Wie wirksam sind verschiedene Methoden zur Bestimmung des Zeitpunkts der intrauterinen Insemination, um Frauen dabei zu helfen, ein Baby zu bekommen?
• Die verfügbare Evidenz reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob bestimmte Methoden zur zeitlichen Abstimmung von Eisprung und Insemination sicherer oder wirksamer sind als andere Methoden.• Wir können auch nicht sagen, ob eine bestimmte Methode zur Überwachung oder Auslösung des Eisprungs besser ist. Die Ergebnisse sind zu unsicher oder stammen nur aus einer kleinen Studie.• Künftige Studien sollten bessere Methoden verwenden und den Erfolg der Behandlungen in Bezug auf Lebendgeburten oder fortbestehenden Schwangerschaften messen.
Was ist Subfertilität?Von Subfertilität spricht man, wenn trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr innerhalb von 12 Monaten keine Schwangerschaft eintritt. Bei Frauen ab 35 Jahren gilt diese Einschätzung bereits nach sechs Monaten.(Anmerkung: Wenn man bei älteren Frauen genauso lange (12 Monate) abwartet, geht wertvolle Zeit verloren, in der eine Abklärung oder Behandlung noch besser wirken könnte.) Subfertilität betrifft etwa 10% der Paare, die versuchen, ein Baby zu bekommen.
Wie wird Subfertilität behandelt?Die Behandlungsmöglichkeiten für subfertile Paare variieren und hängen von der Ursache der Subfertilität, dem Alter des Paares, wie lange sie schon probieren, schwanger zu werden, und anderen Faktoren ab.
Eine mögliche Behandlung für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ist die intrauterine Insemination (IUI). Dabei handelt es sich um eine Form der assistierten Befruchtung. Die Spermien werden zu einem gezielt gewählten Zeitpunkt im Menstruationszyklus direkt in die Gebärmutter eingebracht. Dieser Zeitpunkt liegt möglichst nah am Eisprung, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Der Zeitpunkt der Insemination wird meist auf zwei Arten bestimmt: entweder durch eine Hormoninjektion (hCG) oder durch das Messen eines natürlichen Hormonschubs (LH) im Urin oder Blut der Frau. Es werden auch andere Methoden eingesetzt. Es ist jedoch noch nicht klar, welche Methode zur Bestimmung des Zeitpunkts die besten Voraussetzungen für ein gesundes Baby oder eine über das Frühstadium hinaus fortbestehende Schwangerschaft bietet.
Was wollten wir herausfinden?Wir wollten herausfinden, welche der verschiedenen Methoden zur Bestimmung des Zeitpunkts am effektivsten ist, um eine Lebendgeburt zu ermöglichen.
Was genau haben wir gemacht?Wir haben nach Studien gesucht, die verschiedene Methoden der zeitlichen Planung der intrauterinen Insemination (IUI) bei subfertilen Paaren verglichen haben. Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst. Außerdem haben wir das Vertrauen in die Evidenz, basierend auf Faktoren wie Studiengröße und Studienmethoden, bewertet.
Was haben wir herausgefunden?Wir haben 42 Studien gefunden, an denen 6603 Paare teilgenommen haben. Wir haben uns hauptsächlich auf die Evidenz aus sieben Studien mit 1917 Paaren gestützt. Die übrigen 35 Studien wiesen unzureichende Methoden auf oder lieferten nicht genügend Informationen, um eine Analyse ihrer Ergebnisse zu ermöglichen.
Hauptergebnisse• In drei Studien wurden unterschiedliche Zeitintervalle zwischen Hormoninjektion (hCG) und Insemination verglichen. Wir haben die Ergebnisse für verschiedene Zeitintervalle analysiert: 0 bis 33 Stunden versus 34 bis 40 Stunden zwischen Injektion und Insemination sowie 34 bis 40 Stunden versus über 40 Stunden. Die Ergebnisse zeigten keine eindeutige Evidenz für einen Unterschied bei den Schwangerschafts- oder Lebendgeburtenraten zwischen den Gruppen.
• In einer Studie wurde untersucht, ob man den Zeitpunkt der Insemination besser mithilfe einer hCG-Injektion oder anhand des natürlichen Anstiegs des luteinisierenden Hormons (LH) festlegt. Es ist unsicher, ob es einen Unterschied bei den Schwangerschafts- oder Lebendgeburtenraten zwischen den Gruppen gibt.
• In einer Studie wurden zwei Arten von Hormoninjektionen verglichen, die den Eisprung auslösen: ein im Labor hergestelltes hCG und hCG, das aus Urin gewonnen wird. Es ist unklar, ob es einen Unterschied bei den Schwangerschafts- oder Lebendgeburtenraten zwischen den Gruppen gibt.
• In einer Studie wurde untersucht, ob die zusätzliche Gabe des Hormons FSH, das die Eierstöcke anregt, weitere Eizellen zu produzieren, zusammen mit dem üblichen hCG-Ovulationsauslöser die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöht, verglichen mit der alleinigen Anwendung von hCG. Dieser Vergleich zeigte, dass es möglicherweise weniger Lebendgeburten oder fortbestehende Schwangerschaften in der hCG-Gruppe im Vergleich zur hCG-plus-FSH-Gruppe gibt. Die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse ist jedoch niedrig. Größere Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
Was schränkt die Evidenz ein?Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist für alle Vergleiche niedrig. Der Grund ist, dass in den Studien zu wenige Frauen teilnahmen, um verlässliche Aussagen zu den wichtigsten Endpunkten zu machen (Lebendgeburt oder fortbestehende Schwangerschaft)..
Wie aktuell ist die Evidenz?Die Evidenz ist auf dem Stand von Oktober 2023.