Direkt zwischen die Augen: Botox gegen Fältchen im Gesicht

„Ich bin stolz auf die Falten. Sie sind das Leben in meinem Gesicht.“ So wie die französiche Schauspiellegende Brigitte Bardot denkt durchaus nicht jede(r), die oder der in ihrem Gesicht im Laufe der Jahre immer mehr Zornes-, Lach- und sonstige Fältchen entdeckt. Viele von Bardots berühmten Kolleginnen (und Kollegen) machen es vor: Um die Glätte der Jugend wiederherzustellen, lassen sie sich das Toxin des Bakterium Clostridium botulinum, kurz Botox unter die Haut spritzen. Und immer öfter verlangen auch schon junge Menschen nach dem makellosen Botox-Look.

Die Autoren eines neuen Cochrane Reviews haben sich nun die Evidenz aus Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit solcher Botox-Injektionen gegen Gesichtsfalten genauer angesehen. Material fanden sie jede Menge: 65 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt fast 15.000 Teilnehmenden, die zumeist den Effekt von Botulinumtoxin vom Typ A (dem gängigen Typ) mit dem von Placebo verglichen. Besonders oft wurde dabei der Effekt auf Glabellafalten (Zornesfalten) zwischen den Augenbrauen untersucht, in der Praxis eine der häufigsten Anwendungen von Botox.

Der Review kommt zu dem Schluss, dass Botox tatsächlich effektiv Zornes- und andere Fältchen im Gesicht glättet, gemessen an der Wirkung vier Wochen nach der Injektion. Unerwünschte Wirkungen sind eher selten, es kann aber zu hängenden Augenlidern, Silberblick oder Taubheitsgefühlen um die Augen kommen.Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE für die Wirksamkeit gegen Glabellafalten war dabei moderat bis hoch, für andere Wirkungen war sie weniger zuverlässig.

Eine Frage lässt auch dieser Review allerdings offen, notgedrungen: Ob ein künstlich geglättetes Gesicht wirklich schöner ist, als eines, dem man das Leben ansieht, bleibt im Auge des Betrachters.

 Zum Review Botulinum toxin type A for facial wrinkles


Anmerkung: Im Sinne einer genderneutralen Sprache nutzen wir den Genderstern (wie in Leiter*in). Für ältere Texte gilt weiterhin: Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.