Phototherapie zur Linderung von Neurodermitis

Pünktlich zum Beginn der dunkleren Jahreszeit kommt ein Lichtblick von Cochrane Skin: In ihrem neuen Cochrane Review zur Wirksamkeit von Lichttherapie bei Neurodermitis finden die Cochrane-Autor*innen Evidenz dafür, dass die Schmalband-UVB-Phototherapie im Vergleich zu Placebo den Schweregrad der Erkrankung und  den dadurch verursachten Juckreiz womöglich verbessern kann. 

Neurodermitis, auch bekannt als atopisches Ekzem, ist eine chronische Hautentzündung (Ekzem), die oft schubweise verläuft und mit starkem Juckreiz einhergeht. Die Symptome beginnen meist in der Kindheit. Sie verbessern sich häufig (aber nicht immer) mit zunehmendem Alter. Die Erkrankung wird durch eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren verursacht und kann die Lebensqualität von Betroffenen deutlich und langfristig beeinträchtigen.

Zur Behandlung der Ekzeme werden typischerweise Cremes oder Salben auf die Haut aufgetragen, die den Juckreiz und die Rötungen lindern sollen. Bleibt die erwünschte Wirkung aus, stellen systemische Medikamente, die auf den ganzen Körper wirken, oder eine Phototherapie (Lichttherapie) den nächsten Schritt in der Behandlung dar. Bei der Phototherapie kann es sich um UVB- (Strahlung im Wellenlängenbereich von 280 bis 315 Nanometer), UVA- (Strahlung im Wellenlängenbereich von 315 bis 380 Nanometer) oder Photochemotherapie (PUVA) handeln. Letztere kombiniert die Phototherapie mit weiteren Methoden oder Substanzen, um die Haut für die Lichttherapie zu sensibilisieren. 

Autor*innen der Cochrane Skin Group wollten wissen, was Nutzen und Risiken der Phototherapie zur Behandlung von Neurodermitis sind. Sie suchten nach Studien, in denen die Phototherapie mit keiner Behandlung, mit Placebo (einer Scheinbehandlung) und anderen Formen der Phototherapie oder einer anderen Art der Ekzembehandlung verglichen wurde. Die Studien konnten Menschen jeden Alters einschließen, bei denen Neurodermitis von einer medizinischen Fachkraft diagnostiziert wurde. Insgesamt schlossen die Autor*innen 32 Studien mit 1219 Menschen in den Review ein. Ihre wichtigesten Ergebnisse:

  • Schmalband-UVB-Bestrahlung (UVB-Licht eines schmalen Wellenlängebereichs) kann im Vergleich zu Placebo den Schweregrad von Ekzemen einschließlich Juckreiz möglicherweise verbessern. Allerdings ist die Evidenz hierfür von geringer Vertrauenswürdigkeit. Ebenso auf Evidenz von geringer Vertrauenswürdigkeit basiert das Ergebnis, dass diese Behandlungsform keinen Einfluss auf die Zahl der Personen zu haben schien, die eine Studie aufgrund unerwünschter Wirkungen verlassen.
  • Genaue Schlussfolgerungen für andere Arten der Phototherapie-Behandlung ließen sich nicht ziehen.
  • Weitere Studien sind vonnöten, um die längerfristige Wirksamkeit und die Sicherheit von Schmalband-UVB und anderen Formen der Phototherapie bei Neurodermitis zu untersuchen.

In keiner der Studien, die Schmalband-UVB mit Placebo verglichen, wurde die Lebensqualität der Teilnehmenden untersucht.

Einige Studien verdeutlichen, dass Phototherapie auch unerwünschte Wirkungen nach sich ziehen kann, darunter Hautreaktionen oder -reizungen, eine Verschlimmerung des Ekzems und Hautinfektionen. Diese traten jedoch nur selten auf.

Die Ergebnisse des Cochrane Reviews sind mit einiger Unsicherheit behaftet, vor allem weil insgesamt nur wenige Studien miteinander verglichen werden konnten und weil die einzelnen Studien im Allgemeinen nur eine kleine Zahl an Teilnehmenden umfassten. 



Anmerkung: Im Sinne einer genderneutralen Sprache nutzen wir den Genderstern (wie in Leiter*in). Für ältere Texte gilt weiterhin: Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.