Welchen Nutzen und Risiken haben verschiedene Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen bei Neugeborenen?
Neugeborene erkranken manchmal an Infektionen, die dadurch verursacht werden, dass Pilze in den Blutkreislauf oder in tiefliegendes Körpergewebe des Kindes gelangen (invasive Pilzinfektionen). Es ist unklar, ob ein Antimykotikum (ein Medikament, das Pilze abtötet oder ihr Wachstum hemmt) besser ist als ein anderes. Das betrifft das Sterberisiko, die Notwendigkeit, die Behandlung wegen unerwünschter Wirkungen abzubrechen, und die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Diese Schlussfolgerung basiert jedoch auf wenigen kleinen Studien.
Es sind große, gut konzipierte Studien erforderlich, um den Nutzen und mögliche Risiken von Antimykotika zur Behandlung invasiver Pilzinfektionen bei Neugeborenen zu bewerten.
Eine invasive Pilzinfektion liegt vor, wenn Pilze in den Blutkreislauf oder in tiefliegendes Körpergewebe des Kindes gelangen. Invasive Pilzinfektionen werden in der Regel durch Candida verursacht, einen Hefepilz. Invasive Pilzinfektionen sind schwerwiegend und eine wichtige Ursache für Tod und schwere Erkrankungen bei Frühgeborenen.
Wie werden invasive Pilzinfektionen behandelt?Invasive Pilzinfektionen werden üblicherweise mit verschiedenen Medikamenten behandelt, die Pilze abtöten oder deren Wachstum hemmen (Antimykotika), darunter:
Poliene (z. B. Amphotericin B);
Azole (z. B. Fluconazol);
Echinocandine (z. B. Micafungin, Caspofungin); und
Antimetaboliten (5-Fluorocytosin).
Wir wollten herausfinden, ob ein bestimmtes Antimykotikum oder eine bestimmte Kombination von Antimykotika bei folgenden Punkten besser abschneidet:
das Risiko, dass das Kind (aus welchem Grund auch immer) vor der Entlassung aus dem Krankenhaus stirbt;
die neurologische Entwicklung des Kindes bis zum Alter von zwei Jahren;
das Risiko, eine höhere Dosis des Antimykotikums verabreichen oder ein weiteres Antimykotikum hinzufügen zu müssen, weil sich die Infektion nicht bessert oder sich verschlimmert;
die Dauer des Krankenhausaufenthalts der Neugeborenen;
unerwünschte oder schädliche Wirkungen von Antimykotika, die zum Absetzen des Medikaments führen.
Wir suchten nach Studien, in denen Antimykotika (oder Kombinationen von Antimykotika) bei Neugeborenen untersucht wurden, die entweder zu früh (frühgeboren) oder zum normalen Zeitpunkt (termingerecht) geboren wurden. Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie Studienmethodik und Stichprobengröße.
Was fanden wir heraus?Wir fanden sechs Studien, an denen 229 Neugeborene mit invasiven Pilzinfektionen teilnahmen. Eine Studie umfasste ausschließlich Frühgeborene, die anderen sowohl Frühgeborene als auch termingerecht geborene Neugeborene. Eine Studie verglich Fluconazol mit Amphotericin B, zwei Studien verglichen Micafungin mit Amphotericin B, zwei Studien verglichen Caspofungin mit Amphotericin B und eine Studie verglich Micafungin mit Fluconazol.
HauptergebnisseEs ist unklar, ob eine antimykotische Behandlung besser ist als eine andere, um das Risiko zu verringern, dass ein Kind im Krankenhaus stirbt oder die Behandlung aufgrund unerwünschter oder schädlicher Wirkungen abgebrochen werden muss.
Es ist unklar, ob Fluconazol oder Micafungin im Vergleich zu Amphotericin B den Krankenhausaufenthalt von Neugeborenen mit invasiven Pilzinfektionen verkürzen können.
Was schränkt die Evidenz ein?Wir haben kein Vertrauen in die Evidenz. Dies liegt daran, dass einige Studien Einschränkungen hinsichtlich ihrer Durchführungsweise aufwiesen. Beispielsweise wussten die Forschenden, welche Behandlung die Kinder erhielten, was die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. Zudem deckt die Evidenz nicht alle Ergebnisse ab, die uns interessierten. Es gab nicht genügend Studien, um Gewissheit über die Ergebnisse zu erlangen, und die Studien waren sehr klein angelegt.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?Diese Übersichtsarbeit aktualisiert unsere vorherige Übersichtsarbeit, die erstmals 2004 veröffentlicht und 2012 aktualisiert wurde. Die Evidenz ist auf den Stand von November 2025.