Neue Podcast-Serie „The Recovery“ über Wege für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung

Der übermäßige Einsatz von unnötigen diagnostischen Verfahren und Behandlungen bedroht die Gesundheit von Patient*innen und die Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen in aller Welt. Eine neue englischsprachige Podcast-Reihe von Cochrane Sustainable Healthcare und dem British Medical Journal (BMJ) diskutiert Ansätze und konkrete Initiativen zur Eindämmung dieser medizinischen Überversorgung.

Die Serie von sechs Podcasts läuft unter dem Titel „The Recovery – Voices of action towards sustainable healthcare“. Gastgeber sind Fiona Godlee, Chefredakteurin des BMJ, und dem australischen Journalisten und Gesundheitswissenschaftler Ray Moynihan. In der Auftaktfolge erklärt Minna Johansson, Direktorin von Cochrane Sudtainable Healthcare, das Problem der medizinischen Überversorgung und warum wir weltweit so dringend eine nachhaltigere, robustere Gesundheitsversorgung brauchen. Zu den Gästen der weiteren Folgen zählen eine Reihe von renommierten Forschern und Aktivisten.

„All diese Stimmen sind Teil eines wachsenden globalen Chors, der sich für eine grundlegende Reform unserer medizinischen Praxis einsetzt und zeigt, dass radikale neue Alternativen schon jetzt machbar sind“, schreiben Godlee, Moynihan und Johansson in einem Beitrag im BMJ zur Eröffnung der Serie.

„Die meisten Gesundheitsleistungen verlängern das Leben und verringern das Leiden, aber zu viele Medikamente sind unnötig und schädlich“, warnen sie darin. Bei der Reduzierung medizinischer Überversorgung gehe es nicht in erster Linie darum, Geld zu sparen. Vielmehr gelte es, Schaden für Menschen und den Planeten zu vermeiden. „Unnötige Tests, Behandlungen und Diagnosen schaden den Menschen direkt, etwa durch unerwünschte Wirkungen von Medikamenten und Operationen, psychosoziale Schäden und höhere Belastungen durch Behandlungen. Und da die Ressourcen für die Gesundheitsversorgung endlich sind, schadet die Verschwendung den Patient*innen auch indirekt. Denn die übermäßige Inanspruchnahme bestimmter medizinischer Maßnahmen bedeutet, dass weniger Ressourcen zur Verfügung stehen, um die Unterversorgung und Unterdiagnose in anderen Bereichen zu bekämpfen“.


Anmerkung: Im Sinne einer genderneutralen Sprache nutzen wir den Genderstern (wie in Leiter*in). Für ältere Texte gilt weiterhin: Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.