Wenn regelmäßige Blutspender*innen über mehrere Wochen oder Monate Eisenpräparate einnehmen, sorgt das wahrscheinlich dafür, dass weniger von ihnen wegen zu niedriger Hämoglobinwerte bei der nächsten Blutspende aussetzen müssen: statt 173 von 1000 Spendewilligen ohne Eisen-Einnahme wären es mit Eisenpräparat-Einnahme 67 von 1000. Das zeigt – passend zum Weltblutspendetag am 14. Juni – ein jetzt aktualisierter Cochrane Review.
Allerdings deutet die Evidenz auch darauf hin, dass manche Menschen, die Eisentabletten einnehmen, zumindest zu Beginn möglicherweise häufiger Magen-Darm-Beschwerden haben könnten als Menschen, die keine solchen Präparate zu sich nehmen. Dazu zählen Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall.
Jede Blutspende entzieht dem Körper Eisen – ein wichtiges Spurenelement, um rote Blutkörperchen zu bilden. Wer regelmäßig Blut spendet, hat daher ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel. Bei manchen Spender*innen können die Eisenspeicher dadurch mit der Zeit sinken.
Eisenmangel bei Frauen häufiger als bei Männern
Im Hintergrundteil des Cochrane Reviews verweisen die Autor*innen auf Daten aus der Danish Blood Donor Study. Diese zeigen, dass Eisenmangel bei Menschen, die häufig Blut spenden, verbreitet ist: Betroffen sind bis zu 39 Prozent der Frauen vor den Wechseljahren, bis zu 22 Prozent der Frauen nach den Wechseljahren und bis zu 9 Prozent der Männer. Ist der Hämoglobinwert zu niedrig, kann das für die Betroffenen gesundheitliche Nachteile haben – etwa Schwäche, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Betroffene dürfen dann vorübergehend kein Blut spenden. Das wiederum kann die Versorgung mit Spenderblut einschränken, denn wenn Spendewillige wegen niedriger Hämoglobinwerte abgewiesen werden, kann das ihre Bereitschaft zu weiteren Blutspenden verringern. Die Gesundheit von Blutspender*innen ist daher auch wichtig, um die Blutversorgung langfristig zu sichern.
38 Studien, 7475 Teilnehmende
Der aktualisierte Cochrane Review hat insgesamt 38 Studien mit 7475 Teilnehmenden zusammengefasst, darunter 8 neu eingeschlossene Studien. Die einzelnen Ergebnisse beruhen allerdings jeweils auf deutlich weniger Studien. Beispielsweise stammt das Ergebnis zum Ausschluss von Spendewilligen wegen niedriger Hämoglobinwerte aus 7 Studien mit 1647 Teilnehmenden. In den meisten Untersuchungen wurde Eisen als Tablette verabreicht; nur fünf Studien prüften Injektionen oder intravenöse Infusionen.
Die vollständige Übersichtsarbeit ist in der Cochrane Library frei zugänglich.