Warum Cochrane?

„Die Wissenschaft hat festgestellt…“ - Ob im Internet oder der guten alten Zeitung: Aus allen Richtungen prasseln heute Aussagen nach diesem Schema auf uns ein, auch und gerade zu allen erdenklichen Fragen rund um unsere Gesundheit. Doch welche Meldungen sind wirklich wissenschaftlich fundiert, welche völlig übertrieben oder gar „Fake News“? Im Wirrwarr scheinbar widersprüchlicher Nachrichten kann man leicht die Übersicht verlieren.

Auch Experten geht es kaum besser: Die Anzahl neu publizierter wissenschaftlicher Studien hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Die zentrale Literaturdatenbank Medline hat inzwischen über 30 Millionen Einträge, allein in der Medizin kommen jedes Jahr mehr als 25.000 neue randomisierte kontrollierte Studien (RCTs – die „Königsklasse“ unter den klinischen Studien) hinzu.

Orientierung in diesem Informationsdschungel zu geben, ist Hauptaufgabe von Cochrane. Für einen Cochrane Review sichten die Autoren sämtliche bekannte Evidenz zu einer Fragestellung, gewichten die einzelnen Studienergebnisse nach strengen und anerkannten Kriterien und versammeln und bewerten die gesamte Evidenz schließlich in einer umfassenden Synthese. 

Für Ärzte und andere Gesundheitsprofis sind Cochrane Reviews eine leicht zugängliche Quelle von zuverlässigen Informationen zum aktuellen Stand der Wissenschaft. Dadurch sind die Übersichtsarbeiten eine wichtige Grundlage für Entscheidungen im Gesundheitswesen – viele medizinische Leitlinien beruhen zu weiten Teilen auf Evidenzsynthesen von Cochrane. Aber auch Patienten und interessierte Laien können sich hier informieren, insbesondere in den laienverständlichen Kurzzusammenfassungen, die jeder Cochrane Review enthält.

Über die Produktion von systematischen Reviews hinaus setzt sich Cochrane aber auch für die verstärkte Nutzung der Evidenz ein (Advocacy) und engagiert sich gesellschaftlich für eine bessere Gesundheitskompetenz und das dafür nötige wissenschaftliche Grundverständnis.

 


Anmerkung: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.