Verhaltensorientierte Interventionen zur Rauchentwöhnung: Überblick und Netzwerk-Meta-Analyse

Das Beste, was Raucher für ihre Gesundheit tun können, ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber das ist oft leichter gesagt, als getan. Neben der etablierten Nikotinersatztherapie (z.B. mit Nikotinpflastern) können auch vielfältige Maßnahmen auf Ebene des Verhaltens beim Rauchstopp helfen. Dazu zählen unter anderem Angebote zur Beratung und Aufklärung über die Risiken des Rauchens ebenso wie Geldprämien, Smartphone-Apps und Bewegungsprogramme oder eine Hypnosetherapie. Allerdings ist nicht klar, wie wirksam manche dieser Ansätze sind und welche davon am empfehlenswertesten sind.

Ziel dieser Arbeit war es nun, einen Überblick über die bereits zahleichen Cochrane Reviews zu solchen verhaltensorientierten Interventionen zu geben und die darin enthaltenen Studienergebnisse mit Hilfe des mathematischen Verfahrens einer Netzwerk-Metaanalyse (NMA) erneut auszuwerten. Die Autoren fanden 33 relevante Cochrane Reviews auf Basis von 312 Studien mit 250.503 erwachsenen Rauchern (im Alter von 18 bis 63 Jahren). Die Studien untersuchten 437 verschiedene Kombinationen von Maßnahmen zur Raucherentwöhnung.

Die Auswertung dieser komplexen Datenlage zeigt, dass einige der untersuchten Maßnahmen offenbar tatsächlich helfen können, für sechs Monate oder länger mit dem Rauchen aufzuhören. Besonders deutlich zeigt sich dies für Beratungsangebote, aber auch für finanzielle Anreize durch Geldprämien. Wahrscheinlich hilft auch eine Verhaltensunterstützung per SMS mehr Menschen, mit dem Rauchen aufzuhören, die Evidenz ist hier aber weniger deutlich. Keine befriedigenden Aussagen können die Autoren dagegen über die Wirksamkeit anderer Arten von Verhaltensunterstützung wie Hypnotherapie oder Programme für mehr Bewegung machen. Auch die Frage, welchen Einfluss die Person oder Berufsgruppe hat, welche die Verhaltensunterstützung anbietet, ließ sich auf Basis der Studien nicht beantworten. Auf unerwünschte Wirkungen der Maßnahmen gab fanden sich keine Hinweise, allerdings untersuchten nur wenige Studien diese Frage.


Zum Cochrane Review mit Zusammenfassung in einfacher Sprache (zeitnah auch auf Deutsch verfügbar)


Anmerkung: Im Sinne einer genderneutralen Sprache nutzen wir den Genderstern (wie in Leiter*in). Für ältere Texte gilt weiterhin: Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.