Der Preis wurde bis 2007 regelmäßig vom Deutschen Cochrane Zentrum für evidenzbasierte Leitlinien, Studien zur Implementierung und Evaluation von evidenzbasierter Medizin, systematische Übersichtsarbeiten (Metaanalysen) oder methodisch herausragende Originalarbeiten vergeben, die eine praxisrelevante Fragestellung der Gesundheitsversorgung nach den Prinzipien der Evidenz-basierten Medizin beantworten. Gestiftet wurde der Preis von der Deutschen Krankenversicherung AG. Die Preisverleihung erfolgte für wechselnde Themenschwerpunkte.
- Preisträger 2007
- Preisträger 2006
- Preisträger 2005
- Preisträger 2004
- Preisträger 2003
- Preisträger 2001
- Erste Preisträger: 2000
Preisträger 2007
Der Preis wurde im November 2007 im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages in Düsseldorf
für eine Arbeit aus dem Fachgebiet der Zahnmedizin.verliehen:
Eberhard J, Jervoe-Storm P-M, Needleman I, Worthington H, Jepsen S.
Full-mouth treatment concepts for chronic periodontitis. A systematic review
Preisträger 2006
Der
Preis wurde im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Geriatrie in Berlin an Herrn PD Dr. Klaus Hauer,
Bethanien-Krankenhaus , Geriatrisches Zentrum, Klinikum der
Universität Heidelberg, für seine Arbeit aus dem
Bereich der Geriatrie verliehen. |
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Ein spezielles Trainingsprogramm kann die Bewegungsfähigkeit älterer, an Demenz erkrankter Menschen verbessern und deren Sturzrisiko mindern. Dieses Trainingskonzept wurde von Privatdozent Dr. Klaus Hauer vom Bethanien-Krankenhaus Heidelberg entwickelt.
Für seine wegweisenden Arbeiten im Bereich der medizinischen Versorgung älterer Menschen ist der Heidelberger Sportwissenschaftler und Biologe im November 2006 gleich zweifach ausgezeichnet worden: Der Förderpreis der Wilhelm Woort-Stiftung ist mit 30.000 Euro dotiert ist und wird alle zwei Jahre für anwendungsnahe Forschung im Bereich der Versorgung älterer Menschen vergeben. Der Cochrane-Preis, der von der Deutschen Krankenversicherung AG gestiftet wurde, unterstützt Forschungsprojekte im Bereich evidenz-basierter, Medizin und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Demenzerkrankungen im Alter sind häufig: Ungefähr ein Drittel der über 85-Jährigen in Deutschland leidet an so genannten kognitiven Störungen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird ihre Zahl von heute ca. einer Million sich bis 2040 mehr als verdoppeln. Die betroffenen Menschen sind sowohl in ihrer Denkleistung als auch in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, zusätzlich entwickeln sie oft Verhaltensauffälligkeiten. Mit der Erkrankung gehen oft der Verlust der Selbstständigkeit und ein hohes Risiko für Stürze einher. "Epidemiologische Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen den kognitiven und körperlichen Leistungen", erklärt Dr. Klaus Hauer. So können bestimmte motorische Störungen auf spätere kognitive Schädigungen hinweisen.
Preisträger 2005
2005 erhielt Dr. Stefan Sauerland von der Biochemischen und Experimentellen Abteilung am II. Chirurgischen Lehrstuhl der Universität Köln für seinen Cochrane Review 'Laparoscopic vs open surgery for suspected appendicitis'. Dr. Sauerland nahm den Preis im Rahmen des 6. Symposiums Evidenzbasierte Medizin vom 3. -5. März 2005 in Berlin entgegen.
Preisträger 2004
Systematische Übersichtsarbeit wird ausgezeichnet
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| Die Überreichung des Preises
durch Dr. Jürgen Messemer und Dr. Gerd Antes |
Der Preisträger Dr. Dirk Bassler |
Im Rahmen des 5. Symposiums Evidenzbasierte Medizin vom 12. – 14.02.2004 in Lübeck wurde der 4. DKV Cochrane Preis verliehen. 2003/2004 wurde der mit Euro 10.000 dotierte Preis für Arbeiten zur Gesundheitsförderung oder zur Früherkennung, Prophylaxe und Therapie von Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ausgeschrieben.
Dr. Jürgen Messemer, Vorstandsmitglied der DKV, überreichte den Preis am 13. Februar an Dr. Dirk Bassler, McMaster University, Kanada (für die Autoren), für die Systematische Übersichtsarbeit „Ketotifen alone or as additional medication for long-term control of asthma and wheeze in children“ (Schwarzer G, Bassler D, Mitra A, Ducharme FM, Forster J).
Preisträger 2003 - Evidenz-basierte Leitlinie „Inkontinenz“ wird ausgezeichnet
Die DKV Deutsche Krankenversicherung, ein Unternehmen der ERGO Versicherungsgruppe, und das Deutsche Cochrane Zentrum in Freiburg haben am 14. März den DKV-Cochrane-Preis für das Jahr 2003 verliehen. Preisträger der mit 25.000 Euro dotierten Auszeichnung ist die Evidenz-basierte Leitlinie „Inkontinenz“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Als Autoren der Leitlinie nahmen Dr. Christina Niederstadt und Prof. Dr. Thorsten Doering im Rahmen des 4. Symposiums Evidenzbasierte Medizin in Freiburg den Preis entgegen. Der Allgemeinmediziner Doering erläuterte zur Inkontinenz-Leitlinie: „Bis zu 30 Prozent der über 80jährigen Mitbürger sind von Inkontinenz betroffen. Viele Patienten verschweigen dies schamhaft und thematisieren es auch beim Arztbesuch nicht spontan. Mit Hilfe der Leitlinie können die Hausärzte die Ursachen rasch abklären und geeignete Behandlungsmaßnahmen einleiten.“
Die DKV fördert die Umsetzung von Evidenz-basierter Medizin (EbM) für den Praxis-Alltag. Deswegen stiftet sie zusammen mit dem Deutschen Cochrane Zentrum in Freiburg seit dem Jahr 2000 den mit 25.000 Euro dotierten DKV-Cochrane-Preis. Das Deutsche Cochrane-Zentrum ist eine der international führenden Institutionen auf dem Gebiet der EbM. 2003 wurde der Preis, der zu den höchstdotierten Mediziner-Preisen gehört, für praxisrelevante Arbeiten zur Anwendung von EbM bei urologischen Erkrankungen ausgeschrieben.
Von einem verstärkten Einsatz Evidenz-basierter Medizin erwartet die DKV eine spürbare Qualitätsverbesserung in der medizinischen Be-handlung. Anlässlich der Preisverleihung sagte Dr. Dieter Ziegenhagen, leitender Arzt der DKV: „Die Behandlungsoptimierung durch Evidenz-basierte Leitlinien kommt den Patienten auf zwei Wegen zugute: Die Diagnostik wird beschleunigt und die wirksamste Therapie für eine schnelle Besserung gezielt durchgeführt. Durch eine günstige Relation zwischen medizinischem Aufwand und Behandlungserfolgen wird auch das Gesundheitswesen finanziell weniger stark belastet.“
![]() Überreichung des Schecks |
![]() Rede von Hr. Dr. Antes |
Preisträger 2001
Akupunktur stellt sich der wissenschaftlichen Prüfung
Das 5. Petersberger Gespräch stellte die Frage: "Welche
Evidenzen existieren zur Akupunktur?". Bei der Akupunktur sind
wissenschaftliche Untersuchungen besonders dringlich, um zu klären,
bei welchen Erkrankungen diese Methode gut wirkt und wie sie im
Vergleich zu anderen Behandlungen abschneidet. Nach Schätzungen
entstehen durch die Akupunktur allein zu Lasten der gesetzlichen
Krankenkassen jährliche Behandlungskosten in Höhe von
DM 600 bis 700 Millionen. Gerade die privaten Krankenversicherer
leisten in einem nicht unerheblichen Umfang und viele Patienten
bezahlen die Akupunktur aus eigener Tasche.
Trotz der breiten Anwendung der Akupunktur und ihrer großen
Akzeptanz bei Patienten hat der Bundesausschuss der Ärzte und
Krankenkassen am 16. Oktober 2000 beschlossen, die Akupunktur zunächst
nicht in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen aufzunehmen.
Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass Nutzen, medizinische
Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit der Methode nach dem derzeitigen
Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht zu bestätigen
sind, mithin die Bedingungen für eine Aufnahme in den GKV-Leistungskatalog
nicht vorliegen. Es gebe jedoch bei der Therapie chronischer Schmerzen
Hinweise auf einen "möglichen nutzbringenden Effekt",
die eine Erprobung zulasten der Kassen rechtfertigten. Werden die
jetzt anlaufenden Modellversuche wirklich wegweisende Erkenntnisse
bringen oder sind sie nur ein Marketing-Instrument im Konkurrenzkampf
der Krankenkassen? Dies war eine der Kernfragen unseres Petersberger
Gesprächs.
Eine weitere wichtige Frage ist: "Was ist die beste Methode,
um die Wirksamkeit der Akupunktur bei verschiedenen Erkrankungen
zu untersuchen?"
Im speziellen ging das Petersberger Gespräch noch der Frage
nach, welche Erkenntnisse für die Wirksamkeit der Akupunktur
bei bestimmten Indikationen (Rückenschmerzen, Stillproblemen)
schon vorliegen. Während man lange auf Spekulationen angewiesen
war, was die Akupunktur wirklich bringt, sind erst seit wenigen
Jahren methodisch hochwertige Untersuchungen mit ausreichenden Patientenzahlen
durchgeführt worden.
Um diese Bemühungen weiter zu fördern, werden 2001 zwei wissenschaftliche Arbeitsgruppen mit dem DKV-Cochrane-Preis ausgezeichnet, die sich beide mit Akupunktur bei Rückenschmerzen befaßt haben:
Die interdisziplinäre Forschergruppe um Dr. rer. nat. Eric Leibing von der Universitätsklinik Göttingen hat 131 Patienten mit chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule untersucht. Die Forscher haben herausgefunden, dass zwanzig Akupunktursitzungen über einen Zeitraum von drei Monaten in Kombination mit Krankengymnastik zu signifikant besseren Behandlungsergebnissen führt als eine alleinige Krankengymnastik. Allerdings ließ dieser Effekt in der Nachbeobachtungszeit von neun Monaten nach. Zudem erwies sich eine sog. Scheinakupunktur, bei der die Nadeln weniger tief und neben die klassischen chinesischen Akupunkturpunkte gesetzt wurden, als nahezu gleich wirksam wie die reguläre Akupunktur. Die Forschergruppe der Universität Göttingen gelangte zu der Schlussfolgerung, dass die Akupunktur bei der Behandlung chronischer Schmerzen der Lendenwirbelsäule kurzzeitige Besserungen bewirkt, die jedoch bei längerer Beobachtung nicht stabil bleiben. Weiterhin scheint der Plazebo-Effekt bei der Wirksamkeit der Akupunktur eine bedeutsamere Rolle als spezifische Heilwirkungen zu spielen.
Dr. med. Dominik Irnich und Kollegen behandelten in einer Studie, an der die Universitäten München und Würzburg beteiligt waren, 177 Patienten mit chronischen Nackenschmerzen entweder mit Akupunktur, Scheinakupunktur oder Massagen. In diesem Fall wurde die Scheinakupunktur mit einem Lasergerät durchgeführt, dessen Leistung zuvor auf Null reduziert worden war. Nach fünf Behandlungen innerhalb von drei Wochen konnte eine signifikante Überlegenheit der Akupunktur gegenüber der Massagetherapie nachgewiesen werden. Besonders deutlich war dieser Effekt bei Patienten, die schon länger als fünf Jahre über Schmerzen klagten. Aber auch in dieser Studie war die überlegene Wirksamkeit der Akupunktur innerhalb einer Nachbeobachtungszeit von drei Monaten abgeklungen und zudem wies die Scheinakupunktur ähnlich positive Resultate wie die reguläre Akupunktur auf. Die Schlussfolgerung der Untersucher lautet, dass die Akupunktur bei der Behandlung von Nackenschmerzen eine lediglich kurzfristige Wirksamkeit besitzt.
Aus diesen wichtigen Untersuchungen wird deutlich, wieviel weiterer Forschungsbedarf noch besteht. Durch weitere Studien gilt es noch herauszufinden, wie oft und mit welcher genauen Methodik die Akupunkturen durchgeführt werden müssen, welche Krankheitsbilder und Patiententypen sich für diese Behandlung wirklich eignen und ob weniger aufwendige Verfahren nicht in vielen Fällen genauso gut wirken.
Die Petersberger Gespräche sind hochrangig besetzte wissenschaftliche Symposien, die sich mit kontroversen Themen der medizinischen Versorgung befassen. Die am 17. November 2001 im Gästehaus Petersberg stattfindende 5. Veranstaltung dokumentierte das kontinuierliche Engagement der DKV für die evidenzbasierte Medizin (Evidence-based Medicine, EbM). Veranstaltet wird das Symposium gemeinsam mit dem Deutschen Cochrane-Zentrum Freiburg. Das Freiburger Cochrane-Zentrum ist die nationale Schaltstelle der Cochrane-Collaboration, eines internationalen Netzwerks von Wissenschaftlern und Ärzten, die für das Ziel einer evidenzbasierten Medizin arbeiten. Die Förderung der evidenzbasierten Medizin durch die DKV zeigt sich auch in der jährlichen Ausschreibung des Cochrane-Preises für wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Themenbereich, der mit 25.000 Euro dotiert ist und 2001 zum zweiten Mal vergeben wurde.
Verleihung des ersten DKV-Cochrane Preis im November 2000
Rund 20% der Patienten, die einen Hausarzt aufsuchen, leiden an
einer somatoformen Störung. Diese Patienten zeigen wiederholt
körperliche Symptome und fordern medizinische Untersuchungen,
trotz wiederholter negativer Ergebnisse. So werden diese Patienten
immer wieder anderen, neuen und teuren diagnostischen Maßnahmen
unterzogen. Zum einen stellen diese medizinisch nicht notwendigen
Untersuchungen einen erheblichen Kostenfaktor dar, zum anderen wird
diesen Patienten durch die nicht eingeleitete notwendige Psychotherapie
ein Stück Gesundung vorenthalten.
Mit der Erstellung ihrer "Leitlinien Somatoforme Störungen"
will die Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für
Psychotherapeutische Medizin (DGPM) bestehend aus Dr. med. P. Henningsen
(federführend, Psychosomatische Universitätsklinik Heidelberg),
Dr. med. N. Hartkamp (Düsseldorf), PD Dr. med. Th. Loew (Erlangen),
Dr. med. M. Sack (Hannover) und PD Dr. med. C. E. Scheidt (Freiburg)
einen ersten Schritt zur Verbesserung der Versorgung dieser Patienten
unternehmen. Die Leitlinien basieren sowohl auf der bestmöglichen
Evidenz in diesem Bereich als auch auf einem breiten Expertenkonsenus
innerhalb der DGPM. Zusätzlich erfolgte eine Abstimmung mit
allen maßgeblichen Fachgesellschaften auf diesem Gebiet.
Die 5 Wissenschaftler wurden für ihre praxisrelevante Arbeit
mit dem DKV-Cochrane Preis 2000 ausgezeichnet. Die Preisverleihung
erfolgte anläßlich des 4. Petersberger Gespräches
zur "Evidenz-basierten Medizin" am 11.11.2000.



