2023 durchgeführt haben. Wir haben im Juni 2025 eine weitere Suche durchgeführt und werden diese Ergebnisse in die nächste Aktualisierung der Übersichtsarbeit aufnehmen.

Delgado Moya FdP, Antequera A, Muriel A, Sáez I, Lopez Garcia L, Chico-Fernández M, Estrada-Lorenzo JM, Martin Delgado MC, Barea Mendoza JA, Plana MN

Welche Arten von psychosozialen Hilfsangeboten können Frauen wirksam dabei unterstützen, während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören?

1 month ago
Hauptaussagen
  • Beratung zur Rauchentwöhnung mit begleitender Betreuung sowie finanzielle Anreize tragen wahrscheinlich dazu bei, dass mehr Frauen während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. Gesundheitsaufklärung, soziale Unterstützung und Feedback-Programme helfen möglicherweise ebenfalls, mit dem Rauchen aufzuhören.

  • Psychologische und soziale Unterstützungsprogramme tragen möglicherweise dazu bei, dass weniger Babys mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2500 g) geboren werden. Sie erhöhen möglicherweise das Geburtsgewicht und verringern möglicherweise die Zahl der Säuglinge unter einem Monat, die stationär behandelt werden müssen.

  • Wir wissen nicht, ob diese Ergebnisse auch für Frauen aus ethnischen Minderheiten oder indigenen Gemeinschaften gelten, da nur sehr wenige Studien die Ergebnisse speziell in diesen Gruppen untersucht haben.

Worum geht es?

Giftstoffe im Tabakrauch können das Wachstum und die Entwicklung eines Babys bereits vor der Geburt beeinträchtigen. Rauchen während der Schwangerschaft kann dazu führen, dass Babys mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht zur Welt kommen, und erhöht das Risiko für Komplikationen bei der Mutter.

Was sind psychologische und soziale Hilfsangebote?

Viele Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, möchten damit aufhören. Doch das fällt ihnen oft schwer, und sie brauchen dabei Unterstützung. Hilfsangebote, die Frauen dabei unterstützen sollen, ohne Medikamente mit dem Rauchen aufzuhören, werden als psychologische und soziale ( psychosoziale) Unterstützungsprogramme bezeichnet. Dazu können gehören:

  • Beratung und Anleitung zur Rauchentwöhnung;

  • Informationen dazu, warum es wichtig ist, aufzuhören (Gesundheitsaufklärung);

  • Belohnungen dafür, rauchfrei zu bleiben (finanzielle Anreize);

  • Informationen zur Entwicklung des Fötus, beispielsweise durch eine Ultraschalluntersuchung (ein medizinisches Verfahren, bei dem mithilfe von Schallwellen Bilder vom Inneren des Körpers erstellt werden) oder über den Gehalt an schädlichen Stoffen im Körper, beispielsweise durch eine Urinuntersuchung (Feedback);

  • emotionale und praktische Unterstützung durch ein soziales Netzwerk (soziale Unterstützung); oder

  • Programme, die zu regelmäßiger körperlicher Aktivität (Sport) anregen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, wie erfolgreich verschiedene psychosoziale Unterstützungsprogramme dabei sind, schwangeren Frauen, die rauchen oder erst kürzlich aufgehört haben, dabei zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören und rauchfrei zu bleiben. Wir wollten außerdem untersuchen, ob diese Programme die Gesundheit der Babys verbessern.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen verschiedene psychosoziale Unterstützungsprogramme untersucht wurden, die schwangeren Frauen helfen sollen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 127 Studien mit 47.361 schwangeren Frauen gefunden, die rauchten oder kurz zuvor mit dem Rauchen aufgehört hatten. Die größte Studie umfasste 3571 Frauen, die kleinste 17. Die meisten Frauen waren gesund und älter als 16 Jahre. Etwa die Hälfte der Studien bezog Frauen aus einkommensschwachen Schichten ein, wobei 11 Studien ethnische Minderheiten und vier Studien indigene Gemeinschaften betrafen. Alle Studien wurden von unabhängigen Forschungseinrichtungen finanziert. Es gab keine Unterstützung durch Organisationen, die die Ergebnisse hätten beeinflussen können.

Zu den Förderprogrammen gehörten: Beratung (60), Gesundheitsaufklärung (21), Feedback (8), finanzielle Anreize (17), soziale Unterstützung (7) und Sportprogramme (1). Die Frauen in den Vergleichsgruppen erhielten in der Regel die übliche Betreuung (66 Studien), vor allem Informationen über die Risiken des Rauchens und Ratschläge, wie sie mit dem Rauchen aufhören können. In 50 Studien wurde die Intervention mit einem weniger intensiven Programm verglichen, in 11 Studien mit einer anderen Art von Programm.

Rauchstopp in der späten Schwangerschaft (ab der 36. Schwangerschaftswoche)

Beratung und Programme, die finanzielle Anreize für den Verzicht auf das Rauchen bieten, führen wahrscheinlich dazu, dass mehr Frauen in der späten Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. Aufklärungsmaßnahmen, Feedback und soziale Unterstützung tragen möglicherweise dazu bei, dass mehr Frauen in der späten Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. Sportprogramme haben wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss darauf, wie viele Frauen in der späten Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. In einer Studie erhielten beide Gruppen dasselbe Beratungsprogramm. Der Unterschied lag darin, wie es in den medizinischen Einrichtungen umgesetzt wurde. Eine Gruppe von Fachkräften erhielt nur schriftliche Informationen zum Programm. Die andere Gruppe wurde stärker unterstützt, zum Beispiel durch Schulungen, regelmäßigen Kontakt und Rückmeldungen. Es ist jedoch unklar, ob sich dies auf die Erfolgsquote bei der Rauchentwöhnung ausgewirkt hat.

Gesundheit der Babys bei der Geburt

Insgesamt tragen psychosoziale Maßnahmen möglicherweise dazu bei, dass weniger Babys mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht (< 2500 g) geboren werden. Sie erhöhen außerdem möglicherweise das durchschnittliche Geburtsgewicht und bewirken dadurch möglicherweise, dass die Babys insgesamt gesünder sind. Zudem verringern sie möglicherweise die Zahl der Säuglinge unter einem Monat, die eine spezialisierte Intensivpflege benötigen. Diese Programme haben wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf die Zahl der Totgeburten, und es ist unklar, ob sie sich auf die Zahl der Frühgeburten (< 37 Wochen) auswirken.

Sind diese Maßnahmen allgemein wirksam?

Nur sehr wenige Studien haben untersucht, ob psychosoziale Unterstützungsprogramme bei Frauen aus benachteiligten Lebensverhältnissen oder aus Minderheitengruppen anders wirken. Deshalb wissen wir bisher nur wenig darüber, wie diese Programme besser an die Bedürfnisse von Frauen angepasst werden können, die besonders stark vom Rauchen in der Schwangerschaft betroffen sind.

Was schränkt die Evidenz ein?

Einige Studien lieferten nicht alle benötigten Informationen und ließen wichtige Details aus, die ihre Ergebnisse beeinflusst haben könnten. Einige Studien waren zu klein, um sicher sagen zu können, wie sehr die Maßnahmen den Frauen tatsächlich dabei halfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Außerdem gab es nur wenige Studien zu Frauen aus ethnischen Minderheiten und indigenen Gemeinschaften; wenn sie einbezogen wurden, wurden die Ergebnisse oft nicht getrennt nach Gruppen ausgewiesen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von November 2025.

Freijah I, Jones KA, Coleman T, Perlen SM, Kennedy M, Passey ME, McKenzie JE, Chamberlain C
Checked
1 hour 34 minutes ago
Subscribe to Cochrane Kompakt feed