Welche Vorteile und Risiken hat die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) im Vergleich zu anderen Prostataoperationen?
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Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) und die Standard-Prostataoperation (transurethral resection of the prostate, TURP) lindern Harnwegsbeschwerden möglicherweise ähnlich gut und verbessern die Lebensqualität in vergleichbarem Maße. Auch schwerwiegende Komplikationen treten im ersten Jahr nach der Operation möglicherweise ähnlich häufig auf.
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HoLEP verringert im Vergleich zur TURP und im Vergleich zur Prostatektomie (operative Entfernung von Prostatagewebe) wahrscheinlich den Bedarf an Bluttransfusionen. Möglicherweise ist der Bedarf auch im Vergleich zur Laserablation (Zerstörung von Prostatagewebe mit einem Laser) geringer. Pro 1.000 behandelte Männer würden etwa 36 weniger eine Bluttransfusion benötigen (HoLEP vs. TURP).
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Es liegt noch nicht genügend Evidenz vor, um zu beurteilen, ob HoLEP bei sehr stark vergrößerter Prostata oder bei Personen, die bestimmte blutverdünnende Medikamente einnehmen, die bessere Behandlungsmöglichkeit ist.
Die Prostata ist eine kleine Drüse, die nur bei Männern vorkommt. Dabei handelt es sich um eine gutartige Erkrankung, bei der sich die Prostata mit zunehmendem Alter häufig vergrößert. Dadurch kann der Harnfluss behindert werden. Das lässt sich mit einem verengten Schlauch vergleichen: Der Urin kann schlechter abfließen, sodass das Wasserlassen zunehmend schwieriger wird.
Wie wird eine gutartige Prostatahyperplasie behandelt?Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen Änderungen des Lebensstils, Medikamente und operative Eingriffe. Lange Zeit war die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) die am häufigsten durchgeführte Operation. Bei der TURP wird überschüssiges Prostatagewebe mit einem kleinen Instrument entfernt, das durch die Harnröhre eingeführt wird. Heute werden dafür auch Laserverfahren eingesetzt. Eine dieser Laserbehandlungen ist die sogenannte Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP).
Was wollten wir herausfinden?Wir wollten wissen, wie HoLEP im Vergleich zu anderen Operationen die Beschwerden und die Lebensqualität beeinflusst und wie sicher das Verfahren ist.
Wie gingen wir vor?Wir suchten nach Studien, in denen HoLEP mit anderen Prostataoperationen verglichen wurde. Wir untersuchten, wie wirksam und sicher die verschiedenen Operationsverfahren waren und wie schnell sich die Männer davon erholten. Anschließend fassten wir alle Ergebnisse zusammen und bewerteten die Zuverlässigkeit der einzelnen Studien.
Was fanden wir heraus?Wir fanden 52 Studien mit 6.242 Männern, die sich einer Prostataoperation unterzogen hatten. Diese Zusammenfassung konzentriert sich auf Studien, in denen HoLEP innerhalb des ersten Jahres nach der Operation mit der TURP verglichen wurde. Die TURP galt lange als Standardoperation bei gutartiger Prostatavergrößerung. Dieser Vergleich ist besonders relevant für Männer, die zwischen verschiedenen Operationsverfahren wählen. Das Durchschnittsalter der Männer lag zwischen 65 und 74 Jahren und die durchschnittliche Prostatagröße in den Studien reichte von 30 cm³ bis 142 cm³. Die Studien wurden in 11 Ländern durchgeführt.
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Symptome und Lebensqualität : HoLEP lindert Harnwegsbeschwerden möglicherweise ähnlich gut wie die TURP (14 Studien, 1666 Personen) und verbessert möglicherweise auch die Lebensqualität in ähnlichem Maße (6 Studien, 876 Personen). Die festgestellten Unterschiede waren so gering, dass sie für die Männer keine spürbare Bedeutung hatten.
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Schwerwiegende Komplikationen: Schwerwiegende Komplikationen treten bei HoLEP möglicherweise ähnlich häufig auf wie bei der TURP (10 Studien, 1147 Personen).
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Erneute Operationen und erektile Funktion: Die Häufigkeit erneuter Operationen und die erektile Funktion sind nach HoLEP und TURP wahrscheinlich ähnlich.
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Ejakulation: Keine der Studien berichtete darüber, wie sich HoLEP und TURP auf die Ejakulation auswirkten, obwohl dies für viele Männer von großer Bedeutung ist.
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Bluttransfusion: HoLEP senkt im Vergleich zur TURP wahrscheinlich das Risiko, eine Bluttransfusion zu benötigen. Im Vergleich zu den meisten anderen Operationsverfahren macht HoLEP möglicherweise keinen oder nur einen geringen Unterschied. Etwa 44 von 1.000 Männern benötigen nach einer TURP eine Transfusion, verglichen mit etwa 8 von 1.000 nach einer HoLEP (15 Studien, 1.755 Personen).
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Wir verglichen HoLEP außerdem mit anderen Laserverfahren, anderen Enukleationstechniken und offenen Operationen. Dabei betrachteten wir auch Ergebnisse, die mehr als ein Jahr nach dem Eingriff erhoben wurden. Diese Ergebnisse sind im Volltext des Reviews dargestellt.
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Studienqualität: Die meisten Studien wiesen methodische Mängel auf. So ist es beispielsweise unmöglich, die Operierenden zu verblinden, und auch die Teilnehmenden können nur schwer darüber im Unklaren gelassen werden, welche Operation sie erhalten haben. Dies kann beeinflussen, wie die Ergebnisse gemessen und berichtet werden. Nur wenige Studien verfügten über vorab registrierte Protokolle, sodass einige Ergebnisse möglicherweise selektiv berichtet wurden. Aus diesen Gründen haben wir in viele der Ergebnisse nur geringes oder sehr geringes Vertrauen.
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Kurze Nachbeobachtung: Die meisten Studien führten eine Nachbeobachtung nur bis zu 12 Monaten durch. Wir wissen nicht, ob die Vorteile von HoLEP langfristig bestehen bleiben oder ob sich die Häufigkeit erneuter Operationen auf längere Sicht wesentlich unterscheidet.
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Keine der Studien berichtete darüber, wie sich die verschiedenen Operationsverfahren auf die Ejakulation auswirkten. Da etwa drei von vier Männern nach einer HoLEP eine retrograde Ejakulation („trockener Orgasmus“) erleben, ist dies eine wichtige Wissenslücke. Auch Daten zur Harninkontinenz nach der Operation wurden nicht einheitlich erfasst.
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Erfahrung der Operierenden: Die meisten Operierenden in den einbezogenen Studien verfügten über umfangreiche Erfahrung mit der HoLEP. Die tatsächlichen Ergebnisse können anders ausfallen, wenn die Operierenden noch wenig Erfahrung mit HoLEP haben. Die Komplikationsrate nimmt mit zunehmender Erfahrung weiter ab und stabilisiert sich offenbar erst nach etwa 350 Eingriffen.
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Begrenzte Evidenz für bestimmte Patientengruppen: Wir konnten nicht untersuchen, ob HoLEP bei Männern mit sehr stark vergrößerter Prostata (≥ 80 ml) oder bei Männern, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, anders wirkt, da zu wenige Studien diese Patientengruppen einschlossen. Gerade bei diesen Patientengruppen könnte HoLEP möglicherweise besonders vorteilhaft sein. Daher ist diese Evidenzlücke besonders relevant.
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Wenige Studien für einige Vergleiche: Die meisten Studien verglichen HoLEP mit TURP. Für Vergleiche mit Laserablation, anderen Enukleationstechniken oder offenen Operationen ist die Evidenz daher weniger sicher.
Dieser Review ist auf dem Stand vom 08. April 2026.