Schützen Ballon und Stent zusätzlich zu Medikamenten vor erneuten Schlaganfällen oder Mini-Schlaganfällen?
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Die Ergänzung der Standardbehandlung durch einen Ballonkatheter- oder Stent-Eingriff zur Erweiterung der Blutgefäße im Halsbereich hat im Vergleich zur alleinigen Standardbehandlung möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Risiko eines erneuten Schlaganfalls oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA).
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Unser Vertrauen in diese Ergebnisse ist begrenzt, weil die Studien klein waren, drei davon vorzeitig beendet wurden und sowohl die Teilnehmenden als auch die Ärztinnen und Ärzte wussten, welche Behandlung angewendet wurde. Die tatsächlichen Wirkungen könnten daher von den Ergebnissen abweichen.
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Wir benötigen mehr, umfangreichere und besser durchgeführte Studien, um diese Frage zu untersuchen. Künftige Studien sollten berücksichtigen, wo die Gefäßverengung liegt und wie stark sie ausgeprägt ist, welche Behandlungen eingesetzt werden und wie sich diese langfristig auf die Betroffenen auswirken.
Die Vertebralarterien sind Blutgefäße, die vom Bereich des Schlüsselbeins entlang der Wirbelsäule durch den Nacken verlaufen und den hinteren Teil des Gehirns mit Blut versorgen. Im Laufe der Zeit können sich Fettablagerungen an den Wänden dieser Blutgefäße ansammeln, wodurch diese sich verengen und der Blutfluss eingeschränkt wird. Dies wird als Stenose bezeichnet. In den Studien dieser Übersichtsarbeit lag die Verengung bei einigen Personen in dem Abschnitt der Vertebralarterie außerhalb des Schädels, bei anderen in dem Abschnitt innerhalb des Schädels. Diese Verengung erhöht das Risiko für einen Schlaganfall (eine Hirnschädigung durch eine gestörte Durchblutung) oder einen sogenannten Mini-Schlaganfall (transitorische ischämische Attacke, TIA). Manche Menschen haben keine Symptome, und die Verengung ist nur auf bildgebenden Untersuchungen zu erkennen. Menschen, die aufgrund einer Verengung der Wirbelarterie einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall erlitten haben, leiden an einer symptomatischen Wirbelarterienstenose (VAS).
Wie wird eine symptomatische Stenose der Wirbelarterie (VAS) behandelt?Eine symptomatische VAS wird durch die Behandlung der Risikofaktoren behandelt, beispielsweise durch Rauchentwöhnung, körperliche Bewegung und Gewichtsabnahme. Außerdem werden Medikamente eingesetzt, die die Blutgerinnung hemmen, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken sowie Diabetes behandeln.
Bei manchen Betroffenen führen Ärztinnen und Ärzte einen dünnen Schlauch (Katheter) über eine Arterie in der Leiste oder am Handgelenk bis zur verengten Vertebralarterie. Dort wird ein kleiner Ballon aufgeblasen, um die Verengung zu erweitern. Manchmal wird zusätzlich ein Stent (ein kleines Röhrchen) eingesetzt, damit die Arterie offen bleibt. Dieses Verfahren wird als „endovaskuläre Angioplastie“ bezeichnet.
Es gibt auch andere Eingriffe, die in diesem Review nicht untersucht wurden, zum Beispiel offene Operationen zur Wiederherstellung des Blutgefäßes, Bypass-Operationen und Endarteriektomien. Diese Eingriffe sind jedoch belastender und können mit anderen Risiken und längeren Erholungszeiten verbunden sein.
Was wollten wir herausfinden?Wir wollten herausfinden, ob eine endovaskuläre Angioplastie zusätzlich zur Standardversorgung (Änderungen der Lebensweise und Medikamente) bei Menschen mit symptomatischer VAS die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schlaganfall oder Mini-Schlaganfall verringert, im Vergleich zur alleinigen Standardversorgung Wir wollten außerdem wissen, ob dadurch das Risiko für Todesfälle oder schwerwiegende Komplikationen wie eine erneute Gefäßverengung (Restenose) verringert und der funktionelle Zustand der Teilnehmenden im Alltag verbessert wird.
Wie gingen wir vor?Wir suchten nach randomisierten kontrollierten Studien, in denen bei Menschen mit symptomatischer VAS eine endovaskuläre Angioplastie zusätzlich zur Standardtherapie mit einer alleinigen Standardtherapie verglichen wurde.
Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst und verglichen. Wir bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz, anhand von Aspekten wie Studienmethodik und Größe der Studien.
Was fanden wir heraus?Wir fanden 429 Personen mit symptomatischer VAS. Die meisten waren Männer, und das Durchschnittsalter lag bei 63 Jahren. Davon erhielten 231 Teilnehmende eine endovaskuläre Angioplastie in Kombination mit einer Standardtherapie, während 198 Personen ausschließlich eine Standardtherapie erhielten. Bei einigen war die Verengung innerhalb des Schädels, bei anderen außerhalb.
Drei Studien wurden vorzeitig beendet. Außerdem wussten sowohl die Teilnehmenden als auch die Ärztinnen und Ärzte, welche Behandlung angewendet wurde. Insgesamt hat die zusätzliche Anwendung dieses Verfahrens in der medizinischen Behandlung möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Risiko für Tod oder Schlaganfall innerhalb von 30 Tagen sowie auf das Risiko für Schlaganfall, TIA oder Tod während der Nachbeobachtung. Bei einigen wenigen Personen traten nach dem Eingriff schwerwiegende Komplikationen auf. In keiner Studie wurden Ergebnisse zur Restenose (erneute Verengung des Gefäßes) oder zum funktionellen Zustand berichtet. Die Nachbeobachtung erfolgte entweder kurzfristig, also innerhalb von 30 Tagen nach der Behandlung, oder längerfristig, also über einen Zeitraum von 32 bis 42 Monaten nach der Behandlung.
HauptergebnisseBei Patientinnen und Patienten mit symptomatischer VAS bewirkt die Ergänzung der Standardbehandlung durch eine endovaskuläre Angioplastie möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied in Bezug auf:
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Tod oder Schlaganfall innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen (4 Studien; 429 Teilnehmende);
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Schlaganfall innerhalb von 32 bis 42 Monaten ausgehend von der behandelten Vertebralarterie (4 Studien; 429 Teilnehmende);
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jeglicher Schlaganfall, Tod oder ein Mini-Schlaganfall während des gesamten Zeitraums der Nachbeobachtung (4 Studien; 429 Teilnehmende).
Bei einigen wenigen Personen traten nach dem Eingriff schwerwiegende Komplikationen auf. In keiner Studie wurden Ergebnisse zur Restenose oder zum funktionellen Zustand berichtet.
Was schränkt die Evidenz ein?Unser Vertrauen in die Evidenz ist aus mehreren Gründen gering:
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Die Studien waren klein, und nur wenige der Teilnehmenden erlitten einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall.
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Drei Studien wurden vorzeitig beendet und lieferten daher nicht alle Daten, die wir benötigt hätten.
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Die Teilnehmenden der Studien wussten, welche Behandlung sie erhielten, was die Ergebnisse beeinflusst haben könnte.
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Die drei Studien wurden zwischen 2014 und 2017 durchgeführt, sodass dabei noch nicht die heute verfügbaren Techniken, Stents und Behandlungsverfahren zum Einsatz kamen.
Diese Evidenz entspricht dem Stand vom 9. Dezember 2025.