Wie gut verstehen Sie die Empfehlungsstärke in Leitlinien? Ihre Antwort zählt!

Ein Tablet mit der Aufschrift "Online Umfrage" liegt auf einem Tisch, davor ein Stift und dahinter eine Tastatur. Quelle: MH/stock.adobe.com

Cochrane Deutschland, das Institut für Evidenz in der Medizin am Universitätsklinikum Freiburg und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) suchen Teilnehmende für eine Online-Umfrage. Sie untersucht, wie verständlich die Empfehlungsstärke in medizinischen Leitlinien formuliert ist – also ob der Unterschied zwischen einer starken und einer schwächeren Empfehlung klar erkennbar wird. Die Teilnahme dauert 3 bis5 Minuten und setzt keine medizinischen Vorkenntnisse voraus. Wer mitmachen möchte, findet die Umfrage hier.

Leitlinien sind systematisch erarbeitete Empfehlungen für Ärzte und anderes medizinisches Fachpersonal, aber auch für Patient*innen: Sie basieren auf der besten verfügbaren Evidenz und geben Orientierung bei gesundheitlichen Entscheidungen. Leitlinien sprechen sich nicht nur für oder gegen eine Maßnahme aus, sondern geben dabei auch an, wie stark die jeweilige Empfehlung ist. Bei einer starken Empfehlung überwiegt der Nutzen die Risiken klar, sodass sie für nahezu alle Betroffenen gilt. Bei einer schwächeren, bedingten Empfehlung ist die Abwägung weniger eindeutig; die Entscheidung hängt dann stärker von der individuellen Situation und den Präferenzen der Patient*innen ab. Für die verschiedenen Empfehlungsstärken gibt es verschiedene sprachliche Formulierungen, 

Umfrageergebnisse sollen Gesundheitsempfehlungen klarer machen

Bislang ist allerdings kaum untersucht, wie gut oder schlecht Menschen verstehen, was genau mit den verschiedenen Formulierungen gemeint ist. Sprich: Ob sie aus der Formulierung, die für bedingte Empfehlungen typischerweise verwendet wird, tatsächlich herauslesen können, dass es sich um eine bedingte, also eingeschränkte Empfehlung handelt – und nicht um ein starke. In unserer randomisierten Umfrage (Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00038251) wird jede teilnehmende Person zufällig einer Formulierungsvariante zugeteilt und beantwortet anschließend kurze Fragen dazu, wie sie diese Variante versteht. Die Ergebnisse sollen helfen, künftige Gesundheitsempfehlungen klarer zu formulieren.

Die Umfrage ist Teil eines internationalen, mehrsprachigen Projekts unter Leitung der McMaster University (Hamilton, Kanada). Unter allen Teilnehmenden unserer Umfrage werden zehn Büchergutscheine (je 25 €) verlost. Die Studienleitung hat Prof. Dr. med. Jörg Meerpohl, Koordinatorin ist Dr. med. Alicia Zink (zink@cochrane.de).

Teilen Sie die Umfrage gern in Ihrem Umfeld – egal, ob in der Familie, im Sportverein oder unter Kolleg*innen. Jede Antwort zählt!