Jörg Meerpohl zu Gast beim Sciana Netzwerk

Grafik: Sciana-Netzwerk, Whose Evidence Counts? YouTube Thumbnail des Interviews mit Jörg Meerpohl. Bildrechte: Sciana-Netzwerk

„Whose Evidence Counts? Building Trust Through More Representative Clinical Trials“: Zu diesem Thema hat Prof. Dr. Jörg Meerpohl, Direktor von Cochrane Deutschland, den Mitgliedern des trinationalen Sciana-Netzwerks kürzlich Rede und Antwort gestanden. Das Interview in englischer Sprache ist jetzt hier kostenfrei abrufbar. Das Sciana-Netzwerk bringt Fachleute aus dem Gesundheitswesen aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz zusammen.

Meerpohl geht in dem Gespräch beispielsweise darauf ein, in welchen Staaten besonders viele klinische Studien durchgeführt werden und in welchen weniger – und welche Hürden die Forschung in Deutschland erschweren. Er erläutert den Sciana-Fellows zudem, welche Personengruppen in der klinischen Forschung oft unterrepräsentiert sind – und zu welchen Erkrankungen besonders viel bzw. besonders wenig geforscht wird und woran das liegt. „Gespräche wie das mit den Sciana-Fellows helfen, Wissen über evidenzbasierte Gesundheitsforschung und -versorgung zu verbreiten und Fachleute aus dem Gesundheitswesen weiterzubilden – und auch das ist eine wichtige Aufgabe der Cochrane Deutschland Stiftung“, so Meerpohl. „Wenn ein solches Gespräch dann im Nachgang auch noch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, freut mich das umso mehr.“ 

Expertengespräche zum "Vertrauen in klinische Studien"

Das Sciana-Netzwerk ist eine Initiative der britischen Wohltätigkeitsorganisation Health Foundation, der Schweizer Stiftung Careum sowie der Robert Bosch Stiftung. Jedes Jahr wählt es 18 Expert*innen aus dem Gesundheitswesen aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien aus, die dann berufsgruppenübergreifend an selbst gewählten Schwerpunktthemen arbeiten. 

Einige Teilnehmer des siebten Jahrgangs – der so genannten „Cohort 7“ – widmen sich noch bis zum Herbst dem Thema „Vertrauen in klinische Studien“. „Uns interessiert insbesondere, wie Vertrauen entsteht, wo es verloren geht und wie Gesundheits- und Forschungssysteme Kommunikation, Beteiligung und Evidenz so gestalten können, dass sie für Menschen nachvollziehbar, relevant und anschlussfähig werden“, erläutert „Cohort 7“-Mitglied Andreas Welker, Ministerialrat und Leiter des Referats „Gesundheitsschutz, Infektionsschutz und Epidemiologie“ im Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg. Die Sciana-Fellows um Welker führen dafür unter anderem Gespräche mit rund einem Dutzend Fachleute wie Jörg Meerpohl. „Besonders wichtig war für uns Jörg Meerpohls Perspektive darauf, wann Evidenz für Patient*innen, Fachpersonen und Entscheidungsträger tatsächlich als relevant und vertrauenswürdig wahrgenommen wird – etwa mit Blick auf Repräsentativität klinischer Studien, unterrepräsentierte Gruppen, Indirektheit von Evidenz und die Rolle von Evidenzsynthesen“, so Welker. Welker und die übrigen Fellows planen, die Ergebnisse ihrer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema in einem Abschluss-Videopodcast zusammenzufassen und zu diskutieren – und auch ihn dann der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.