Cochrane Kompakt

Beeinflusst die Tageszeit, zu der eine Herzoperation durchgeführt wird, die Behandlungsergebnisse?

4 days ago
Kernaussagen
  • Die Tageszeit, zu der eine Herzoperation mit Herz-Lungen-Maschine durchgeführt wird, könnte die Behandlungsergebnisse beeinflussen.

  • Wir fanden eine kleine Studie, die darauf hindeutet, dass spätere Herzoperationen (Beginn am Nachmittag) Herzmuskelschäden im Vergleich zu früheren Operationen (Beginn am Morgen) verringern könnten. Für das Überleben während des Krankenhausaufenthalts, Herzinfarkte, Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts ergaben sich jedoch keine klaren Hinweise auf einen Unterschied. Wir fanden keine Studien zu kurz- oder langfristigem Überleben nach der Entlassung, zur Herzfunktion, zur Dauer der intensivmedizinischen Behandlung oder zur Lebensqualität nach der Operation.

  • Weitere Forschung ist notwendig, um zu klären, ob eine spätere Terminierung von Herzoperationen die Behandlungsergebnisse verbessert.

Was ist eine Herzoperation, und warum könnte der Zeitpunkt wichtig sein?

Herzoperationen werden häufig durchgeführt, um Erkrankungen der Herzklappen oder der Blutgefäße zu behandeln, die die Blutversorgung des Herzens sicherstellen. Viele Eingriffe erfordern den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine, die während der Operation vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge übernimmt.

Der menschliche Körper folgt einem natürlichen 24-Stunden-Rhythmus (zirkadianer Rhythmus), der auch die Herzfunktion beeinflusst. Einige Studien deuten darauf hin, dass das Herz den Belastungen einer Operation am Nachmittag besser standhalten könnte, was das Risiko für Komplikationen verringern könnte. Die Evidenz ist jedoch unklar. Es ist daher wichtig zu untersuchen, ob eine Anpassung der Operationszeiten die Behandlungsergebnisse verbessern kann.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob eine Herzoperation am Nachmittag im Vergleich zu einer Operation morgens bzw. am Vormittag das Überleben verbessert, Herzschäden verringert und Komplikationen verhindert.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach randomisierten kontrollierten Studien, in denen Ergebnisse von Personen verglichen wurden, die morgens bzw. vormittags oder nachmittags operiert wurden. Wir wollten die Ergebnisse der Studien vergleichen und zusammenfassen. Außerdem bewerteten wir, wie vertrauenswürdig die Evidenz ist, zum Beispiel anhand der Studienmethoden und der Anzahl der Teilnehmenden.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden eine Studie mit 88 Teilnehmenden, in der Operationen morgens bzw. vormittags mit Operationen nachmittags verglichen wurden.

  • Überleben: Es wurde nicht berichtet, ob der Zeitpunkt der Operation das kurz- oder langfristige Überleben beeinflusst. In der eingeschlossenen Studie starb während des Krankenhausaufenthalts keine Person.

  • Herzinfarkte: Es gab keinen klaren Unterschied in der Anzahl der Herzinfarkte während oder nach der Operation zwischen Operationen am Morgen/Vormittag und am Nachmittag.

  • Herzmuskelschädigung: Die Studie deutet darauf hin, dass Herzmuskelschäden – gemessen anhand eines Bluttests (Troponin) – bei Operationen am Nachmittag geringer sein könnten.

  • Komplikationen: Es zeigte sich kein Unterschied bei Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), der Herzfunktion oder der Dauer des Krankenhausaufenthalts.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Evidenz ist begrenzt, da nur eine kleine Studie gefunden wurde. Es ist unklar, ob der Operationszeitpunkt tatsächlich einen Einfluss hat oder ob die Ergebnisse zufällig zustande kamen. Es werden weitere hochwertige Studien mit mehr Teilnehmenden benötigt.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Es wurden Studien bis zum 26. Januar 2025 berücksichtigt.

Liu Z, Penny-Dimri JC, Nagel M, Plummer M, Segal R, Morley PT, Smith J, Perry LA

Können Vitamin D-Präparate bei Kindern bis einschließlich fünf Jahren Arzt- oder Krankenhausbesuche wegen akuter Atemwegsinfektionen verringern?

1 week 1 day ago
Kernaussagen
  • Vitamin-D-Präparate verringern im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung) möglicherweise geringfügig die Zahl der Kleinkinder, die wegen einer plötzlich auftretenden Infektion der Atemwege und der Lunge (akute Atemwegsinfektionen) ärztlich behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Sie haben wahrscheinlich keinen Einfluss darauf, wie häufig solche Arzt- oder Krankenhausbesuche insgesamt pro Kind vorkommen. Höhere Vitamin-D-Dosen führen im Vergleich zu niedrigeren Dosen wahrscheinlich nicht dazu, dass weniger Kinder wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztlich behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Auch die durchschnittliche Zahl solcher Besuche pro Kind wurde dadurch nicht verringert (hierzu lagen allerdings nur Daten aus einer Studie vor).

  • Vitamin-D-Präparate scheinen sicher zu sein. Sie erhöhen das Risiko für einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut wahrscheinlich nicht oder kaum.

  • Um sicher zu wissen, ob Vitamin D akuten Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern vorbeugt, braucht es weitere hochwertige Studien mit einem Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung).

Was sind akute Atemwegsinfektionen?

Akute Atemwegsinfektionen sind Infektionen, die plötzlich beginnen und Nase, Ohren, Rachen, Atemwege oder Lunge betreffen können. Bei Kindern unter fünf Jahren gehören sie weltweit zu den wichtigsten Ursachen für Krankheit und Tod. Akute Atemwegsinfektionen werden durch Viren oder Bakterien verursacht und sind bei Kindern dieser Altersgruppe ein häufiger Grund für Arzt- oder Krankenhausbesuche. Typische Symptome sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber und Atembeschwerden. Bei Kindern unter fünf Jahren können zusätzlich schnelle Atmung, pfeifende Atemgeräusche, Trink- oder Essprobleme, Erbrechen sowie ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Reizbarkeit auftreten.

Was ist Vitamin D und warum ist es wichtig?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem für seine Rolle bei der Knochengesundheit bekannt ist. Es trägt außerdem zur Entwicklung eines gesunden Immunsystems bei, also der körpereigenen Abwehr gegen Infektionen. Der Körper bildet Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht. Zusätzlich wird es über wenige Lebensmittel, angereicherte Produkte oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen. Viele schwangere Frauen und Kleinkinder weltweit bekommen zu wenig Vitamin D, zum Beispiel wegen zu wenig Sonnenlicht, ihrer Ernährung oder anderer Faktoren. Das könnte das Risiko für akute Atemwegsinfektionen bei Kindern erhöhen.

Was wollten wir herausfinden?

Ziel dieser Übersichtsarbeit war es herauszufinden, ob Vitamin D während der Schwangerschaft oder in der frühen Kindheit Folgendes verringert:

  • die Zahl der Kleinkinder, die wegen einer akuten Atemwegserkrankung einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen müssen;

  • die Häufigkeit, mit der jedes Kind wegen akuter Atemwegsinfektionen einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen muss;

  • Außerdem wollten wir herausfinden, ob Vitamin D Schäden verursacht, indem es den Kalziumspiegel im Blut bei Schwangeren oder Kindern zu stark erhöht.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, die entweder Folgendes verglichen haben:

  • die Gabe von Vitamin D im Vergleich zu einem Placebo (einer Scheinbehandlung); oder

  • die Einnahme einer höheren Dosis Vitamin D im Vergleich zu einer niedrigeren Dosis.

Wir haben die Ergebnisse verglichen und zusammengefasst und anhand der Qualität der Studienmethoden bewertet, wie sicher wir uns hinsichtlich der Evidenz sein können.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 107 Studien mit insgesamt 31.521 schwangeren Frauen und Kindern gefunden. Vitamin D wurde während der Schwangerschaft, in der frühen Kindheit oder in beiden Phasen verabreicht. Menge und Zeitpunkt der Vitamin-D-Gabe waren unterschiedlich. Es wurde meist täglich verabreicht, manchmal jedoch auch seltener, unter anderem in Form von hohen Einzeldosen. Die Studien wurden in vielen verschiedenen Ländern durchgeführt. Die Studiendauer reichte pro Teilnehmerin bzw. pro Kind von einem Tag bis zu 18 Monaten. Die Studien wurden in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Gemeinden oder Privathaushalten durchgeführt.

Im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung) verringert eine Vitamin-D-Supplementierung möglicherweise geringfügig die Zahl der Kinder, die wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztlich behandelt werden müssen. Vitamin D verringert wahrscheinlich nicht, wie oft ein Kind im Durchschnitt wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss.

Im Vergleich zu niedrigeren Dosen verringern höhere Vitamin-D-Dosen wahrscheinlich weder die Zahl der Kinder, die wegen einer akuten Atemwegsinfektion ärztliche Hilfe benötigen, noch die durchschnittliche Häufigkeit solcher Besuche pro Kind.

Vitamin-D-Präparate scheinen sicher zu sein. Erhöhte Kalziumwerte im Blut traten selten auf. Eine Vitamin-D-Supplementierung hat möglicherweise kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko, bei Schwangeren und Kleinkindern solche erhöhten Werte zu entwickeln.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist niedrig, dass Vitamin D die Zahl der Arzt- oder Krankenhausbesuche wegen akuter Atemwegsinfektionen senkt. Die Ergebnisse waren von Studie zu Studie unterschiedlich: Einige weisen auf einen kleinen Nutzen hin, andere zeigen keine klare Wirkung.

Viele Studien waren klein, was ihre Aussagekraft einschränkt. Außerdem erschwerten Unterschiede bei der Vitamin-D-Dosierung und bei der Erfassung akuter Atemwegsinfektionen, die Ergebnisse der Studien zusammenzufassen und zu interpretieren.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Diese Evidenz ist auf dem Stand vom 18. März 2025.

van Arragon M, Grant CC, Scragg RKR, Jordan VMB

Welche Operation hilft am besten, wenn sich die Blase absenkt und auf die vordere Scheidenwand drückt?

1 week 1 day ago
Kernaussagen

- Im Vergleich zu einer Operation mit körpereigenem Gewebe führt ein dauerhaftes Netz, das durch die Scheide eingesetzt wird, wahrscheinlich dazu, dass weniger Frauen erneut Beschwerden durch den Prolaps haben. Dazu gehören das Gefühl einer Schwellung oder Vorwölbung in der Scheide, ein erneuter Vorfall oder die Notwendigkeit einer weiteren Operation.

- Wenn ein dauerhaftes Netz durch die Scheide eingesetzt wird, kommt es wahrscheinlich häufiger zu neu auftretenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr als wenn das Netz über den Bauchraum eingesetzt wird.

- Zukünftige Studien sollten neue Netzimplantate oder andere dauerhaft haltbare Materialien untersuchen und dabei auch berücksichtigen, wie sich die Behandlungen auf die Lebensqualität der Frauen auswirken.

Was ist ein Beckenorganprolaps und wie wird er behandelt?

Eine Absenkung der Beckenorgane ist bei Frauen häufig, besonders nach Geburten und nach den Wechseljahren. Dabei senken sich die Beckenorgane nach unten, in die Scheide hinein oder auch nach außen. Ein „Prolaps des vorderen Kompartiments“ bedeutet, dass sich die Blase nach unten senkt und gegen die vordere Scheidenwand drückt. Das kann ein unangenehmes Druck- oder Schweregefühl verursachen, zu ungewolltem Urinverlust führen und Probleme beim Geschlechtsverkehr machen. Diese Probleme können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben.

Ein Beckenorganprolaps kann operativ behandelt werden. Bei der Operation können unterschiedliche Materialien verwendet werden: körpereigenes Gewebe und Bänder der Patientin, natürliches Material als biologisches Transplantat, künstliches Material, das sich mit der Zeit auflöst und vom Körper aufgenommen wird, dauerhaftes künstliches Material, also ein permanentes Netz. Die Operation kann auf verschiedenen Wegen durchgeführt werden: durch die Scheide, über einen größeren Schnitt im Bauch oder über kleine Schnitte im Bauch (Schlüsselloch-Operation). Manchmal wird die minimalinvasive Operation auch mit Unterstützung eines Roboters durchgeführt.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Operationsmethode am wirksamsten ist und das geringste Risiko für unerwünschte Wirkungen birgt. Wir wollten herausfinden, wie sich die verschiedenen Operationsmethoden auswirken auf: Beschwerden durch den Prolaps, ob der Prolaps wieder auftritt, ob erneut eine Operation wegen des Prolaps nötig ist, ob eine Operation wegen Harninkontinenz erforderlich wird, ob eine weitere Operation nötig ist, weil das Netz Probleme macht (z. B. wenn es in die Scheide ragt) sowie auf neue oder anhaltende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen verschiedene Operationsmethoden zur Behandlung eines Prolaps des vorderen Kompartiments verglichen wurden.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 41 Studien mit insgesamt 4531 Frauen mit einem Prolaps des vorderen Kompartiments. In den meisten Studien wurden die Ergebnisse ein bis zwei Jahre nach der Operation ausgewertet.

Operation mit körpereigenem Gewebe im Vergleich zu einer Operation mit biologischem Transplantat (1 bis 2 Jahre nach der Operation)

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe tritt der Prolaps wahrscheinlich häufiger erneut auf als nach einer Operation mit biologischem Transplantat (8 Studien, 707 Frauen). Wenn zum Beispiel bei 21 von 100 Frauen nach einem biologischen Transplantat der Prolaps wieder auftritt, wären es nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe etwa 24 bis 40 von 100 Frauen.

Beide Operationsmethoden führen wahrscheinlich zu ähnlichen Ergebnissen beim Wahrnehmen eines Prolaps (z. B. das Gefühl einer Vorwölbung) (5 Studien, 515 Frauen), bei Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (2 Studien, 151 Frauen) und möglicherweise auch bei der Notwendigkeit erneuter Operationen wegen eines Prolaps (6 Studien, 524 Frauen).

Zu Operationen wegen Harnverlust und zu neu auftretenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr liegen keine Daten aus den Studien vor.

Operation mit körpereigenem Gewebe im Vergleich zu einem dauerhaft eingesetzten Netz über die Scheide (1 bis 2 Jahre nach der Operation)

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe bemerken Frauen den Prolaps wahrscheinlich häufiger als nach einer dauerhaften Netzimplantation (10 Studien, 1203 Frauen). Wenn zum Beispiel 13 von 100 Frauen nach einer Netzimplantation den Prolaps wahrnehmen, sind es nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe etwa 17 bis 29 von 100 Frauen.

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe tritt der Prolaps möglicherweise etwas häufiger erneut auf (20 Studien, 2483 Frauen). Wenn zum Beispiel 13 von 100 Frauen nach einer Netzimplantation erneut einen Prolaps bekommen, sind es nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe etwa 29 bis 58 von 100 Frauen.

Nach einer Operation mit körpereigenem Gewebe ist eine erneute Operation wegen eines Prolaps wahrscheinlich häufiger erforderlich (14 Studien, 1799 Frauen).

Es gibt wahrscheinlich kaum oder gar keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Operationsmethoden bei Harninkontinenz (6 Studien, 967 Frauen), Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (8 Studien, 1096 Frauen) und neu auftretenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (11 Studien, 797 Frauen).

Permanentes Netz, das über die Scheide oder über den Bauchraum eingesetzt wird (1 Jahr nach der Operation)

Neue Schmerzen beim Geschlechtsverkehr treten bei einem dauerhaft eingesetzten Netz über die Scheide wahrscheinlich häufiger auf als bei einem Netz, das über den Bauchraum eingesetzt wird (2 Studien, 248 Frauen).

Zwischen dauerhaft eingesetzten Netzen über die Scheide und solchen, die über den Bauchraum eingesetzt werden, gibt es wahrscheinlich kaum oder keinen Unterschied beim Risiko, dass der Prolaps wieder auftritt (4 Studien, 306 Frauen). Auch bei anderen Ergebnissen gibt es möglicherweise keine oder kaum Unterschiede: ob Frauen den Prolaps bemerken (3 Studien, 441 Frauen), ob erneut wegen eines Prolaps operiert werden muss (3 Studien, 455 Frauen), ob Operationen wegen Netzproblemen nötig sind (2 Studien, 373 Frauen), ob eine Operation wegen Harnverlust erfolgt (2 Studien, 299 Frauen).

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr wurden nicht erfasst.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz reichte von „sehr gering“ bis „mäßig“. In den Studien wurden nicht alle Methoden gut beschrieben, und einige Studien waren sehr klein. Viele der in den Studien untersuchten Netzprodukte sind inzwischen freiwillig vom Markt genommen worden. Es gibt zwar neuere, leichtere Netze, aber sie wurden bisher noch nicht in methodisch hochwertigen Studien untersucht.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 29. April 2024.

Christmann-Schmid C, Baessler K, Yeung E, Haya N, Mowat A, Chen Z, Wallace SA, Maher C

Ist die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) eine wirksame und sichere Behandlung für Erwachsene mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)?

1 week 1 day ago
Kernaussagen

- rTMS reduziert wahrscheinlich im Vergleich zu einer Scheinstimulation (Placebo rTMS) den Schweregrad der PTBS-Symptome am Behandlungsende bei Erwachsenen nicht. Diese Ergebnisse wurden jedoch durch große Unterschiede in der Behandlungsdurchführung und die geringe Zahl der Teilnehmenden eingeschränkt.

- Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten in Studien zur rTMS bei PTBS nur selten auf.

- Wir brauchen mehr Studien, die den Einsatz von rTMS bei Erwachsenen mit PTBS untersuchen. Es wäre hilfreich, wenn künftige Studien ausführlicher über unerwünschte Wirkungen berichten und die Teilnehmenden nach der Behandlung über einen längeren Zeitraum beobachten würden, um den Schweregrad der PTBS zu beurteilen.

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die durch belastende und beeinträchtigende Symptome gekennzeichnet ist, die bei manchen Menschen nach einem traumatischen Ereignis auftreten. Wenn eine PTBS nicht behandelt wird, leiden viele Menschen jahrelang.

Wie wird PTBS behandelt?

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für eine PTBS, darunter Medikamente und Psychotherapie. Die bestehenden Behandlungen sind jedoch mit hohen Abbruchraten verbunden. Dies deutet darauf hin, dass die Betroffenen die Behandlung möglicherweise nicht vertragen und weiterhin unter Symptomen leiden. Es werden wirksamere Behandlungen für PTBS benötigt. Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) könnte eine vielversprechende Behandlung für PTBS sein.

Was ist rTMS?

Die rTMS ist eine nicht-invasive Behandlung. Dabei wird ein elektrisches Feld im Hirngewebe erzeugt, indem eine Spule, die magnetische Impulse abgibt, auf die Kopfhaut gelegt wird. Über welche biologischen Reaktionswege die rTMS Veränderungen von psychischen Symptome bewirkt, ist nach wie vor unklar und ein aktives Forschungsgebiet. Die rTMS hat sich als wirksam bei der Behandlung von zwei psychischen Störungen erwiesen, die wichtige Merkmale mit der PTBS teilen: schwere depressive Störungen und Zwangsstörungen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob die rTMS besser als eine Placebobehandlung (Scheinstimulation) geeignet ist, um den Schweregrad der PTBS unmittelbar nach der Behandlung zu reduzieren, und ob sie mit schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen während der Behandlung verbunden ist. Wir waren auch an den langfristigen Wirkungen der Behandlung interessiert. Daher wollten wir die Wirkungen der rTMS auf den Schweregrad der PTBS 1 bis 4 Wochen und 1 bis 3 Monate nach der Behandlung untersuchen. Um die Verträglichkeit der rTMS zu untersuchen, verglichen wir die Anzahl der Teilnehmenden, die die Behandlung vorzeitig abbrachen, zwischen den Gruppen mit aktiver rTMS und Placebo. Außerdem wollten wir die Auswirkungen der rTMS-Behandlung auf Angst- und Depressionssymptome unmittelbar nach Behandlungsende untersuchen.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, die eine rTMS im Vergleich zu Scheinstimulation bei Erwachsenen mit PTBS untersuchten. Wir verglichen und fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz basierend auf Faktoren wie Studienmethodik und Anzahl der Teilnehmenden.

Was fanden wir?

Wir bezogen Daten von 577 Teilnehmenden aus 13 Studien ein. Die Studien wurden weltweit durchgeführt, 5 davon in den USA. Drei Studien mit 99 Teilnehmenden trugen zu unserer Hauptanalyse bei, in der die Wirkungen der rTMS auf den Schweregrad der PTBS unmittelbar nach der Behandlung untersucht wurden. Fünf Studien mit 251 Teilnehmenden trugen zu unserer Einschätzung der Sicherheit der rTMS bei (Auftreten von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen).

Hauptergebnisse

- rTMS hat wahrscheinlich verglichen mit einer Scheinstimulation einen geringen bis gar keinen Einfluss auf den Schweregrad der PTBS-Symptome unmittelbar nach der Behandlung. Allerdings trugen nur 3 Studien Daten zu dieser Primäranalyse bei. Die narrative Analyse der Ergebnisse von 6 weiteren Studien zeigte eine unterschiedliche Wirksamkeit der rTMS im Vergleich zur Scheinstimulation in den einzelnen Studien. Aufgrund unzureichender Informationen in diesen Studien konnten wir die Gründe für diese Unterschiede nicht untersuchen. Andere Reviews über rTMS bei PTBS deuten darauf hin, dass einige Durchführungsarten der rTMS effektiver sein könnten als andere.

- Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen der rTMS-Behandlung kamen selten vor. Es ist unklar, ob die rTMS mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen verbunden ist.

- Wir wissen nicht, ob die rTMS mehrere Wochen oder Monate nach der Behandlung eine Wirkung auf den Schweregrad der PTBS hat. Es gab nicht genügend Informationen, um diese Frage zu untersuchen.

- rTMS macht eventuell nur einen geringen bis gar keinen Unterschied bei der Abbruchrate oder bei den Depressions- und Angstsymptomen unmittelbar nach der Behandlung.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die rTMS bewirkt wahrscheinlich keinen oder nur einen geringen Unterschied im Schweregrad der PTBS unmittelbar nach der Behandlung. Unsere Schlussfolgerungen werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit ändern, wenn es neue Evidenz gibt. Die Evidenz zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen ist aufgrund der begrenzten Beschreibungen der unerwünschten Ereignisse und der Art, wie sie in den eingeschlossenen Studien gemessen wurden, sehr niedrig. Im Allgemeinen sind die Raten schwerwiegender unerwünschter Wirkungen schwer abzuschätzen, da solche Ereignisse sehr selten auftraten. Dieses Problem wurde im vorliegenden Review durch die geringe Anzahl der analysierten Teilnehmenden noch verschärft.

Wie aktuell ist diese Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von Januar 2023.

Brown R, Cherian K, Jones K, Wickham R, Gomez R, Sahlem G

Welche Behandlungen helfen bei Fatigue nach einer Hirnverletzung durch einen Unfall?

1 week 4 days ago
Kernaussagen
  • Medikamente (wie Melatonin, Wachstumshormone, Hirnstimulanzien, Atorvastatin oder Wirkstoffe, die auf die Botenstoffe Dopamin und Serotonin beeinflussen) verringern wahrscheinlich Fatigue nach einer Hirnverletzung durch einen Unfall.

  • Andere Behandlungen, wie Gesprächstherapien, sensorische Stimulation und Beratung, verringern möglicherweise Fatigue nach einer Hirnverletzung durch einen Unfall.

  • In künftige Studien sollten mehr Menschen, auch Kinder und Jugendliche, einbezogen werden. Künftige Studien sollten verschiedene Behandlungen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen sowie bei unterschiedlich schweren Hirnverletzungen infolge verschiedener Unfallursachen untersuchen.

Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Ein Schädel-Hirn-Trauma ist eine Verletzung des Gehirns infolge eines Stoßes oder Schlags gegen den Kopf. Ein Schädel-Hirn-Trauma kann zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall, einen Sturz, einen tätlichen Angriff, eine Sportverletzung oder eine Explosion verursacht werden. Menschen mit einem Schädel-Hirn-Trauma können Kopfschmerzen haben, vergesslich sein und Probleme beim Schlafen oder Bewegen haben. Sie können auch unter Fatigue leiden. Damit ist ein starkes Gefühl von Müdigkeit gemeint, das nicht mit vorheriger Anstrengung zusammenhängt und sich durch Ruhe meist nicht bessert. Fatigue erschwert es den Betroffenen, sich zu konzentrieren und alltägliche Tätigkeiten auszuführen. Das beeinträchtigt ihre Lebensqualität.

Wie wird die Fatigue nach einer traumatischen Hirnverletzung behandelt?

Da die Ursachen und Symptome einer Fatigue sehr unterschiedlich sein können, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Zu den Behandlungen gehören Medikamente, die das Gehirn anregen oder schützen sollen, sowie Hormone und Antidepressiva, die den Schlaf und die Stimmung verbessern sollen. Zu den nicht medikamentösen Behandlungen gehören Beratung, Aufklärung, Verhaltenstherapie und Bewegung.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten vor allem herausfinden, ob verschiedene Behandlungen die Fatigue bei Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma verringern können. Wir interessierten uns auch für die Wirkungen der Behandlungen auf die Stimmung, das Gedächtnis oder die Konzentrationsfähigkeit, die Lebensqualität und die Müdigkeit am Tag.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Behandlung gegen Fatigue, der Standardversorgung (d. h. keiner spezifischen Behandlung gegen Fatigue) oder einer Placebo-Behandlung (Scheinbehandlung) zugewiesen wurden. Wir haben uns auch Studien angesehen, in denen mehrere Behandlungen verglichen wurden. Wir fassten die Studienergebnisse zusammen, verglichen sie und bewerteten, wie verlässlich die Evidenz ist, unter anderem anhand der verwendeten Methoden und der Größe der Studien.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 40 Studien mit 3518 Erwachsenen und Kindern, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben. Die Studien fanden in 12 Ländern statt, vor allem in Europa, Nordamerika und Ozeanien, die überwiegend zu den Ländern mit hohem Einkommen zählen. Sie wurden in verschiedenen Einrichtungen durchgeführt, darunter medizinische Zentren, Rehabilitationskliniken, Militärstützpunkte, klinische Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser.

HauptergebnisseFatigue
  • Medikamente verringern wahrscheinlich die Fatigue nach einem Schädel-Hirn-Trauma (8 Studien, 395 Personen). Zu den Medikamenten gehörten Melatonin, Wachstumshormone, Psychostimulanzien, Statine und Wirkstoffe, die auf den Botenstoff Dopamin wirken.

  • Nicht medikamentöse Behandlungen verringern möglicherweise die Fatigue nach einem Schädel-Hirn-Trauma (31 Studien, 2203 Personen). Zu den Behandlungen gehörten kognitive Verhaltenstherapie, technikgestütztes Training, Training alltagspraktischer Fähigkeiten, sensorische Stimulation, elektrische oder magnetische Stimulation, Akupressur, Beratung, Akzeptanz- und Commitment-Therapie, individuell angepasste Ergotherapie, kognitive Rehabilitation zur Bewältigung von Symptomen, aerobes Training, verordnetes leichtes Training, Training an unterschiedlichen Orten, vestibuläre Rehabilitation, Unterstützung durch Gesundheitsfachkräfte und multimodale Behandlungen.

  • Für medikamentöse Behandlungen wurden in einigen Studien unerwünschte Ereignisse berichtet. Diese waren je nach Studie unterschiedlich. In den Studien zu nicht medikamentösen Behandlungen wurden unerwünschte Ereignisse häufig nicht erfasst oder nicht berichtet.

Fatigue-bedingte Symptome
  • Medikamente haben nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf Depressionen, Angstzustände, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Lebensqualität und Tagesschläfrigkeit (21 Studien, 1016 Personen).

  • Von den nicht medikamentösen Behandlungen zeigte nur die kognitive Therapie eine messbare Wirkung: Sie verringert möglicherweise Ängste (2 Studien, 57 Personen).

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz ist begrenzt. Die Studien umfassten nur wenige Teilnehmende und unterschieden sich in mehreren wichtigen Punkten, zum Beispiel bei den Versorgungsbereichen, den Behandlungen, dem Alter der Teilnehmenden sowie dem Schweregrad und den Unfallursachen der Hirnverletzungen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 12. Februar 2025.

Senior HE, Leung JH, Meehan B, Leao S, Jordan V, Barker-Collo S, Crummey S, Purdy SC

Schützen Ballon und Stent zusätzlich zu Medikamenten vor erneuten Schlaganfällen oder Mini-Schlaganfällen?

2 weeks ago
Kernaussagen
  • Die Ergänzung der Standardbehandlung durch einen Ballonkatheter- oder Stent-Eingriff zur Erweiterung der Blutgefäße im Halsbereich hat im Vergleich zur alleinigen Standardbehandlung möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Risiko eines erneuten Schlaganfalls oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA).

  • Unser Vertrauen in diese Ergebnisse ist begrenzt, weil die Studien klein waren, drei davon vorzeitig beendet wurden und sowohl die Teilnehmenden als auch die Ärztinnen und Ärzte wussten, welche Behandlung angewendet wurde. Die tatsächlichen Wirkungen könnten daher von den Ergebnissen abweichen.

  • Wir benötigen mehr, umfangreichere und besser durchgeführte Studien, um diese Frage zu untersuchen. Künftige Studien sollten berücksichtigen, wo die Gefäßverengung liegt und wie stark sie ausgeprägt ist, welche Behandlungen eingesetzt werden und wie sich diese langfristig auf die Betroffenen auswirken.

Was ist eine Stenose der Vertebralarterie?

Die Vertebralarterien sind Blutgefäße, die vom Bereich des Schlüsselbeins entlang der Wirbelsäule durch den Nacken verlaufen und den hinteren Teil des Gehirns mit Blut versorgen. Im Laufe der Zeit können sich Fettablagerungen (Plaques) an den Wänden der Blutgefäße ansammeln. Dadurch verengen sich die Blutgefäße, und das Blut kann schlechter hindurchfließen. Dies wird als Stenose bezeichnet. In den Studien dieser Übersichtsarbeit lag die Verengung bei einigen Personen in dem Abschnitt der Vertebralarterie außerhalb des Schädels, bei anderen in dem Abschnitt innerhalb des Schädels. Diese Verengung erhöht das Risiko für einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall (transitorische ischämische Attacke, TIA). Die Betroffenen haben keine Symptome, und die Verengung lässt sich nur durch bildgebende Untersuchungen feststellen. Menschen, die aufgrund einer Verengung der Blutgefäße im Halsbereich einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall erlitten haben, leiden unter einer „symptomatischen Vertebralarterienstenose (VAS)“.

Wie wird eine symptomatische Stenose der Wirbelarterie (VAS) behandelt?

Eine symptomatische VAS wird durch die Behandlung der Risikofaktoren behandelt, beispielsweise durch Rauchentwöhnung, körperliche Bewegung und Gewichtsabnahme. Außerdem werden Medikamente eingesetzt, die die Blutgerinnung hemmen, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken sowie Diabetes behandeln.

Bei manchen Betroffenen führen Ärztinnen und Ärzte einen dünnen Schlauch (Katheter) über eine Arterie in der Leiste oder am Handgelenk bis zur verengten Vertebralarterie. Dort wird ein kleiner Ballon aufgeblasen, um die Verengung zu erweitern. Manchmal wird zusätzlich ein Stent (ein kleines Röhrchen) eingesetzt, damit die Arterie offen bleibt. Dieses Verfahren wird als „endovaskuläre Angioplastie“ bezeichnet.

Es gibt auch andere Eingriffe, die in diesem Review nicht untersucht wurden, zum Beispiel offene Operationen zur Wiederherstellung des Blutgefäßes, Bypass-Operationen und Endarteriektomien. Diese Eingriffe sind jedoch belastender und können mit anderen Risiken und längeren Erholungszeiten verbunden sein.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob eine endovaskuläre Angioplastie zusätzlich zur Standardversorgung (Änderungen der Lebensweise und Medikamente) bei Menschen mit symptomatischer VAS die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schlaganfall oder Mini-Schlaganfall verringert, im Vergleich zur alleinigen Standardversorgung Wir wollten außerdem wissen, ob dadurch das Risiko für Todesfälle oder schwerwiegende Komplikationen wie eine erneute Gefäßverengung (Restenose) verringert und der funktionelle Zustand der Teilnehmenden im Alltag verbessert wird.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach randomisierten kontrollierten Studien, in denen bei Menschen mit symptomatischer VAS eine endovaskuläre Angioplastie zusätzlich zur Standardtherapie mit einer alleinigen Standardtherapie verglichen wurde.

Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst und verglichen. Wir bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz, anhand von Aspekten wie Studienmethodik und Größe der Studien.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 429 Personen mit symptomatischer VAS. Die meisten waren Männer, und das Durchschnittsalter lag bei 63 Jahren. Davon erhielten 231 Teilnehmende eine endovaskuläre Angioplastie in Kombination mit einer Standardtherapie, während 198 Personen ausschließlich eine Standardtherapie erhielten. Bei einigen war die Verengung innerhalb des Schädels, bei anderen außerhalb.

Drei Studien wurden vorzeitig beendet. Außerdem wussten sowohl die Teilnehmenden als auch die Ärztinnen und Ärzte, welche Behandlung angewendet wurde. Insgesamt hat die zusätzliche Anwendung dieses Verfahrens in der medizinischen Behandlung möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Risiko für Tod oder Schlaganfall innerhalb von 30 Tagen sowie auf das Risiko für Schlaganfall, TIA oder Tod während der Nachbeobachtung. Bei einigen wenigen Personen traten nach dem Eingriff schwerwiegende Komplikationen auf. In keiner Studie wurden Ergebnisse zur Restenose (erneute Verengung des Gefäßes) oder zum funktionellen Zustand berichtet. Die Nachbeobachtung erfolgte entweder kurzfristig, also innerhalb von 30 Tagen nach der Behandlung, oder längerfristig, also über einen Zeitraum von 32 bis 42 Monaten nach der Behandlung.

Hauptergebnisse

Bei Patientinnen und Patienten mit symptomatischer VAS bewirkt die Ergänzung der Standardbehandlung durch eine endovaskuläre Angioplastie möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied in Bezug auf:

  • Tod oder Schlaganfall innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen (4 Studien; 429 Teilnehmende);

  • Schlaganfall innerhalb von 32 bis 42 Monaten ausgehend von der behandelten Vertebralarterie (4 Studien; 429 Teilnehmende);

  • jeglicher Schlaganfall, Tod oder ein Mini-Schlaganfall während des gesamten Zeitraums der Nachbeobachtung (4 Studien; 429 Teilnehmende). Bei einigen wenigen Personen traten nach dem Eingriff schwerwiegende Komplikationen auf. In keiner Studie wurden Ergebnisse zur Restenose oder zum funktionellen Zustand berichtet.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz ist aus mehreren Gründen gering:

  • Die Studien waren klein, und nur wenige der Teilnehmenden erlitten einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall.

  • Drei Studien wurden vorzeitig beendet und lieferten daher nicht alle Daten, die wir benötigt hätten.

  • Die Teilnehmenden der Studien wussten, welche Behandlung sie erhielten, was die Ergebnisse beeinflusst haben könnte.

  • Die drei Studien wurden zwischen 2014 und 2017 durchgeführt, sodass dabei noch nicht die heute verfügbaren Techniken, Stents und Behandlungsverfahren zum Einsatz kamen.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Diese Evidenz entspricht dem Stand vom 9. Dezember 2025.

Zhang X, Cui S, Wang T, Wang X, Yang K, Dmytriw AA, Li J, Xu W, Li T, Ma Y, Yang B, Jiao L, Xu R

Welche Vorteile und Risiken haben gepufferte Lösungen, die über eine Vene gegeben werden und den Säure-Basen-Haushalt stabil halten sollen, bei schwer kranken Erwachsenen und Kindern?

2 weeks ago
Kernaussagen
  • Die Verwendung von gepufferten Lösungen, die helfen sollen, den Säuregehalt im Blut stabil zu halten, hat bei schwer kranken Erwachsenen und Kindern im Vergleich zu 0,9%iger Kochsalzlösung kaum oder gar keinen Einfluss auf die Zahl der Patient*innnen, die während des Krankenhausaufenthalts sterben.

  • Die Verwendung von gepufferten Lösungen anstelle von Kochsalzlösung hat wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss darauf, wie viele Patient*innnen eine akute Nierenschädigung entwickeln.

Was versteht man unter Reanimation bei kritisch kranken Menschen?

Die Akutbehandlung umfasst verschiedene medizinische Maßnahmen zur Stabilisierung von Patient*innen mit einem schweren und plötzlich auftretenden Gesundheitsproblem. Dazu gehört insbesondere, den Kreislauf und die Atmung zu sichern oder wiederherzustellen.

Welche intravenösen Flüssigkeitstherapien werden zur Akutbehandlung eingesetzt?

Flüssigkeitstherapien sind Infusionslösungen auf Wasser- und Salzbasis. Sie werden eingesetzt, um die Durchblutung von Organen und Geweben sicherzustellen, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen und den Elektrolythaushalt aufrechtzuerhalten. Die Flüssigkeitstherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung vieler schwerer Erkrankungen und Verletzungen, zum Beispiel bei Sepsis, Verbrennungen, Traumata oder Notfalloperationen.

Salzlösungen zur Infusion sind eine häufig eingesetzte Form der Flüssigkeitstherapie. Man unterscheidet dabei zwei Gruppen von Lösungen.

  • Gepufferte Salzlösungen enthalten Puffer wie Laktat, Bikarbonat oder Acetat, die dazu beitragen, den pH-Wert des Blutes, also seinen Säure-Basen-Haushalt, stabil zu halten.

  • Eine 0,9%ige Kochsalzlösung hat eine ähnliche Konzentration gelöster Teilchen wie Blut, auch wenn sie nicht die gleiche Zusammensetzung an Elektrolyten hat. Sie enthält nur Natrium und Chlorid, und zwar in höherer Konzentration als im Blut.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Vorteile gepufferte Lösungen bei Erwachsenen und Kindern haben, die schwer krank sind, zum Beispiel bei Sepsis, Verletzungen, Verbrennungen oder Schock, also in akuten Krankheitssituationen und nicht im Rahmen geplanter Operationen. Wir wollten außerdem wissen, ob gepufferte Lösungen unerwünschte Wirkungen haben.

Wie sind wir vorgegangen?

Im Juli 2023 haben wir in medizinischen Datenbanken nach passenden randomisierten kontrollierten Studien gesucht. Im Juni 2025 haben wir erneut nach Studien gesucht. Die dabei gefundenen Studien aus den letzten zwei Jahren sind aber noch nicht in die Ergebnisse eingeflossen.

Wir haben die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und bewertet, wie vertrauenswürdig die Evidenz ist. Dabei berücksichtigten wir zum Beispiel die Größe der Studien und die Art ihrer Durchführung.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 34 Studien mit 37.859 Erwachsenen und Kindern, die schwer krank waren und eine intravenöse Flüssigkeitstherapie benötigten. Die meisten Studien waren mittelgroß und hatten zwischen 22 und 230 Teilnehmende. An den beiden größten Studien nahmen zusammen 26.854 Personen teil. Die Studien wurden in 16 Ländern durchgeführt.

Hauptergebnisse
  • Im Vergleich zu 0,9%iger Kochsalzlösung haben gepufferte Lösungen kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko, während des Krankenhausaufenthalts zu sterben

  • Gepufferte Lösungen haben wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf das Risiko, eine akute Nierenschädigung zu entwickeln.

  • Die Evidenz zu den Wirkungen gepufferter Lösungen auf das Risiko, dass wichtige Organsysteme wie Atmung, Kreislauf, Gehirn oder Leber nicht mehr normal funktionieren, ist sehr unsicher.

  • Auch die Evidenz zu den Wirkungen gepufferter Lösungen auf die Elektrolyte Natrium und Kalium ist sehr unsicher. Gepufferte Lösungen senken möglicherweise die Chloridkonzentration und erhöhen möglicherweise den pH-Wert sowie die Bikarbonatkonzentration im Blut.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir sind zuversichtlich, dass die Evidenz zum Einfluss gepufferter Lösungen im Vergleich zu 0,9%iger Kochsalzlösung auf die Zahl der Todesfälle verlässlich ist.

Wir sind mäßig zuversichtlich, dass die Evidenz zur akuten Nierenschädigung verlässlich ist. Wir können uns nicht ganz sicher sein, weil die Beurteilung der Nierenfunktion möglicherweise dadurch beeinflusst wurde, dass die Ärztinnen und Ärzte wussten, welche Lösung die Teilnehmenden erhalten hatten. Es ist möglich, dass künftige Studien zu anderen Ergebnissen kommen.

Wir haben kein Vertrauen in die Evidenz dazu, ob wichtige Organsysteme nicht mehr normal funktionieren. Die Ergebnisse beruhen nur auf wenigen Fällen. Außerdem berichtete die Studie, die am meisten zu diesem Ergebnis beigetragen hat, weder die Zahl der Teilnehmenden noch die Ergebnisse klar, und wir konnten keine weiteren Informationen dazu erhalten.

Wir haben auch kein Vertrauen in die Evidenz zu Elektrolytstörungen, weil sie auf zu wenigen Studien beruht, um die Ergebnisse als sicher anzusehen.

Wer hat die Studien finanziert?

Zwanzig der Studien wurden von Regierungen oder gemeinnützigen Organisationen finanziert, vier aus gemischten Quellen. Eine Studie wurde von einem Unternehmen finanziert, dessen Branche unklar war, und neun Studien machten keine Angaben zur Finanzierung.

Wie aktuell ist dieser Review?

Dieser Review ist eine Aktualisierung einer vorherigen Version. Die darin enthaltene Evidenz basiert auf Recherchen, die wir im Juli 2023 durchgeführt haben. Wir haben im Juni 2025 eine weitere Suche durchgeführt und werden diese Ergebnisse in die nächste Aktualisierung der Übersichtsarbeit aufnehmen.

Delgado Moya FdP, Antequera A, Muriel A, Sáez I, Lopez Garcia L, Chico-Fernández M, Estrada-Lorenzo JM, Martin Delgado MC, Barea Mendoza JA, Plana MN

Welche Arten von psychosozialen Hilfsangeboten können Frauen wirksam dabei unterstützen, während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören?

2 weeks ago
Hauptaussagen
  • Beratung zur Rauchentwöhnung mit begleitender Betreuung sowie finanzielle Anreize tragen wahrscheinlich dazu bei, dass mehr Frauen während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. Gesundheitsaufklärung, soziale Unterstützung und Feedback-Programme helfen möglicherweise ebenfalls, mit dem Rauchen aufzuhören.

  • Psychologische und soziale Unterstützungsprogramme tragen möglicherweise dazu bei, dass weniger Babys mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2500 g) geboren werden. Sie erhöhen möglicherweise das Geburtsgewicht und verringern möglicherweise die Zahl der Säuglinge unter einem Monat, die stationär behandelt werden müssen.

  • Wir wissen nicht, ob diese Ergebnisse auch für Frauen aus ethnischen Minderheiten oder indigenen Gemeinschaften gelten, da nur sehr wenige Studien die Ergebnisse speziell in diesen Gruppen untersucht haben.

Worum geht es?

Giftstoffe im Tabakrauch können das Wachstum und die Entwicklung eines Babys bereits vor der Geburt beeinträchtigen. Rauchen während der Schwangerschaft kann dazu führen, dass Babys mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht zur Welt kommen, und erhöht das Risiko für Komplikationen bei der Mutter.

Was sind psychologische und soziale Hilfsangebote?

Viele Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, möchten damit aufhören. Doch das fällt ihnen oft schwer, und sie brauchen dabei Unterstützung. Hilfsangebote, die Frauen dabei unterstützen sollen, ohne Medikamente mit dem Rauchen aufzuhören, werden als psychologische und soziale ( psychosoziale) Unterstützungsprogramme bezeichnet. Dazu können gehören:

  • Beratung und Anleitung zur Rauchentwöhnung;

  • Informationen dazu, warum es wichtig ist, aufzuhören (Gesundheitsaufklärung);

  • Belohnungen dafür, rauchfrei zu bleiben (finanzielle Anreize);

  • Informationen zur Entwicklung des Fötus, beispielsweise durch eine Ultraschalluntersuchung (ein medizinisches Verfahren, bei dem mithilfe von Schallwellen Bilder vom Inneren des Körpers erstellt werden) oder über den Gehalt an schädlichen Stoffen im Körper, beispielsweise durch eine Urinuntersuchung (Feedback);

  • emotionale und praktische Unterstützung durch ein soziales Netzwerk (soziale Unterstützung); oder

  • Programme, die zu regelmäßiger körperlicher Aktivität (Sport) anregen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, wie erfolgreich verschiedene psychosoziale Unterstützungsprogramme dabei sind, schwangeren Frauen, die rauchen oder erst kürzlich aufgehört haben, dabei zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören und rauchfrei zu bleiben. Wir wollten außerdem untersuchen, ob diese Programme die Gesundheit der Babys verbessern.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen verschiedene psychosoziale Unterstützungsprogramme untersucht wurden, die schwangeren Frauen helfen sollen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 127 Studien mit 47.361 schwangeren Frauen gefunden, die rauchten oder kurz zuvor mit dem Rauchen aufgehört hatten. Die größte Studie umfasste 3571 Frauen, die kleinste 17. Die meisten Frauen waren gesund und älter als 16 Jahre. Etwa die Hälfte der Studien bezog Frauen aus einkommensschwachen Schichten ein, wobei 11 Studien ethnische Minderheiten und vier Studien indigene Gemeinschaften betrafen. Alle Studien wurden von unabhängigen Forschungseinrichtungen finanziert. Es gab keine Unterstützung durch Organisationen, die die Ergebnisse hätten beeinflussen können.

Zu den Förderprogrammen gehörten: Beratung (60), Gesundheitsaufklärung (21), Feedback (8), finanzielle Anreize (17), soziale Unterstützung (7) und Sportprogramme (1). Die Frauen in den Vergleichsgruppen erhielten in der Regel die übliche Betreuung (66 Studien), vor allem Informationen über die Risiken des Rauchens und Ratschläge, wie sie mit dem Rauchen aufhören können. In 50 Studien wurde die Intervention mit einem weniger intensiven Programm verglichen, in 11 Studien mit einer anderen Art von Programm.

Rauchstopp in der späten Schwangerschaft (ab der 36. Schwangerschaftswoche)

Beratung und Programme, die finanzielle Anreize für den Verzicht auf das Rauchen bieten, führen wahrscheinlich dazu, dass mehr Frauen in der späten Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. Aufklärungsmaßnahmen, Feedback und soziale Unterstützung tragen möglicherweise dazu bei, dass mehr Frauen in der späten Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. Sportprogramme haben wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss darauf, wie viele Frauen in der späten Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. In einer Studie erhielten beide Gruppen dasselbe Beratungsprogramm. Der Unterschied lag darin, wie es in den medizinischen Einrichtungen umgesetzt wurde. Eine Gruppe von Fachkräften erhielt nur schriftliche Informationen zum Programm. Die andere Gruppe wurde stärker unterstützt, zum Beispiel durch Schulungen, regelmäßigen Kontakt und Rückmeldungen. Es ist jedoch unklar, ob sich dies auf die Erfolgsquote bei der Rauchentwöhnung ausgewirkt hat.

Gesundheit der Babys bei der Geburt

Insgesamt tragen psychosoziale Maßnahmen möglicherweise dazu bei, dass weniger Babys mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht (< 2500 g) geboren werden. Sie erhöhen außerdem möglicherweise das durchschnittliche Geburtsgewicht und bewirken dadurch möglicherweise, dass die Babys insgesamt gesünder sind. Zudem verringern sie möglicherweise die Zahl der Säuglinge unter einem Monat, die eine spezialisierte Intensivpflege benötigen. Diese Programme haben wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf die Zahl der Totgeburten, und es ist unklar, ob sie sich auf die Zahl der Frühgeburten (< 37 Wochen) auswirken.

Sind diese Maßnahmen allgemein wirksam?

Nur sehr wenige Studien haben untersucht, ob psychosoziale Unterstützungsprogramme bei Frauen aus benachteiligten Lebensverhältnissen oder aus Minderheitengruppen anders wirken. Deshalb wissen wir bisher nur wenig darüber, wie diese Programme besser an die Bedürfnisse von Frauen angepasst werden können, die besonders stark vom Rauchen in der Schwangerschaft betroffen sind.

Was schränkt die Evidenz ein?

Einige Studien lieferten nicht alle benötigten Informationen und ließen wichtige Details aus, die ihre Ergebnisse beeinflusst haben könnten. Einige Studien waren zu klein, um sicher sagen zu können, wie sehr die Maßnahmen den Frauen tatsächlich dabei halfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Außerdem gab es nur wenige Studien zu Frauen aus ethnischen Minderheiten und indigenen Gemeinschaften; wenn sie einbezogen wurden, wurden die Ergebnisse oft nicht getrennt nach Gruppen ausgewiesen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von November 2025.

Freijah I, Jones KA, Coleman T, Perlen SM, Kennedy M, Passey ME, McKenzie JE, Chamberlain C

Wie wirksam sind Anti-Amyloid-Antikörper bei leichten Gedächtnis- und Denkproblemen und Alzheimer-Demenz im Frühstadium, und welche unerwünschten Wirkungen haben sie?

2 weeks 1 day ago
Kernaussagen
  • Bei Menschen mit leichten Gedächtnis- und Denkproblemen (leichte kognitive Beeinträchtigungen) oder früher Alzheimer-Demenz bewirken im Labor hergestellte monoklonale Antikörper, die bestimmte Eiweißablagerungen im Gehirn (Amyloid-Beta-Eiweißablagerungen) gezielt angreifen, im Vergleich zu Placebo 18 Monate nach Behandlungsbeginn wahrscheinlich nur minimale oder gar keine Verbesserung.

  • Anti-Amyloid-Antikörper verursachen wahrscheinlich häufiger Hirnschwellungen und kleine, im MRT sichtbare Blutungen im Gehirn als ein Placebo. Im Vergleich zu Placebo führen sie nicht zu einer Zunahme anderer schwerwiegender unerwünschter Wirkungen oder von Todesfällen.

  • Eine erfolgreiche Entfernung von Alzheimer-typischen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn scheint bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder früher Alzheimer-Demenz nicht mit klinisch bedeutsamen Verbesserungen einherzugehen. Zukünftige Forschungen zu krankheitsmodifizierenden Therapien für die Alzheimer-Krankheit sollten sich auf andere Behandlungsansätze konzentrieren.

Was ist die Alzheimer-Krankheit?

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für eine Demenz. Bei der Alzheimer-Krankheit spielen Eiweißablagerungen im Gehirn (Amyloid-Beta-Eiweißablagerungen) vermutlich eine wichtige Rolle im Krankheitsprozess. Bei der Alzheimer-Krankheit lassen das Gedächtnis und die geistigen Fähigkeiten der Betroffenen immer mehr nach. Die Symptome sind anfangs meist leicht ausgeprägt und beeinträchtigen den Alltag noch nicht. Dies wird als „leichte kognitive Beeinträchtigung“ bezeichnet. Mit der Zeit kann sich daraus eine leichte Demenz entwickeln, bei der die Gedächtnis- und Denkstörungen so stark sind, dass sie den Alltag beeinträchtigen. Etwa 15 % der Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung entwickeln innerhalb von zwei Jahren eine Alzheimer-Demenz. Es ist die häufigste Form der Demenz bei älteren Menschen.

Was sind Anti-Amyloid-Antikörper?

Antikörper werden natürlicherweise vom Körper zur Abwehr von Krankheiten gebildet. Sie können auch im Labor hergestellt werden, um sie als Medikamente einzusetzen. Anti-Amyloid-Antikörper sollen die Amyloid-Proteine, die sich bei Alzheimer im Gehirn zu Plaques ablagern, gezielt erkennen und entfernen. Sie sind „monoklonal“, da sie ausschließlich auf Amyloid-Eiweiß abzielen. Man hoffte, durch die Entfernung von Amyloid-Eiweiß aus dem Gehirn das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen zu können.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob monoklonale Anti-Amyloid-Antikörper ein wirksames Medikament für Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Alzheimer-Demenz sind. Wir haben untersucht, ob sie Folgendes beeinflussen können:

  • den Rückgang der Gedächtnis- und Denkfähigkeit;

  • die nachlassende Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten zu bewältigen; und

  • die Verschlimmerung der Demenzsymptome.

Wir wollten auch wissen, ob sie irgendwelche unerwünschten Wirkungen haben.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir suchten nach Studien, in denen ein oder mehrere monoklonale Anti-Amyloid-Antikörper zur Behandlung von Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Alzheimer-Demenz im Vergleich zu einem Placebo (Scheinbehandlung ohne Wirkstoff) untersucht wurden.

Wir haben die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz bewertet, wobei wir Aspekte wie die Größe der Studien und die angewandten Methoden berücksichtigt haben.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 17 Studien gefunden, die in verschiedenen Ländern durchgeführt wurden und an denen 20.342 Personen teilnahmen. Das Durchschnittsalter lag in den Studien zwischen 70 und 74 Jahren. Alle eingeschlossenen Studien wurden von den Herstellern der untersuchten monoklonalen Anti-Amyloid-Antikörper finanziert.

Hauptergebnisse

Monoklonale Anti-Amyloid-Antikörper nach 18 Monaten Behandlung:

  • haben möglicherweise nur einen minimalen oder gar keinen Einfluss auf die Ausprägung der Demenzsymptome (9 Studien, 8053 Personen);

  • haben wahrscheinlich nur einen minimalen oder gar keinen Einfluss auf den Rückgang der Gedächtnis- und Denkfähigkeit (13 Studien, 9895 Personen) oder auf die Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten zu bewältigen (3 Studien, 3478 Personen);

  • führen möglicherweise zu leichten Verbesserungen bei komplexeren Alltagsaufgaben, zum Beispiel beim Einkaufen, beim Regeln von Finanzangelegenheiten, bei der Einnahme von Medikamenten und bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (1 Studie, 1252 Personen);

  • führen wahrscheinlich zu einem Anstieg der Häufigkeit von Hirnschwellungen. Von 1000 Personen, die monoklonale Antikörper erhielten, entwickelten 119 eine Hirnschwellung, verglichen mit nur 12 von 1000 Personen, die ein Placebo erhielten (11 Studien, 13.595 Personen);

  • führen möglicherweise zu einer leichten Zunahme von Mikroblutungen im Gehirn (3 Studien, 4308 Personen);

  • führen nicht zu einer Zunahme anderer schwerwiegender unerwünschter Wirkungen (9 Studien, 11.904 Personen); und

  • führen nicht zu einem Anstieg der Gesamtsterblichkeit (7 Studien, 9733 Personen).

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz ist aus zwei Gründen begrenzt. Erstens hatten die Patient*innen, die monoklonale Antikörper erhielten, mehr Hirnschwellungen und Mikroblutungen als die Patient*innen, die ein Placebo erhielten. In den meisten Studien wurde nicht zwischen Personen mit Symptomen einer Hirnschwellung und Mikroblutungen unterschieden und solchen, bei denen dies nur mit bildgebenden Verfahren (MRT) beobachtet wurde (ohne Symptome). Diese Lücke in der Berichterstattung bedeutet, dass Patient*innen nicht über die Informationen verfügen, die sie benötigen, um die mögliche Schwere unerwünschter Wirkungen zu verstehen. Zweitens beruhen die Ergebnisse auf Studien mit nur relativ kurzer Laufzeit. Diese Einschränkungen der Evidenz sind für Menschen mit Alzheimer-Krankheit bedeutsam, weil sie verlässliche Informationen über die langfristigen Vorteile und unerwünschten Wirkungen der Medikamente brauchen.

Wir haben sechs laufende Studien gefunden. Die Schlussfolgerungen des Reviews könnten sich ändern, sobald neue Ergebnisse vorliegen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 7. August 2025.

Nonino F, Minozzi S, Sambati L, Del Giovane C, Baldin E, Bassi MC, De Santis C, Gonzalez-Lorenzo M, Vignatelli L, Filippini G, Richard E

Welchen Nutzen und welche Risiken haben Behandlungen, die nicht gezielt in biologische Signalwege eingreifen, bei Menschen mit Myositis (entzündlicher Muskelerkrankung)?

3 weeks 3 days ago
Kernaussagen

Die Behandlung mit intravenösem Immunglobulin (IVIG) verbessert den Grad der Beeinträchtigung, die Muskelkraft und Hautsymptome bei Menschen mit Dermatomyositis. Diese Verbesserungen könnten groß genug sein, um im Alltag von Bedeutung zu sein, aber wir sind uns dabei nicht sicher.

Es ist unklar, ob eine Behandlung mit IVIG bei anderen idiopathischen entzündlichen Myopathien (IIMs) außer Dermatomyositis von Nutzen ist.

Es ist unklar, ob andere nicht zielgerichtete medikamentöse Behandlungen wie Methotrexat oder Azathioprin bei IIM hilfreich sind, da es dazu nur wenige Studien gibt.

Hintergrund

IIMs sind eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen das Immunsystem die Muskeln angreift. Dadurch werden die Muskeln geschädigt und zunehmend schwächer. Bei einer Form der IIM, der sogenannten Dermatomyositis, treten Hautausschläge auf, die typisch für diese Erkrankung sind. Tritt kein Hautausschlag auf, wurde die Erkrankung traditionell als Polymyositis bezeichnet. Es gibt jedoch viele verschiedene Formen der IIM, die unterschiedlich auf Behandlungen ansprechen können.

Zur Behandlung von IIM werden Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem abschwächen oder verändern. Ziel dieser Therapien ist es, dass das Immunsystem die Muskeln nicht mehr angreift. Neuere Entwicklungen haben dazu geführt, dass diese Behandlungen sehr gezielt auf bestimmte Moleküle oder Zellen des Immunsystems wirken können. Dieser Review befasst sich jedoch mit nicht zielgerichteten Therapien, die das Immunsystem allgemeiner unterdrücken oder beeinflussen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen, welchen Nutzen und welche Risiken nicht zielgerichtete Therapien bei IIM haben. Drei häufig eingesetzte Behandlungen waren für uns von besonderem Interesse: Immunglobuline, Azathioprin und Methotrexat.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir suchten nach allen Studien, in denen nicht zielgerichtete Therapien bei Menschen mit IIM untersucht wurden. Menschen mit IIM mussten dabei nach dem Zufallsprinzip in zwei oder mehr Behandlungsgruppen eingeteilt werden.

Wir fassten die Studienergebnisse zusammen, verglichen sie und bewerteten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz, basierend auf Faktoren wie Studienmethoden und Studiengröße.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Wirksamkeit einer Behandlung zu messen. Wir suchten nach bestimmten Endpunkten, die aus unserer Sicht für Menschen mit IIM wichtig sind. Unsere beiden wichtigsten (primären) Endpunkte waren eine Verbesserung der Beeinträchtigung oder Funktionsfähigkeit sowie die Zahl der Personen, deren Muskelkraft sich deutlich verbesserte. Zu den weiteren (sekundären) Endpunkten gehörten die insgesamt verabreichte Steroidmenge, schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, Studienabbrüche wegen mangelnder Wirksamkeit oder wegen unerwünschter Wirkungen, die Steroid-Menge, die Aktivität der Hauterkrankung (gemessen mit dem CDASI) sowie international etablierte kombinierte Bewertungsskalen wie die IMACS-Definitions of Improvement oder die neueren Total Improvement Scores. Bei Kindern erfassten wir erfolgreiche Verbesserungen nach der Definition der Paediatric Rheumatology International Trials Organisation (PRINTO).

Was haben wir herausgefunden?

Wir fanden 16 Studien, an denen 789 Menschen mit IIM teilnahmen.

In drei Studien (136 Personen) wurde die Wirkung von intravenösem Immunglobulin (IVIG) auf den Grad der Beeinträchtigung und die Muskelkraft untersucht. Die Ergebnisse deuten auf einen wahrscheinlichen Nutzen hin. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz war moderat. In einer Studie mit 95 Personen zeigte IVIG einen Nutzen hinsichtlich der allgemeinen Verbesserung, gemessen anhand der IMACS DOI. In einer Studie mit 95 Personen zeigte IVIG einen Nutzen bei Hautsymptomen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz für diese Ergebnisse war moderat. Unter IVIG treten möglicherweise mehr schwerwiegende Schäden auf als unter Placebo. Bei Studienabbrüchen wegen mangelnden Nutzens oder auftretender Schäden gibt es möglicherweise keinen oder nur einen geringen Unterschied. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz ist allerdings sehr niedrig.

Nur in einer kleinen Studie (16 Personen) wurde Azathioprin mit Placebo verglichen. In dieser Studie zeigte Azathioprin nur einen geringen oder keinen Nutzen für die Muskelkraft. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist jedoch sehr niedrig. Auch die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz zur Wirkung auf die eingesetzte Steroidmenge war sehr niedrig. In der Studie wurden weder der Grad der Beeinträchtigung noch die Funktionsfähigkeit bewertet. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz für aller Ergebnisse war sehr niedrig. In der Studie wurde nicht systematisch über schwerwiegende Schäden oder Studienabbrüche berichtet.

In einer Studie mit 27 Personen zeigte Methotrexat bei IIM nur geringe oder keine Wirkung auf die Funktionsfähigkeit, die Muskelkraft oder den Gesamtnutzen, gemessen anhand der IMACS DOI. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz war jedoch sehr niedrig. Bei juveniler Dermatomyositis zeigte eine einzige Studie mit 93 Kindern, dass Methotrexat den Zustand möglicherweise bei mehr Kindern verbessert, gemessen nach der PRINTO-Definition der Verbesserung. Unter Methotrexat treten schwerwiegende Schäden möglicherweise etwas häufiger auf als unter Placebo. Studienabbrüche wegen mangelnden Nutzens oder auftretender Schäden sind unter Methotrexat möglicherweise etwas seltener.

Was schränkt die Aussagekraft der Evidenz ein?

Die Evidenz deutet darauf hin, dass IVIG den Grad der Beeinträchtigung, die Muskelkraft und die Hautausschläge verbessern kann. Allerdings hatten die meisten Teilnehmenden in diesen Studien Dermatomyositis. Es ist daher nicht klar, ob diese Ergebnisse auf die anderen Formen von IIM übertragbar sind. Aufgrund der geringen Anzahl von Studien sind die Ergebnisse für die anderen Behandlungen unsicher. Es sind weitere Studien erforderlich, um zu entscheiden, ob diese Behandlungen wirksam sind.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Dieser Review basiert auf Evidenz auf dem Stand vom 3. Februar 2023.

Raaphorst J, Gullick NJ, Shokraneh F, Brassington R, Min M, Ali SS, Gordon PA

Können Blutverdünner die Entwicklung von Blutgerinnseln bei Menschen, die aufgrund einer COVID-19-Erkrankung ins Krankenhaus aufgenommen wurden, verhindern?

3 weeks 3 days ago
Kernaussagen

- Hochdosierte Blutverdünner führen bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, zu einem geringen oder gar keinem Unterschied in der Sterblichkeitsrate und zu einer Zunahme leichter Blutungen im Vergleich zu niedrig dosierten Blutverdünnern. Die Gabe von Blutverdünnern im Vergleich zur Nichtgabe von Blutverdünnern könnte die Sterblichkeitsrate verringern.

- Es ist sehr wahrscheinlich, dass neue Studien nichts an den Erkenntnissen über die Auswirkungen unterschiedlicher Dosierungen von Blutverdünnern auf die Sterblichkeitsrate und kleinere Blutungen ändern werden. Qualitativ hochwertige Studien sind noch erforderlich, um die Notwendigkeit zusätzlicher Atemunterstützung, die Verabreichung von Blutverdünnern im Vergleich zu keiner Verabreichung von Blutverdünnern, den Vergleich verschiedener Blutverdünner und die Verabreichung von Blutverdünnern über einen längeren Zeitraum zu untersuchen.

Was ist COVID-19?

COVID-19 betrifft typischerweise die Lunge und die Atemwege. Zusätzlich zu Atemproblemen treten jedoch bei 16 % der aufgrund einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelten Personen Probleme mit dem Blut und den Blutgefäßen auf, die zur Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien, Venen und der Lunge führen können. Bei fast der Hälfte der Personen, die mit einer schweren COVID-19-Erkrankung auf einer Intensivstation liegen, bilden sich Gerinnsel in den Venen oder Arterien.

Was sind Blutverdünner?

Blutverdünner sind Medikamente, die die Bildung schädlicher Blutgerinnsel verhindern (tiefe Venenthrombose). Möglicherweise gehen sie jedoch mit unerwünschten Wirkungen wie Blutungen einher. Einige Leitlinien empfehlen, Blutverdünner zu verabreichen, wenn Personen mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern, anstatt abzuwarten, ob sich Blutgerinnsel bilden und diese dann mit Blutverdünnern zu behandeln.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob die vorbeugende Verabreichung von Blutverdünnern bei Personen, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, die Zahl der Todesfälle im Vergleich zu Personen, die keine Behandlung oder eine Behandlung mit einem Placebo erhielten, senkt. Wir wollten außerdem wissen, ob diese Personen weniger Unterstützung bei der Atmung benötigten, ob sich bei ihnen dennoch schädliche Blutgerinnsel bildeten, ob sie Blutungen hatten und ob sie von anderen unerwünschten Ereignissen betroffen waren (zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Nierenprobleme und Amputationen).

Wie sind wir vorgegangen?

Wir suchten nach Studien, in denen die Wirkung von Blutverdünnern, die Menschen mit COVID-19 im Krankenhaus zur Vorbeugung von Blutgerinnseln verabreicht wurden, untersucht wurde. Die Studien konnten jegliches Design haben, solange sie einen Blutverdünner mit einem anderen Blutverdünner, keiner Behandlung oder einem Placebo (Scheinbehandlung) verglichen. Die Studien konnten an jeglichem Ort der Welt durchgeführt worden sein und die Teilnehmer konnten jeglichen Alters sein, solange sie mit einer bestätigten COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus waren. Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst, wenn dies sinnvoll war.

Was haben wir gefunden?

Wir schlossen sieben Studien mit 16.185 Personen ein, die mit COVID-19 entweder auf Intensivstationen, in Krankenhäusern oder in Notaufnahmen hospitalisiert wurden. Die Studien stammten aus Brasilien (2), dem Iran (1), Italien (1) und den USA (1), und zwei Studien betrafen mehr als ein Land. Die Studienteilnehmer waren im Durchschnitt zwischen 55 und 68 Jahre alt. Die Studien dauerten zwischen 15 und 90 Tagen und lieferten Erkenntnisse über Todesfälle, Blutungen, Blutgerinnung, Dauer des Krankenhausaufenthalts und unerwünschte Wirkungen. Es gab wenig oder keine Belege für den Bedarf an Atemunterstützung (Hilfe beim Atmen), für Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 und für die Lebensqualität.

Behandlungs-Dosis von Blutverdünnern im Vergleich zur Vorbeugungs-Dosis (4 Studien, 4647 Menschen)
Bei Menschen, die höhere im Vergleich zu niedrigeren Dosen von Blutverdünnern erhielten, gab es einen geringen bis keinen Unterschied in der Sterblichkeitsrate. Allerdings traten bei Personen, die höhere Dosen einnahmen, häufiger kleinere Blutungen auf als bei Personen, die niedrigere Dosen einnahmen. Bei Personen, die höhere Dosen von Blutverdünnern erhielten, kam es wahrscheinlich seltener zu einer Lungenembolie (Blutgerinnsel in der Lunge oder in einem Blutgefäß, das zur Lunge führt), etwas häufiger zu größeren (schwereren) Blutungen, und die Zeit, die sie im Krankenhaus verbrachten, unterschied sich wahrscheinlich kaum von der der Personen, die niedrigere Dosen von Blutverdünnern erhielten. Bei Personen, die höhere Dosen von Blutverdünnern erhielten, gab es wenig bis keinen Unterschied in der Häufigkeit von tiefen Venenthrombosen und anderen unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu denjenigen, die die niedrigere Dosis von Blutverdünnern erhielten.

Blutverdünner im Vergleich mit keiner Behandlung (3 Studien, 11.538 Menschen)
Menschen, die Blutverdünner erhielten, hatten eine geringere Sterblichkeitsrate als Menschen, die keine Blutverdünner erhielten, aber die Beweislage ist sehr unsicher.

Was sind die Einschränkungen der Evidenz?

Wir sind sehr sicher, dass höhere Dosen von Blutverdünnern das Sterberisiko nicht verändern, aber das Risiko von Blutungen bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, erhöhen.

Obwohl wir nur sehr begrenztes Vertrauen in die Beweislage haben, haben Menschen, die Blutverdünner erhalten, möglicherweise eine niedrigere Sterblichkeitsrate als Menschen, die keine Blutverdünner erhalten haben.

Wie geht es weiter?

Unsere suche ergab 62 laufende Studien mit 35.470 Teilnehmern. Wir planen, die Ergebnisse dieser Studien unserem Review hinzuzufügen, sobald sie veröffentlicht sind.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 14. April 2021.

Flumignan RLG, Civile VT, Tinôco JD, Pascoal PIF, Areias LL, Matar CF, Tendal B, Trevisani VFM, Atallah ÁN, Nakano LCU

Wie können wir besser mit Menschen und Gemeinschaften über Maßnahmen kommunizieren, die dazu beitragen sollen, COVID-19 zu verhindern und zu kontrollieren?

3 weeks 3 days ago
Kernaussagen

- Während einer Pandemie müssen Regierungen und Behörden der Öffentlichkeit klar mitteilen, wie sich die Menschen schützen können. Diese Kommunikation muss auf Vertrauen basieren und gut geplant sein. Die von der Pandemie betroffenen Menschen und Gemeinschaften müssen in die Planung und Durchführung der Kommunikation einbezogen werden. Die Kommunikation sollte alle Menschen in der Gesellschaft erreichen, auch diejenigen, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, Menschen, die eine andere als die Landessprache sprechen, und Menschen, die auf andere Weise benachteiligt sind. Eine klare Kommunikation kann dazu beitragen, dass die Menschen besser in der Lage sind, Maßnahmen zu ihrer eigenen Sicherheit zu ergreifen.

- Dieser Review ermittelte sechs Aspekte, die als Richtlinie für gute Kommunikation im Bereich der öffentlichen Gesundheit während einer Pandemie dienen können. Diese Aspekte sind:

1) Stärkung des öffentlichen Vertrauens und Bekämpfung von Fehlinformationen;

2) Zweiseitige Kommunikation unter Einbeziehung der Gemeinschaft, damit die Menschen mit beeinflussen können, wie die Kommunikation am besten erfolgen kann;

3) Entwicklung und Vorbereitung der öffentlichen Kommunikation unter Berücksichtigung der Zielgruppe und der Art und Weise, wie die Bedürfnisse der verschiedenen Menschen innerhalb der Gesellschaft erfüllt werden können;

4) Merkmale der öffentlichen Kommunikation, einschließlich der Art und Weise, wie und wann Nachrichten übermittelt werden;

5) Unterstützung von Verhaltensänderungen auf individueller und Bevölkerungsebene;

6) Langfristige Förderung und Aufrechterhaltung der Offenheit und Akzeptanz der Kommunikation im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

- Die Ergebnisse dieses Reviews können Regierungen und Behörden helfen, Entscheidungen zur öffentlichen Gesundheitskommunikation während einer Pandemie zu treffen. Die Ergebnisse sind für COVID-19 und künftige Ausnahmesituationen der öffentlichen Gesundheit von Bedeutung. Die Ergebnisse lassen sich auf verschiedene Länder und unterschiedliche Ausnahmesituationen übertragen.

- In diesem Review wurden einige Lücken in der Forschung festgestellt. Dazu gehörten: die Kommunikation mit Menschen, die ein höheres Risiko haben, schwer zu erkranken oder an COVID-19 zu sterben; die Kommunikation in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen; und die Kommunikation in Bereichen, die für soziale Ungleichheiten bekannt sind. Weitere Forschung in diesen Bereichen könnte dazu beitragen, das Wissen zu erweitern und die Praktiken in der Kommunikation während einer Pandemie zu verbessern.

Was sind räumliche Distanzierungsmaßnahmen?

Der Begriff "physische Distanzierungsmaßnahmen" beschreibt Möglichkeiten, die Ausbreitung von Krankheiten wie COVID-19 zu reduzieren, indem der physische Kontakt zwischen Menschen verringert wird. Zu den Maßnahmen der räumlichen Distanzierung gehören die Ermittlung von Kontaktpersonen, das Meiden von Menschenmengen, Isolierung, Quarantäne und Maßnahmen zur Verringerung der Übertragung in Schulen und am Arbeitsplatz.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Art der Kommunikation mit der Öffentlichkeit am besten geeignet ist, um das Verständnis und die Umsetzung von Maßnahmen zur räumlichen Distanzierung zu fördern, um sich selbst zu schützen und die Ausbreitung von COVID-19 und anderen ähnlichen Krankheiten zu begrenzen. Wir wollten auch herausfinden, ob es Kommunikationswege gibt, die für bestimmte Gruppen in der Gesellschaft, einschließlich benachteiligter Menschen, besser funktionieren.

Wie gingen wir vor?

Dieser Review ist eine Aktualisierung eines im Jahr 2020 durchgeführten Reviews. Der Review aus 2020 umfasste Primärstudien (qualitativ und quantitativ) und Sekundärquellen (Übersichtsstudien und Leitlinien).

Für diese Aktualisierung haben wir nach Leitlinien oder Reviews gesucht, die sich mit der Kommunikation über räumliche Distanzierungsmaßnahmen zur Prävention und/oder Bekämpfung von COVID-19 oder anderen ausgewählten Infektionskrankheiten befassen. Wir verglichen und fassten die Ergebnisse der eingeschlossenen Studien und Leitlinien mit statistischen Methoden zusammen. Dabei berücksichtigten wir die Ergebnisse aus dem vorherigen Review.

Was fanden wir heraus?

In diesen Review wurden 68 Studien (Leitlinien, Übersichtsarbeiten und Primärstudien, d.h. Studien, die Originaldaten sammeln) einbezogen. Mit dieser Aktualisierung wurde die ursprüngliche Übersicht von 2020 um 17 Leitlinien und 20 Reviews (die als Sekundärforschung betrachtet werden) erweitert.

Wir haben sechs Aspekte identifiziert, die sich auf die Planung und Umsetzung der Kommunikation zur räumlichen Distanzierung während einer Pandemie beziehen.

Diese Aspekte können als Grundlage für die Politik und die Entscheidungsfindung im Bereich der Pandemie- und Public-Health-Notfallkommunikation dienen. Diese Aspekte sind: 1) Stärkung des Vertrauens der Öffentlichkeit und Bekämpfung von Fehlinformationen; 2) Kommunikation in beide Richtungen; 3) Entwicklung von und Vorbereitung auf öffentliche Kommunikation; 4) Merkmale öffentlicher Kommunikation; 5) Unterstützung von Verhaltensänderungen auf individueller und Bevölkerungsebene; 6) Langfristige Förderung und Aufrechterhaltung der Offenheit und Akzeptanz der Kommunikation im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Was schränkt die Evidenz ein?

Diese Aktualisierung konzentrierte sich auf Reviews und Leitlinien. In der Regel handelt es sich dabei um die beste verfügbare Evidenz, jedoch wurde sie in dieser Aktualisierung überwiegend als niedrig oder moderat vertrauenswürdig eingestuft. Aufgrund der unterschiedlichen Studiendesigns sind die Qualitätsbewertungen nicht als Hierarchie (Rangfolge) der Evidenz zu verstehen.

Eine Stärke dieses Reviews ist, dass die wichtigsten Themen und Ergebnisse aus verschiedenen Quellen stammen, darunter Primärstudien, Reviews und Leitlinien. Häufig wurden ähnliche Ergebnisse für verschiedene Studientypen, Bevölkerungsgruppen und Umgebungen berichtet. Die Ergebnisse dieses aktualisierten Reviews bauen auf dem Review von 2020 auf, ergänzen die wichtigsten Erkenntnisse und schließen wichtige Lücken. Die Tatsache, dass die Ergebnisse der verschiedenen Studientypen ähnlich sind und durch diese Aktualisierung neue Informationen hinzukommen, erhöht unser Vertrauen in die Ergebnisse, auch wenn die meisten der einbezogenen Studien von niedriger oder moderater Vertrauenswürdigkeit sind. Da jedoch zuletzt im Jahr 2021 nach neuer Evidenz gesucht wurde, ist es wahrscheinlich, dass inzwischen weitere relevante Evidenz vorliegt.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von August 2021.

Ryan RE, Silke C, Parkhill A, Virgona A, Merner B, Hurley S, Walsh L, de Moel-Mandel C, Schonfeld L, Edwards AGK, Kaufman J, Cooper A, Chung RK, Solo K, Hellard M, Di Tanna GL, Pedrana A, Saich F, Hill S

Können antibiotikahaltige Augentropfen oder -salben einer Augeninfektion infolge einer Hornhautabschürfung vorbeugen?

4 weeks ago
Kernaussagen
  • Menschen mit Hornhautabschürfungen (Kratzer auf der transparenten, äußeren Schutzschicht des Auges) haben ein höheres Risiko für Augeninfektionen.

  • Wir haben den zuvor veröffentlichten Review aktualisiert, konnten aber keine ausreichende Evidenz dafür finden, dass antibiotikahaltige Augentropfen oder -salben im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung) oder zu einem anderen Antibiotikum nach einer Hornhautabschürfung einen Nutzen bei der Vorbeugung von Augeninfektionen haben oder zu einer schnelleren Heilung führen.

  • Bei ähnlich vielen Menschen traten leichte unerwünschte Wirkungen durch Antibiotika auf, wie Reizungen oder allergische Reaktionen, unabhängig davon, welche Antibiotika sie erhielten.

Was ist eine Hornhautabschürfung?

Die Hornhaut ist die transparente, äußere Schutzschicht des Auges. Eine Hornhautabschürfung ist ein Kratzer auf der Hornhaut, der in der Regel durch mechanische Verletzungen, Fremdkörper im Auge, chemische Verätzungen oder Kontaktlinsen verursacht wird.

Wie wird eine Hornhautabschürfung behandelt?

Hornhautabschürfungen verursachen Schmerzen und Reizungen, weshalb die behandelnden Gesundheitsfachpersonen Schmerzmittel verschreiben, um die Beschwerden zu lindern. Manchmal werden auch Antibiotika verschrieben, um Augeninfektionen vorzubeugen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob antibiotikahaltige Augentropfen oder -salben einer Augeninfektion infolge einer Hornhautabschürfung vorbeugen können. Wir suchten und analysierten alle relevanten Studien, um diese Frage zu beantworten. Wir wollten auch herausfinden, ob Antibiotika unerwünschte Wirkungen verursachen.

Wie gingen wir vor?

Wir durchsuchten die medizinische Literatur nach Studien, in denen Antibiotika zur Vorbeugung von Augeninfektionen nach einer Hornhautabschürfung untersucht wurden. Wir verglichen die Ergebnisse dieser Studien und fassten sie zusammen. Anschließend bewerteten wir die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz anhand von Faktoren, wie Studienmethoden und Studiengröße.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden vier randomisierte kontrollierte Studien (Studien, bei denen die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei oder mehr Behandlungsgruppen zugewiesen werden) mit insgesamt 998 Personen. Zwei Studien wurden in Großbritannien, eine in Dänemark und eine in Südkorea durchgeführt. Die meisten Teilnehmenden hatten Hornhautabschürfungen, die durch eine Verletzung oder durch die Entfernung eines Fremdkörpers aus dem Auge verursacht wurden. In den Studien wurden antibiotikahaltige Augentropfen oder -salben entweder mit einem anderen Antibiotikum oder mit einem Placebo (Scheinbehandlung) verglichen. Alle Studien wurden vor mehr als zwei Jahrzehnten durchgeführt. Zwei Studien wurden von Pharmaunternehmen unterstützt.

Die Studien ergaben eine sehr unsichere Evidenz darüber, ob Antibiotika zur Vorbeugung von Augeninfektionen bei Menschen mit Hornhautabschürfungen beitragen. In einer Studie wurde festgestellt, dass Antibiotika die Zahl der Menschen, die an einer Augeninfektion erkrankten, geringfügig erhöht haben könnten. Die Evidenz war jedoch nicht ausreichend, um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen. Innerhalb von 48 Stunden gab es nur einen kleinen oder keinen Unterschied in der Heilung zwischen Personen mit Antibiotika und Personen mit einem Placebo oder einer anderen Art von Antibiotika. In keiner der eingeschlossenen Studien wurde untersucht, ob es während des ersten Tages eine Schmerzlinderung um die Hälfte oder sogar stärker gab. Ebenfalls unberücksichtigt blieb, ob es zu einer Sehveränderung nach einem Monat, einer Veränderung des Schmerzniveaus innerhalb des ersten Tages oder zu Problemen infolge der Hornhautabschürfung während des Studienzeitraums kam.

Die unerwünschten Wirkungen der Behandlung, wie Reizungen oder allergische Reaktionen, waren im Allgemeinen mild und traten in allen Behandlungsgruppen bei einer vergleichbaren Anzahl von Personen auf. In einer Studie berichtete etwa ein Drittel der Teilnehmenden über Beschwerden oder Juckreiz, unabhängig von der Behandlung.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass es nicht genügend Evidenz von hoher Qualität gibt, um die Verwendung topischer Antibiotika zur Vorbeugung von Infektionen oder zur Verbesserung der Heilung bei Menschen mit Hornhautabschürfungen zu unterstützen oder zu widerlegen.

Welche Bedeutung hat die Evidenz?

Da es keine zuverlässige Evidenz gibt, wissen wir nicht, ob Antibiotika Augeninfektionen bei Menschen mit Hornhautabschürfungen vorbeugen können oder ob ein bestimmtes Antibiotikum zu diesem Zweck besser geeignet ist.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 28. März 2025.

Ng SM, Leslie L, Tzang CC, Algarni AM, Kuo IC, Lawrenson AL, supported by the Cochrane Eyes and Vision Review Group

Verbessern auf Trauma spezialisierte Krankenhausnetzwerke und Krankenhäuser die Ergebnisse für Menschen mit traumatischen Verletzungen?

4 weeks ago
Kernaussagen
  • Aufgrund fehlender robuster Evidenz konnten wir die Vorteile und die unerwünschten Auswirkungen von Krankenhausnetzwerken (organisierten Traumasystemen) oder einzelnen Krankenhäusern (ausgewiesenen Traumazentren), die auf die Versorgung von Menschen mit traumatischen Verletzungen spezialisiert sind, nicht bestimmen.

  • Diese Ergebnisse zeigen, dass zukünftige Studien besser geplant und wichtige Endpunkte klarer berichtet werden sollten. Dazu gehören Todesfälle und Überleben, unerwünschte Auswirkungen, die Inanspruchnahme und der Zugang zur Traumaversorgung, die Qualität der Versorgung sowie die Frage, ob alle Betroffenen versorgt werden und über verfügbare Angebote informiert sind.

Was sind organisierte Traumasysteme, ausgewiesene Traumazentren und Regelversorgung?

Ein organisiertes Traumasystem ist ein gesamtes Versorgungssystem, das darauf ausgelegt ist, verletzte Menschen zu versorgen (zum Beispiel nach Verkehrsunfällen, Gewalteinwirkungen oder Verbrennungen). Es umfasst die Notfall- und Erstversorgung am Unfallort, den Transport zum Krankenhaus, die Entscheidung, in welches Krankenhaus Patient*innen gebracht werden, und die Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt. Traumasysteme beinhalten auch Kostenerstattung, internationale Ausbildung, Forschung und Verletzungsprävention. Ausgewiesene Traumazentren sind Krankenhäuser, die sich auf die Behandlung von Menschen mit traumatischen Verletzungen spezialisiert haben. Sie sind Teil eines Traumasystemnetzwerks in einer bestimmten Region.

Es wurde berichtet, dass Traumasysteme und Traumazentren einen kosteneffektiven Ansatz zur Behandlung von Menschen mit traumatischen Verletzungen in Ländern mit einem hohen Lebensstandard bieten. Die Bewertung ihrer Wirksamkeit durch gut geplante Studien ist besonders wichtig, da dies ihren Einsatz in Regionen mit eingeschränkten Ressourcen unterstützen könnte, in denen die Verletzungslast am höchsten ist.

Die Regelversorgung bezieht sich auf allgemeine Krankenhäuser und Gesundheitssysteme, die nicht speziell auf die Behandlung von Menschen mit traumatischen Verletzungen ausgerichtet sind. In Regionen oder geografischen Gebieten, in denen es keine Traumasysteme gibt, ist die Regelversorgung typischerweise der Standardansatz.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob organisierte Traumasysteme und ausgewiesene Traumazentren:

  • besser als die Regelversorgung sind, um Todesfälle zu vermeiden und die Genesung zu verbessern;

  • mit unerwünschten Auswirkungen verbunden sind.

Wir wollten insbesondere herausfinden, welche Auswirkungen sie auf Folgendes haben:

  • gesundheitsbezogene unerwünschte Auswirkungen

  • Inanspruchnahme von und Zugang zu Gesundheitsversorgung

  • die Qualität der erbrachten Versorgung

  • ob alle Menschen, die Versorgung benötigen, diese auch erhalten, und

  • ob Menschen wissen, welche Versorgung verfügbar ist.

Was haben wir gemacht?

Wir suchten nach Studien, die die Auswirkungen von organisierten Traumasystemen und ausgewiesenen Traumazentren im Vergleich zur Regelversorgung untersuchten. Wir interessierten uns für Todesfälle, unerwünschte Auswirkungen, die Inanspruchnahme von oder den Zugang zu Traumaversorgung, die Qualität der erbrachten Versorgung, die Versorgung aller Menschen, die sie benötigen, und die Information über verfügbare Versorgung.

Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und bewerteten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz anhand von Faktoren wie Studienmethoden sowie der Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Ergebnisse.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden vier Studien mit 157.111 Personen, die die Wirksamkeit von organisierten Traumasystemen oder ausgewiesenen Traumazentren bewerteten. Allerdings wurde keine dieser Studien in Ländern mit eingeschränkten Ressourcen durchgeführt.

Wir haben sehr wenig Vertrauen in die Evidenz, weil:

  • es zu wenige Studien gibt, um verlässliche Schlussfolgerungen zu ziehen;

  • die Evidenz nicht alle für uns wichtigen Aspekte abdeckte;

  • einige Studien keine Daten zu den für uns interessanten Endpunkten berichteten;

  • sich die Studien hinsichtlich der untersuchten Bevölkerungsgruppen und der Versorgungsansätze unterschieden.

Welche Einschränkungen weist die Evidenz auf?

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist sehr niedrig, und die Ergebnisse weiterer Forschung könnten sich von den Ergebnissen dieses Reviews unterscheiden. Die Studien waren nicht gut konzipiert, die Ergebnisse waren zwischen den Studien sehr uneinheitlich, und sie berichteten nicht über alle für uns interessanten Endpunkte.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von 16. Dezember 2023.

Mwandri M, Stewart B, Hardcastle TC, Hudson J, Rubiano AM, Gruen RL, Puyana JC, O'Connor D, Metcalfe D

Verbessert ein Reanimationstraining das Überleben von Neugeborenen und ihre gesundheitlichen Ergebnisse?

4 weeks ago
Kernaussagen
  • Im Vergleich zu keinem Training senken Schulungsprogramme zur Neugeborenen-Reanimation (newborn resuscitation training, NRT) wahrscheinlich die Zahl der Todesfälle in den ersten 24 Stunden und in den ersten 7 Lebenstagen. Im Vergleich zu einem einfachen Training senkt NRT möglicherweise die Zahl der Todesfälle in den ersten 28 Lebenstagen sowie wahrscheinlich die Zahl der Todesfälle in den ersten 24 Stunden und in den ersten 7 Lebenstagen.

  • Es werden noch weitere Studien benötigt, um zu klären, ob NRT Hirnschäden oder langfristige Entwicklungsprobleme bei Neugeborenen nach einer Reanimation verhindert.

Warum ist Training in der Neugeborenen-Reanimation wichtig?

Manche Neugeborene benötigen unmittelbar nach der Geburt eine Reanimation. Das bedeutet, dass rasch Maßnahmen eingeleitet werden müssen, wenn die Atmung oder der Herzschlag ausbleiben oder nicht ausreichend sind. Etwa 1 von 10 reif geborenen Neugeborenen braucht lediglich einfache Maßnahmen wie Abtrocknen und Stimulation, um mit dem Atmen zu beginnen. Etwa 1 von 20 braucht zusätzliche Unterstützung, einschließlich Atemhilfe. Eine noch kleinere Zahl von Neugeborenen benötigt intensivere Maßnahmen wie einen Beatmungsschlauch, Herzdruckmassage oder Notfallmedikamente. Der Gesundheitszustand des Neugeborenen beeinflusst, wie gut es auf eine Reanimation anspricht. Frühgeborene benötigen zum Beispiel häufiger direkt nach der Geburt medizinische Unterstützung, etwa Atemhilfe oder andere lebensrettende Maßnahmen.

Es gibt viele verschiedene NRT-Programme, die sich an Fachkräfte im Gesundheitswesen richten – darunter Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Pflegekräfte und andere. Ob diese Trainingsprogramme die Zahl der Todesfälle bei Neugeborenen senken oder Hirnschäden sowie langfristige Entwicklungsprobleme infolge von Sauerstoffmangel verhindern können, wurde bisher nicht ausreichend untersucht. Unser Review aus dem Jahr 2015 zeigte bereits, dass die Zahl der Todesfälle bei Neugeborenen nach dem Training zurückging. Allerdings untersuchte keine der damals eingeschlossenen Studien Hirnschäden oder Entwicklungsprobleme. Mit diesem Update wollten wir prüfen, ob neue Studien unsere früheren Befunde zu einer verringerten Zahl von Todesfällen bei Neugeborenen bestätigen und ob inzwischen Studien zu Hirnschäden und langfristigen Entwicklungsproblemen vorliegen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen, ob NRT-Programme die Sterblichkeit in den ersten 28 Lebenstagen senken – einschließlich der Todesfälle in den ersten 24 Stunden, in den ersten 7 Tagen sowie zwischen dem 8. und 28. Lebenstag – und ob sie das Risiko für Hirnschäden oder langfristige Entwicklungsprobleme bei Neugeborenen verringern.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, die Reanimationstraining für Fachkräfte im Gesundheitswesen untersucht haben – darunter Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Pflegekräfte und andere Personen, die bei Geburten anwesend sind. Wir haben Studien einbezogen, die über Todesfälle bei Neugeborenen und/oder Hirnschäden oder Entwicklungsstörungen berichteten. Wir haben uns Studien angesehen, in denen NRT-Programme mit gar keinem Training oder nur sehr grundlegendem Training verglichen wurden. Außerdem betrachteten wir Studien, in denen NRT-Programme mit NRT-Programmen verglichen wurden, die durch zusätzliche Elemente wie Auffrischungstrainings ergänzt wurden.

Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und bewerteten das Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie Studienqualität und Stichprobengröße.

Was fanden wir heraus?

Obwohl wir 27 Studien mit insgesamt 528.366 Neugeborenen in diesen Review eingeschlossen haben, trugen zu jedem einzelnen Ergebnis nur 1 bis 4 Studien bei.

  • Die Evidenz aus Studien in ressourcenarmen Regionen deutet darauf hin, dass NRT die Neugeborenensterblichkeit in den ersten 24 Stunden und in den ersten sieben Tagen nach der Geburt im Vergleich zu keiner Schulung wahrscheinlich senkt.

  • Evidenz aus Studien in ressourcenarmen Regionen deutet darauf hin, dass NRT im Vergleich zu einer nur sehr grundlegenden Schulung die Neugeborenensterblichkeit in den ersten 28 Lebenstagen möglicherweise senkt und wahrscheinlich auch die Sterblichkeit in den ersten 24 Stunden und in den ersten sieben Lebenstagen verringert. Im Vergleich zu einer sehr einfachen Schulung verringert NRT möglicherweise nicht die Zahl der Todesfälle bei Neugeborenen im Alter von 8 bis 28 Tagen (Daten aus einer Studie).

  • Die Evidenz dazu, ob sich NRT in Kombination mit einem Auffrischungstraining auf die Sterblichkeit von Neugeborenen in den ersten 28 Lebenstagen auswirkt, ist sehr unsicher.

  • Keine der Studien hat untersucht, ob NRT Hirnschäden oder langfristige Entwicklungsprobleme bei Neugeborenen nach einer Reanimation verhindert.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir haben mäßiges bis sehr geringes Vertrauen in die Evidenz. Unser Vertrauen in die Evidenz ist begrenzt, da die Studien unterschiedliche Teilnehmende und unterschiedliche Interventionsformen umfassten. Darüber hinaus trugen nur wenige Studien zu den einzelnen Endpunkten bei, die Teilnehmenden wussten, welche Behandlung sie erhielten, und ein Teil der Teilnehmenden ging während der Nachbeobachtung verloren. Die meisten Studien wurden in ressourcenarmen Umgebungen durchgeführt, sodass ihre Ergebnisse möglicherweise nicht auf ressourcenreiche Länder wie Industrienationen übertragbar sind.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Dieser Review ist eine Aktualisierung einer vorherigen Version. Die Evidenz ist auf dem Stand von Juni 2025.

Dempsey E, Joyce R, Neveln N, Fiander M, Barrington KJ, Pammi M, supported by the Cochrane Neonatal Group

Können Antibiotika Schmerzen im unteren Rücken oder ins Bein ausstrahlende Schmerzen lindern?

4 weeks 1 day ago
Kernaussagen
  • Im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung) können Antibiotika bei Menschen mit Schmerzen im unteren Rückenbereich, die mit geschädigten Wirbelendplatten (der Schicht zwischen Bandscheibe und Wirbel) und Rissen der Bandscheiben zusammenhängen, die Schmerzen möglicherweise leicht lindern und die Beeinträchtigung kurzfristig (nach 12 bis 14 Wochen) möglicherweise verringern. Es ist unklar, ob Antibiotika im Vergleich zu Placebo das Risiko für unerwünschte Ereignisse und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse erhöhen.

  • Wir brauchen mehr qualitativ hochwertige Langzeitstudien, um den potenziellen Nutzen zu bestätigen und Risiken besser beurteilen zu können. Künftige Studien sollten verschiedene Antibiotika, andere Verabreichungsformen (zum Beispiel Injektionen) und Bevölkerungsgruppen in verschiedenen Regionen der Welt untersuchen, um auch mögliche Auswirkungen von Antibiotikaresistenzen zu berücksichtigen.

Was sind Schmerzen im unteren Rückenbereich und radikuläre Schmerzen?

Schmerzen im unteren Rücken bezeichnen Schmerzen oder Beschwerden im Bereich zwischen dem unteren Rand der Rippen und der Gesäßfalte. Lumbale radikuläre Schmerzen, auch Ischias oder Radikulopathie genannt, sind Schmerzen, die vom unteren Rücken ins Bein ausstrahlen. Die häufigste Ursache radikulärer Schmerzen ist eine Reizung einer Nervenwurzel in der Lendenwirbelsäule (dem unteren Abschnitt der Wirbelsäule mit fünf Wirbeln). Schmerzen im unteren Rückenbereich und radikuläre Schmerzen können die Fähigkeit der Betroffenen, zu arbeiten, ihren Hobbys nachzugehen und selbstbestimmt zu leben, erheblich einschränken.

Wie werden Schmerzen im unteren Rückenbereich und radikuläre Schmerzen behandelt?
Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten für Schmerzen im unteren Rückenbereich und radikuläre Schmerzen, darunter Aufklärung, Selbsthilfe, Schmerzmittel und Physiotherapie. Einige Studien deuten darauf hin, dass Schmerzen im unteren Rückenbereich und radikuläre Schmerzen auf eine Infektion der Bandscheibe mit dem Bakterium Cutibacterium acnes ( C. acnes ) zurückzuführen sind. Dieses Bakterium kommt häufig auf der menschlichen Haut vor und ist vor allem dafür bekannt, an der Entstehung von Akne beteiligt zu sein. Deshalb vertreten einige Expert*innen die Auffassung, dass eine Antibiotikabehandlung gegen C. acnes (z. B. mit Penicillin) Rückenschmerzen, radikuläre Schmerzen oder beides lindern könnte.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen, ob Antibiotika bei Menschen mit Schmerzen im unteren Rückenbereich, radikulären Schmerzen oder beidem besser helfen als ein Placebo (Scheinbehandlung) oder andere Behandlungen, um Schmerzen und rückenspezifische Einschränkungen zu verringern, und ob sie unerwünschte Wirkungen haben.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen Antibiotika im Vergleich zu Placebo bei Menschen mit Schmerzen im unteren Rückenbereich und/oder radikulären Schmerzen untersucht wurden. Wir fassten die Ergebnisse der Studien zusammen, verglichen sie und bewerteten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz – zum Beispiel danach, wie gut die Studien geplant und durchgeführt wurden und wie viele Personen daran teilgenommen haben.

Was fanden wir heraus?

Wir haben drei Studien mit 402 Personen (überwiegend Frauen) eingeschlossen; das Durchschnittsalter lag zwischen 45 und 51 Jahren. Die Studien wurden in Dänemark, Belgien und Norwegen durchgeführt.

Hauptergebnisse

Im Vergleich zu Placebo können Antibiotika bei Menschen mit Rückenschmerzen, die mit einem Bandscheibenvorfall und einer Schädigung der Wirbelendplatte (der Schicht zwischen Bandscheibe und Wirbel) zusammenhängen, die Schmerzen im unteren Rückenbereich nach 12 bis 14 Wochen möglicherweise leicht lindern. In zwei Studien wurde dieser Endpunkt bei 255 Teilnehmenden gemessen. Im Durchschnitt bewerteten die Patient*innen, die Antibiotika erhielten, ihre Schmerzen mit 50,6 von 100 Punkten, während diejenigen, die ein Placebo erhielten, ihre Schmerzen mit 59 von 100 Punkten bewerteten.

Im Vergleich zu Placebo können Antibiotika bei Menschen mit Rückenschmerzen, die mit einem Bandscheibenvorfall und einer Schädigung der Wirbelendplatte (der Schicht zwischen Bandscheibe und Wirbel) zusammenhängen, die durch die Rückenschmerzen bedingten Funktionsbeeinträchtigungen möglicherweise leicht bis moderat verbessern (2 Studien, 255 Teilnehmende). Im Durchschnitt bewerteten Personen, die Antibiotika erhielten, ihre durch Rückenschmerzen bedingte Beeinträchtigung mit 45,2 von 100 Punkten, verglichen mit 55,7 von 100 Punkten bei denjenigen, die ein Placebo erhielten (2 Studien, 255 Teilnehmende).

Es ist unklar, ob bei Personen, die Antibiotika einnehmen, häufiger unerwünschte Wirkungen auftreten als bei Personen, die ein Placebo erhalten (2 Studien, 262 Teilnehmende). In den Studien berichteten 76 von 100 Personen unter Antibiotika über unerwünschte Wirkungen, verglichen mit 49 von 100 Personen unter Placebo. In dieses Ergebnis haben wir jedoch nur sehr geringes Vertrauen.

Es ist nicht bekannt, ob bei Personen, die Antibiotika einnehmen, schwerwiegende unerwünschte Wirkungen häufiger auftreten als bei denen, die ein Placebo erhalten (2 Studien, 262 Teilnehmende). In den Studien berichteten drei von 100 Personen unter Antibiotika über schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, verglichen mit zwei von 100 Personen unter Placebo. Dieses Ergebnis ist jedoch sehr unsicher.

Zu den unter Antibiotika berichteten unerwünschten Wirkungen zählten Bauchschmerzen, Durchfall, vermehrte Blähungen oder Aufstoßen, Hautausschlag und Pilzinfektionen.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz zu den Wirkungen von Antibiotika auf Schmerzen im unteren Rücken und rückenspezifische Funktionsbeeinträchtigungen ist gering. Die Evidenz zu unerwünschten Wirkungen und schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen ist noch unsicherer. Die Hauptprobleme waren, dass sich die Ergebnisse deutlich voneinander unterschieden und in den Studien jeweils nur ein bestimmtes Antibiotikum bei Menschen aus einer einzigen Region (Skandinavien) untersucht wurde.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz entspricht dem Stand vom 26. August 2025.

Liu C, Abdel Shaheed C, Braten LC, Hancock MJ, Underwood M, Jarvik JG, Elliott J, Maher CG, Zhao S, Lyu M, Johnston RV, Buchbinder R, Lin CWC

Wie hilfreich und sicher sind verschiedene Formen der Ernährungsunterstützung für ältere Menschen im Krankenhaus mit Mangelernährung oder einem Risiko dafür?

1 month ago
Kernaussagen
  • Im Vergleich zur üblichen Krankenhausversorgung senkt medizinische Spezialnahrung (rechtlich: Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke) möglicherweise das Sterberisiko und das Risiko schwerwiegender Krankheitskomplikationen im ersten Monat nach der Krankenhausaufnahme.

  • Bei der Fähigkeit, Alltagsfunktionen auszuführen, der Lebensqualität, der Länge des Krankenhausaufenthalts und beim Körpergewicht sind wir entweder sehr unsicher, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Formen der Ernährungsunterstützung haben, oder die Evidenz zeigt, dass sie im Vergleich zur üblichen Versorgung kaum oder gar keinen Unterschied bewirken.

  • Größere und gut konzipierte Studien, in denen verschiedene Arten der Ernährungsunterstützung miteinander verglichen werden, könnten unser Vertrauen in diese Ergebnisse stärken.

Was ist Mangelernährung?

Mangelernährung liegt vor, wenn die Aufnahme von Energie und Eiweiß nicht ausreicht, um den Bedarf des Körpers zu decken. Dadurch können die Fett- und Muskelreserven des Körpers abnehmen. Mangelernährung schwächt den Körper und beeinträchtigt die Fähigkeit des Immunsystems, Infektionen abzuwehren. Ältere Menschen mit Mangelernährung haben ein höheres Risiko für Krankheitskomplikationen, den Verlust ihrer Selbstständigkeit und den Tod als ältere Menschen ohne Mangelernährung. Auch ihre Lebensqualität ist schlechter.

Ältere Menschen können aus verschiedenen Gründen mangelernährt sein oder ein Risiko für Mangelernährung haben, zum Beispiel wegen Appetitlosigkeit, Problemen beim Kauen, körperlicher Einschränkungen oder Einsamkeit.

Ältere Menschen im Krankenhaus sind besonders gefährdet, eine Mangelernährung zu entwickeln. Möglicherweise essen und trinken sie nicht genug, obwohl ihr Bedarf an Energie und Eiweiß aufgrund ihrer Erkrankung erhöht ist. Etwa ein Drittel bis zwei Drittel der älteren Menschen im Krankenhaus sind von Mangelernährung betroffen oder haben ein entsprechendes Risiko.

Wie wird Mangelernährung behandelt?

Mangelernährung kann auf verschiedene Weise behandelt werden. Dazu gehören medizinische Spezialnahrung mit zusätzlicher Energie, Eiweiß und anderen Nährstoffen, Hilfe beim Essen und Trinken, zusätzliche Snacks, eiweißreiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, Ernährungsberatung und individuell angepasste Kombinationen dieser Maßnahmen.

Was wollten wir herausfinden?

Bei älteren Menschen im Krankenhaus, die mangelernährt sind oder ein Risiko für Mangelernährung haben, wollten wir herausfinden, ob verschiedene Formen der Ernährungsunterstützung der Standardversorgung überlegen sind im Hinblick auf:

  • die Verminderung des Risikos für Todesfälle und schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen (z. B. Komplikationen wie Infektionen oder Wundheilungsstörungen);

  • die Fähigkeit der Menschen zur Bewältigung grundlegender Alltagsaktivitäten und die Verbesserung ihrer Lebensqualität;

  • die Verkürzung des Krankenhausaufenthalts; und

  • die Zunahme von Körpergewicht und Muskelmasse.

Wir wollten auch wissen, welche Art der Ernährungsunterstützung am besten ist.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien mit Menschen ab 65 Jahren, die im Krankenhaus behandelt wurden und mangelernährt waren oder ein Risiko für Mangelernährung hatten. Wir schlossen Studien ein, in denen eine Form der Ernährungsunterstützung mit einer anderen verglichen wurde oder mit der üblichen Versorgung im Krankenhaus (also der normalen Krankenhausverpflegung), teils zusammen mit einer Scheinbehandlung, die genauso aussah wie die getesteten Nahrungsergänzungsmittel. Wir haben alle Maßnahmen zusammengefasst und miteinander verglichen. Wie sicher wir uns bei den Ergebnissen sind, haben wir unter anderem anhand der Studienmethoden und der Zahl der teilnehmenden Personen bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 21 Studien mit insgesamt 3309 älteren Menschen im Krankenhaus mit verschiedenen akuten Erkrankungen gefunden. Wir haben die Ernährungsmaßnahmen, die sie erhielten, in fünf Kategorien unterteilt:

  • medizinische Spezialnahrung in flüssiger oder fester Form (Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke);

  • proteinreiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel;

  • energiereiche Ergänzungsprodukte;

  • individuelle Unterstützung beim Essen durch eine Pflegekraft, die zum Beispiel Essensvorlieben berücksichtigt, die Sitz- oder Liegeposition anpasst und beim Essen hilft;

  • eine individuell angepasste, umfassende Ernährungsbetreuung durch eine Diätassistenz oder Ernährungsfachkraft, die zum Beispiel Mahlzeiten anpasst oder berät.

Hauptergebnisse

Im Vergleich zur üblichen Krankenhausversorgung können spezielle Speisen und Getränke nach einem Monat im Krankenhaus möglicherweise:

  • das Sterberisiko senken (57 weniger Todesfälle pro 1000 älteren Menschen);

  • schwerwiegende Krankheitskomplikationen reduzieren (84 weniger pro 1000 älteren Menschen).

Im Vergleich zur Standardversorgung im Krankenhaus sind wir entweder sehr unsicher, wie sich medizinische Spezialnahrung, proteinangereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, Energiezusätze, individuelle Unterstützung beim Essen und eine umfassende, individuell angepasste Ernährungsbetreuung auf folgende Endpunkte auswirken, oder diese Maßnahmen haben möglicherweise nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf:

  • die Fähigkeit, alltägliche Grundverrichtungen auszuführen;

  • die Lebensqualität;

  • die Dauer des Krankenhausaufenthalts;

  • das Körpergewicht und die Muskelmasse.

Beim Vergleich der verschiedenen Formen der Ernährungsunterstützung zeigte sich nicht, dass eine davon bei den untersuchten Ergebnissen allen anderen überlegen war.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Ergebnisse ist aus mehreren Gründen gering oder sehr gering. In einigen Studien wurden Methoden verwendet, die möglicherweise zu Fehlern in den Ergebnissen geführt haben. Viele Studien waren klein. Außerdem untersuchten sie nicht immer alle Aspekte, die für uns wichtig waren, etwa die Muskelmasse oder den direkten Vergleich verschiedener Formen der Ernährungsunterstützung. Zudem unterscheiden sich ältere Menschen im Krankenhaus stark hinsichtlich ihrer Erkrankungen und ihrer körperlichen Fähigkeiten. Deshalb konnten wir nicht beurteilen, wie sich die verschiedenen Formen der Ernährungsunterstützung bei unterschiedlichen Personen auswirken.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz entspricht dem Stand vom 2. Juli 2024.

Kiesswetter E, Schwarzer G, Stadelmaier J, Lohner S, Grummich K, Dagnelie PC, Beck AM, Beelen J, Botella-Carretero JI, Faxén-Irving G, Hickson M, Iff S, Johansen A, Sharma Y, Sorensen JM, Kaegi-Braun N, Wunderle C, Bongaerts B, Meerpohl JJ, Norman K,…

Welche Vorteile und Risiken hat eine Behandlung mit Melatonin bei Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie?

1 month ago
Kernaussagen

- Die neonatale Enzephalopathie (eine Funktionsstörung des Gehirns in den ersten Lebenstagen) gehört zu den Hauptursachen für Tod und Behinderung bei Kindern.

- Unsere Übersichtsarbeit zeigte, dass die Evidenz für eine Behandlung mit Melatonin bei neonataler Enzephalopathie sehr unsicher ist.

- Es sind weitere Studien erforderlich, um zu beurteilen, ob Melatonin bei Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie eingesetzt werden sollte.

Was ist eine neonatale Enzephalopathie?

Die neonatale Enzephalopathie ist eine Störung der Gehirnfunktion in den ersten Lebenstagen. Sie wird durch Sauerstoffmangel oder eine verminderte Durchblutung des Gehirns vor oder um die Geburt herum verursacht. Nach einem Sauerstoff- oder Blutmangel können Gehirnzellen bei Neugeborenen noch lange weiter geschädigt werden, auch wenn die normale Versorgung bereits wiederhergestellt ist.

Wie sieht die übliche Behandlung der neonatalen Enzephalopathie aus?

Die übliche Behandlung der neonatalen Enzephalopathie umfasst eine intensivmedizinische Betreuung, meist auf einer Neugeborenen-Intensivstation. In Ländern mit hohem Einkommen, etwa den USA, Australien und Großbritannien, gehört auch eine Kühltherapie (therapeutische Hypothermie) dazu. Während in Ländern mit hohem Einkommen bei Neugeborenen mit mittelschwerer bis schwerer neonataler Enzephalopathie eine Kühltherapie (therapeutische Hypothermie) eingesetzt wird, gehört diese Behandlung in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen nicht zur üblichen Versorgung.

Inwiefern könnte Melatonin Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie helfen?

Eine Behandlung mit Melatonin, einem Hormon, das der Körper selbst bildet, könnte weitere Schäden an den Gehirnzellen verhindern, wenn sie kurz nach der Geburt begonnen wird. Melatonin kann entweder oral oder über eine Infusion direkt in die Vene verabreicht werden. Wenn Melatonin wirksam wäre, könnte seine Gabe bei Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie dazu beitragen, dass mehr Kinder überleben und mehr Kinder ohne körperliche oder kognitive Beeinträchtigungen überleben.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten untersuchen, ob eine Behandlung mit Melatonin zu besseren Ergebnissen bei Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie führt. Wir verglichen zwei Behandlungsmöglichkeiten: Melatonin zusätzlich zur Kühltherapie mit der alleinigen Kühltherapie sowie Melatonin allein mit der Standardbehandlung ohne Kühltherapie.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen die Wirkungen einer Behandlung mit Melatonin mit der Standardbehandlung (mit oder ohne Kühltherapie) bei Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie verglichen wurden. Wir fassten die Ergebnisse der Studien zusammen, verglichen sie und bewerteten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz – zum Beispiel danach, wie gut die Studien geplant und durchgeführt wurden und wie viele Neugeborene daran teilgenommen haben.

Was waren unsere wichtigsten Ergebnisse?

Wir fanden vier Studien mit insgesamt 155 Teilnehmenden, in denen eine Behandlung mit Melatonin mit einer Standardbehandlung mit oder ohne Kühltherapie verglichen wurde.

Wir sind uns sehr unsicher, welche Wirkungen eine Behandlung mit Melatonin hat auf

  • den kombinierten Endpunkt aus Tod oder Behinderung, gemessen im Alter von 18 Monaten oder später;

  • Tod im ersten Lebensmonat;

  • Behinderung, gemessen im Alter von 18 Monaten oder später; und

  • Anomalien bei einer MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) des Gehirns (gemessen in den Bereichen der grauen und weißen Substanz des Gehirns) im ersten Lebensmonat.

In keiner Studie wurde über die Wirkungen einer Behandlung mit Melatonin berichtet auf

  • Multiorganversagen; oder

  • den Bedarf an Medikamenten gegen Krampfanfälle.

Insgesamt ist die Evidenz sehr unsicher. Daher können wir keine Schlussfolgerungen darüber ziehen, ob eine Behandlung mit Melatonin die Ergebnisse für Neugeborene mit neonataler Enzephalopathie verbessern kann oder nicht.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir haben nur vier kleine Studien in diese Übersichtsarbeit einbezogen. Viele der Endpunkte, die wir für wichtig erachteten, wurden nur teilweise oder gar nicht erwähnt. Daher wissen wir nicht, ob eine Behandlung mit Melatonin bei Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie besser wirkt als die Standardbehandlung mit oder ohne Kühltherapie.

Es sind weitere Studien nötig, um zu klären, wie sich Melatonin nach einer neonatalen Enzephalopathie auf wichtige gesundheitliche Endpunkte auswirkt.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von August 2025.

Hurley T, O'Dea M, Aslam S, Stewart PA, Aly H, Cooper C, Robertson NJ, Molloy E

Welche Vorteile und Risiken birgt die Anwendung von Lenacapavir zur Präexpositionsprophylaxe gegen HIV?

1 month ago
Hauptaussagen
  • Im Vergleich zur täglich eingenommenen oralen Präexpositionsprophylaxe (PrEP) senkt Lenacapavir die Zahl der HIV-Neuinfektionen innerhalb von bis zu 52 Wochen deutlich stärker und verursacht möglicherweise etwas weniger schwerwiegende unerwünschte Wirkungen. Bei der Gesamtzahl unerwünschter Wirkungen und bei der Sterblichkeit zeigt sich kein oder nur ein sehr geringer Unterschied. Lenacapavir verursacht wahrscheinlich häufiger leichte bis mittelschwere Reaktionen an der Injektionsstelle als eine orale PrEP. (Anmerkung: Die Teilnehmenden der Kontrollgruppe erhielten zusätzlich zur oralen PrEP eine Placeboinjektion.)

  • Zukünftige Studien sollten auch andere Gruppen mit erhöhtem HIV-Risiko einbeziehen und untersuchen, ob sich Resistenzen gegen die PrEP entwickeln. Das bedeutet, dass sich das Virus im Laufe der Zeit so verändern kann, dass das zur Vorbeugung eingesetzte Medikament nicht mehr wirksam ist.

Was ist eine Präexpositionsprophylaxe gegen HIV?

Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist ein Medikament, das von HIV-negativen Menschen eingenommen wird, um das Risiko einer HIV-Infektion zu senken. HIV ist ein Virus, das durch Kontakt mit bestimmten Körperflüssigkeiten von Menschen mit HIV übertragen werden kann, zum Beispiel mit Blut oder sexuellen Flüssigkeiten. Jedes Jahr infizieren sich etwa 1,3 Millionen Menschen neu mit HIV. Deshalb ist die Vorbeugung von HIV eine wichtige globale Gesundheitsaufgabe. Die PrEP mit bestimmten antiviralen Medikamenten ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Ausbreitung von HIV zu verhindern.

Zu den derzeit verfügbaren PrEP-Optionen gehören täglich einzunehmende Tabletten mit den Wirkstoffkombinationen Tenofovirdisoproxilfumarat/Emtricitabin (F/TDF) oder Tenofoviralafenamid/Emtricitabin (F/TAF) sowie Cabotegravir-Injektionen alle zwei Monate. Diese Medikamente zur Vorbeugung wirken nur, wenn sie regelmäßig angewendet werden: die Tabletten täglich und die langwirksame Cabotegravir-Injektion alle zwei Monate. Lenacapavir ist ein neueres langwirksames Medikament, das nur alle sechs Monate injiziert werden muss.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob Lenacapavir HIV-Infektionen besser vorbeugen kann als orale antivirale Medikamente (F/TDF und F/TAF), Cabotegravir, ein Placebo (Scheinmedikament) oder keine PrEP. Wir wollten auch wissen, ob Lenacapavir unerwünschte Wirkungen verursacht.

Wie gingen wir vor?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen Lenacapavir mit oraler PrEP, Cabotegravir, einem Placebo oder keiner PrEP bei HIV-negativen Menschen mit erhöhtem HIV-Infektionsrisiko verglichen wurde.

Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst und die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz auf der Grundlage der Studienmethoden und der Größe der Studien bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir haben zwei Studien gefunden, an denen 8660 Personen mit erhöhtem HIV-Infektionsrisiko teilnahmen. In beiden Studien wurde Lenacapavir über einen Zeitraum von 52 Wochen mit einer oralen PrEP verglichen. An den Studien nahmen jugendliche Mädchen, junge Frauen, Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentität sowie Männer, die Sex mit Männern haben, teil. Wir haben keine Studien gefunden, in denen Lenacapavir mit Cabotegravir verglichen wurde.

Lenacapavir verhinderte deutlich mehr neue HIV-Infektionen als die orale PrEP. Insgesamt war die Gesamtzahl unerwünschter Wirkungen in den Behandlungsgruppen ähnlich. Unter Lenacapavir kam es jedoch häufiger zu lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle unterschied sich nicht zwischen Lenacapavir und oraler PrEP. Keiner der Todesfälle wurde auf eine der beiden Behandlungen zurückgeführt.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist für fast alle Ergebnisse hoch. Unsere Ergebnisse beruhen jedoch nur auf zwei Studien, die beide lediglich ein Jahr dauerten. Das reicht nicht aus, um die langfristigen Vorteile und Risiken von Lenacapavir zu beurteilen. Lenacapavir wurde in keiner Studie mit Cabotegravir, einem weiteren injizierbaren PrEP-Medikament, verglichen. Laufende Studien könnten helfen, die Wirkungen von Lenacapavir bei einer breiteren und vielfältigeren Gruppe von Menschen besser zu verstehen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von Mai 2025.

Ebrahim S, Gloeck N, Adam Z, Tatz G, Nel J, Sinxadi PZ, Dawood H, Kredo T, Cohen K
Checked
22 hours 3 minutes ago
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